Seite - 289 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
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Mbrich, Maximilian 289 ich) Mcizimilian
in ihm die Vorliebe für den Kirchenstyl,
dem er dann auch mit großer Veredlung
des Geschmackes huldigte Seine amt-
liche Laufbahn begann und endete
Ulbrich bei den niederösterreichischen
Ständen, bei welchen er 1770 angestellt
wurde. 4790 zum Vicebuchhalter, 1800
zum Buchhalter befördert und 4804 als
solcher jubilirt, starb er im Alter von
72 Jahren. Die Muße seines Berufes
widmete er der Musik, in welcher er es
als ausübender Musiker, sowie als Com-
positeur zu nicht gewöhnlicher Bedeutung
brachte. Er war auf den meisten Instru-
menten bewandert, spielte fertig Clavier
und Orgel und genoß die seltene Aus-
zeichnung, bei den so interessanten
Privat - Kammermusiken Kaiser Jo-
sephs I I . , in welchen dieser selbst bald
die Violoncellstimme ausführte, bald
eine Singbaßpartie übernahm oder auf
dem Flügel aus der Partitur begleitete,
zugelaffen zu werden. Er hat viel und
meist Kirchliches componirt. Doch sind
auch andere Arbeiten von ihm bekannt,
so schrieb er die Opern: „Frühling undMbe"
und „Ner blaue Schmetterling", für welch
letztere er auch das Libretto verfaßt hatte,
für das k. k. Hoftheater; dann die
Operette: „Nie Schnitterlieudr", für das
Leopoldftädter (damalige Marinel l i '»
sche) Theater, wo dieselbe noch heute in
der Originalschrift des Tonsetzers auf«
bewahrt wird. Außerdem componirte er
ein großes Oratorium: „Die Israelitin in
der Wüste", welches in" den Jahren 4779
und 1783 von dem 2Wler Tonkünstler»
verein aufgeführt wurde. Seine übrigen
Compositionen bestehen aus Messen,
Gradualen, salvs rsFins., Litaneien,
1s Dsum, dann aus einigen Divertiffe-
ments für das Clavier und vielen Orchester-
Symphonien, welche in den damals so
berühmten Concerten des k. k. Landrechts- Vicepräsidenten von Kees oft, und zwar
stets mit großem Beifalle zum Vortrage
gelangten. Von Ulbrich's zahlreichen
Werken ist nichts im Stich erschienen, so
trefflich sie waren, er unterließ aus Be>
scheidenheit ihre Veröffentlichung. Die
Anfertigung eines Verzeichnisses derselben
scheiterte an dem Umstände, daß alle
Originale zerstreut bei einzelnen Freunden
des Autors und Musikliebhabern sich
befanden und er im höheren Alter von
einer solchen Geistesentkräftung und
Stumpfheit des Gedächtnisses befallen
wurde, daß er selbst nicht mehr im Stande
war, seiner einzelnen Werke sich zu er-
innern. Ulbrich zahlte zu den bedeu-
tendsten Musikdilettanten seiner Zeit; als
Compositeur stayd er sehr hoch, und be-
sonders seine Symphonien zeichneten sich
durch Würde und Erhabenheit aus.
Oesterreichische Nat ional« Encyklo»
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
1837. 8°.) Bd. VI , S. 6l2. im Anhange. —
GaHner (F. S. Dr.). Universal-Lexikon der
Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande
(Stuttgart 1849. Franz Kohler. Ler.»8".) S.852
^ein Artikel von bemerkenswerther Kürze, der
nichts als das Geburts» und Sterbedatum
enthält^. — Neues Universal« Lerikon
der Tonkunst. Für Künstler, Kunstfreunde und
alle Gebildeten. Angefangen von Dr. Julius
Schladebach. fortgesetzt von Ed. BernS»
dorf (Offenbach 1861. Ioh. Andrs. gr. 8«.)
Bd. I I I , S. 377. — Gerber (Ernst Ludwig).
Historisch < biographisches Lexikon der Ton»
künstler u. s. w. (Leipzig 1792, Breitkopf,
3ex.«8°.) Bd. I I , Sp. 699 Gunter dem irrigen
Namen Ulrich). — Derselbe. Neues
historisch «.biographisches Lerikon der Ton«
künstler (Leipzig 1814. A. Kühnel. gr. 8°.)
Bd. IV, Sp. 411 ^diesmal unter dem rich-
tigen Namen Ulbrich^Z. — Oesterreichische
Nevue (Wien. gr. 8".) 1864. Bd. IV, S. 4?t
und 172. im Artikel: „Zur Geschichte des
Concertwesens in Wien". Von I)r. Eduard
Hanslick. — Leipziger Musik'Zei«
tung (4".) 1827. Nr. 52. Sp. 881. im Auf«
sahe: „Wiens musikalische Kunstschähe". —
Allgemeine Wiener Musik-Zeitung.
v. Wurzbach. biogr. Lerikon. . sGedr. 23. August 1883.)
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Trzetrzewinsky-Ullepitsch, Band 48
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Trzetrzewinsky-Ullepitsch
- Band
- 48
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon