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gung" ermöglichte ihm auch in der vor«
erwähnten Doppelstellung eine so frucht-
bare, so anregende und innerlich so
befriedigende Thätigkeit, wie eben Va-
lentine l l i sie entfaltet hat. Alle seine
Forschungen und Studien basirten auf
dieser seiner öffentlichen Stellung und
bezogen sich, soweit sie auck gingen,
wieder auf dieselbe zurück. Er erschloß
Anderen Fundgrube auf Fundgrube bei
den ihm anvertrauten Sammlungen und
brachte von außen durch persönliche Be-
kanntschaft und einsammelnden Fleiß
Treffliches und Erlesenes nach Hause.
Er kannte seine Bibliothek durck und
durch bis ins Kleinste und Einzelne, ihr
war feine ganze Zeit gewidmet; er
kannte aber auä> die Bibliotheken Ita-
liens, wie jene von Spanien und Eng-
land, von Frankreich und Deutschland in
weiterem Umfange. Seine eigentliche litc>
rarische Thätigkeit beginnt erst mit der
Zeit, als er in Venedig seinen bleibenden
Aufenthalt nahm. Nachdem er wiederholt
Reisen nach Dalmatien und Montenegro,
diesen damals literarisch so wenig ge»
kannten Landern, unternommen hatte,
bearbeitete er eine Bibliographie der-
selben, für welches Werk er auch später
immer neues Material sammelte, so daß
zu der ersten nahezu vierthalbhundert
Seiten starken Publication ein ansehn-
licher Nachtrag erscheinen konnte. Auch
die Schätze der Marcusbibliothek lieferten
ihm im Hinblick auf Dalmatien eine
namhafte Ausbeute, die er theils in
einer besonderen Schrift, theils, und
zwar die Nachträge und Ergänzungen
seit 1832, in dem von Chmel redi-
girten in die Suite der Schriften, welche
die kaiserliche Wiener Akademie der
Wissenschaften herausgibt, gehörigen
„Notizenblatte" veröffentlichte. Außer
vor Bibliographie der genannten Lander waren es Vorarbeiten für die Geschichte
Friauls und des Patriarchates von Aqui»
leja insbesondere, welche durch längere
Zeit den Gelehrten beschäftigten. Seine
in dieser Richtung gewonnenen Resultate
legte er zuerst auf einer Reise, 1834, der
böhmischen Gesellschaft der Wissen«
schaften in Prag vor, von welcher sie
auch veröffentlicht wurden. Durch seine
Verbindung mit Ehmel standen ihm
nun auch die Spalten des oberwähnten
„Notizenblattes" offen, in welchen denn
seit 1854 Regesten aus zwei auf Aquileja
bezüglichen Handschriften der Marciana
erschienen. I n dem von der Akade.me
herausgegebenen „Archiv^, und zwar im
18. Bande, gelangte ein Ver;eichniß der
Marcianischen Handschriften, welche auf
Friaul Bezug haben, und in den von
demselben Institute herausgegebenen
^onte-?" eine Urrundensammlung von
Pordenone zum Abdrucks. Auch er-
möglichte ihm eine Unterstützung der
kaiserlichen Akademie die Herausgab»:
seiner Bibliographie Friauls. Im In-
teresse der bibliographischen Forschungen,
welche er anstellte, um die Schätze wenig
gekannter Bibliotheken oder aber wenig
gekannte Schätze solcher Institute von
Ruf den Gelehrten zu erschließen, unter-
nahm er oft und zum Theil große Reisen,
auf welchen er dann auch immer persön»
liche Verbindungen mit Männern der
Wissenschaft oder mit Personen, die ihn
in seinen Forschungen fördern konnten,
anknüpfte. Von vielen dieser Studien»
reisen veröffentlichte er die Ergebnisse
seiner Beobachtungen und Forschungen,
so brachte er werthvolle Resultate dieser
Art über italienische Bibliotheken in
I)i-. Adolph S ch m idl's „Oesterreichiscden
Blättern für Literatur und Kunst" 1844,
1843, weitere Berichte über Bibliotheken,
Denkmale des Alterthums und literarische
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon