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Französischen und im Clavierspiel und ^
wurde Mitarbeiter an dem von Samuel ^
F i t t i ch 1847/48 herausgegebenen ^
„Siebenbürgischen Volks freund". Als die !
Märztage 1848 herankamen, betheiligte
er sich mit Wort und Schrift an den
politischen Bewegungen, verließ aber
noch im nämlichen Jahre Siebenbürgen,
begab sich in seine Heimat, kehrte indeß
aus dieser bald nach Wien zurück. Als
er jedoch im September 1848 von Wien
nach Hermannstadt zurückgehen wollte,
wurde er in Pesth von der magyarischen
Partei verhaftet, weil er für die kaiserlich
österreichische Regierung geschriebene Flug»
blätter zur Vertheilung mit sich führte.
Gegen 24 Stunden lang saß er daselbst
im Hofe des städtischen Rathhauses, den
Urtheilsspruch des über ihn gehaltenen
Standgerichtes erwartend, der dahin aus«
siel, daß Unverricht dem ordentlichen
Strafverfahren übergeben wurde. Nun
hielt man ihn im Neugebäude gefangen,
bis er nach Ankunft des kaiserlichen
Armeecorps unter Windischgrätz von
seiner Haft befreit, in seine Heimat zurück»
kehren konnte. Im Sommer 1831 kam
er zum zweiten Male nach Hermannstadt,
in der Absicht, dort als Privatlehrer
thätig zu sein, aber noch im Herbst des
nämlichen Jahres wurde er zum Rector
der evangelischen Schule in Broos (oder
Sachsenstadt, magyarisch: Szä.szväros)
berufen. 1834 legte er diese Stelle
nieder, sich weiter mit Privatunterricht be«
schaftigend. 1861 aber verließ er Sieben-
bürgen ganzlich, kehrte nach Deutschland
zurück und lebte zu Beginn der Siebziger-
Jahre als Privatlehrer zu Laurahütte in
Preußisch «Oberschlesien. Wie wir schon
im Laufe der Lebensskizze bemerkten, war
Unverricht mannigfaltig schriftstellerisch
thätig. Die Titel seiner Schriften sind:
„Anleitung znr Ptlanzenkenntniss, ein Handbuch der allgemeinen Botanik nnd Flura nan Ncutsch-
land. Mr d?n schul- und Selbstunterricht klar-
britet" (Schweidnih 1842, Heege, gr. l2".,
830 S.); es wurde bis zurRaume r'schen
Schulregulation in den Seminarien zu
Breslau, Steinau an der Oder und zu
Münsterberg als Handbuch beim Unter-
richte gebraucht, und mit diesem Buche
erwarb Verfasser die Mitgliedschaft der
schlesischen Gesellschaft; — „Veber Verlies-
sernng der Schreibnnterrichtslnethcide durch Ein-
tührnng tartmiissiger Uebungen" mit 4 Stein-
tafeln (Schweidnitz 1843, gr. 40.); als
Unverricht im September 1847 sein
Lehramt in Hermannstadt antrat, brachte
er auch bei dem kaligraphischen Unter-
richte die in vorgenannter Schrift dar-
gestellte sogenannte Tactschreibmethode
in Aufnahme; — „Kleine Geographie non
Nrutschland tiir Schule und Hans" (ebd. 1846,
8".); — „Ghearetisch-praktischer Lehrgang tiir
den Elementarunterricht in der deutschen Sprache"
1. Heft (Gleiwitz 1846, Landsberger,
8^.); — „Ner türkische Weizen. Beschreibung
desselben und Mittheilungen über den Anbnn und
die Benutzung" (Hermannstadt 1847, Krebs,
80.); — ^Ner Landtag ist mr der Thür!"
(ebd. 1848, 8«.). Unverricht schrieb in
dieser bewegten Zeit, deren Wirkung
auf ihn, wie sein Biograph fagt, eine
elektrische war, noch verschiedene andere
Flugschriften, deren Titel aber nicht be-
kannt sind; — „Kinder-Zingschulr" 1. Heft,
enthaltend 38 kurze Sätze, 12 Chöre und
27 Lieder in Du>--Tonarten, mit Be»
nützung der besten und neuesten Hilfs-
mittel (ebd. 1832, 40., lithogr.); diese
Singschule gab er als Rector in Broos
heraus; — „Gespräche der Vauern Hans und
Georg über das neue Geld, was sie danan halten
und wie sie damit beim Kanten und Nerknuten
zurechtkommen mallen. Mit den Abbildungen aller
nenen Miinpn" (ebd. 1838, Steinhaußer,
80.); davon erschien zu gleicher Zeit eilie
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon