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Titel: „VF)'et6mi ViläFlsnisrot" er-
schien. Indeffen blieb der Aufschwung,
den die Naturwissenschaft allenthalben
nahm, nicht ohne Rückwirkung auf die
ungarische Akademie der Wissenschaften,
welche unseren Schriftsteller inzwischen
zu ihrem wirklichen Mitgliede ernannt
hatte. Und gerade Väl las faßte die
Angelegenheit scharf ins Auge und legte
seine Gedanken in einer Flugschrift, be-
titelt: ^^ ttc?<>F l
?t/ l><3 ,^ d. i. Ueber die
Reformfrage der ungarischen gelehrten
Gesellschaft lPesth 1844), nieder, in
welcher er nachwies, daß in der ungari-
schen Akademie von einer Pflege der
Mathematik und der Naturwissenschaften
so lange nicht ernsthaft die Rede srin
könne, als die mathematische und natur-
wissenschaftliche Classe von den übrigen
in ihren Sitzungen und Arbeiten, sowie
in ihrem Budget und ihrer Mitglieder-
wahl nicht streng abgesondert werde. I n
der That blieb sein Antrag nicht ohne
Erfolg und wurde, wenn auch nicht voll-
ständig, so dock theilweise durchgeführt.
Indessen blieb V^ l las auch sonst nicht
literarisch unthätig, veröffentlichte im
„?E5ti Hii-Ia)/- eine Reihe Abhand-
lungen über Gegenstände aus der Natur-
Wissenschaft, um das große Publicum für
dieselbe zu interessiren; wendete auch dem
Pesther Gewerb^vereine seine Aufmerk-
samkeit zu und ging, von diesem entsendet,
nack Paris, um über die dortige Kunst-
ausstellung Bericht zu erstatten, bei
welcher Gelegenheit er seine Reise vou
Frankreich über England und Belgien
ausdehnte. Nach seiner Rückkehr, gab er
zunächst wieder ein mathematisches Werk:
, d. i. Elemente der
Arithmetik. Mit beigefügten Logarithmen- tafeln (Pesth 1846, Trattner, 8".) her-
aus, von welchem einige Jahre spater
(1834) eine neue Ausgabe bei Hart-
lebenin Pesth erschien. Auch übernahm
er um 4846 die Redaction der vom
ungarischen Gewerbevereine verlegten
Fachschrift „Nst i i^" , d.i. Wochenblatt,
in welcher mehrere Aufsätze und Abhand-
lungen aus seiner Feder stammen; ferner
die Redaction des um diese Zeit von
Hartleben begonnenen encyklopädischen
Werkes ^omxeti Nue^ivio^äiä^",
das aber nur bis zum siebenten Hefte
gedieh, da die mittlerweile hereingebro«
chenen Revolutionsstürme die Fortsetzung
des nur für die friedlichsten Tage berech-
neten Unternehmens unmöglich machten.
Kurz vor Ausbruch der Bewegung er-
schien noch sein Buch ^ZVsm/ l'eT-i'a«.
^a?i?Vi-tt,i?/t« ssttma?-«", d. i. Elemente
der Geometrie Msth 1848, 8".). Wäh»
rend der Insurrection wurde V^l las,
der mit Kossuth starke Fühlung hatte,
vom ungarischen Ministerium mit der
Organisirung und Leitung eines militä»
rischen Lehrcurfts betraut, welche Stelle
er, nachdem der Aufruhr niedergeworfen
war, verlor, worauf er sich entschloß, sein
Vaterland zu verlassen. Er wendete sicb
nach Amerika, und zwar zuerst nack
Nicaragua, dann aber nach den Ver-
einigten Staaten, wo er 1839 als Pro-
fessor der Mathematik und Physik am
zu Alexandria wirkte. Später soll
er, wie einige Nachrichten melden, Pre-
diger zu New - Orleans gewesen sein.
Wahrend seines Aufenthaltes in Amerika
erschien von ihm: »<)?? ?/is T'sso/tt/l'on c>/
?«lM6?-/en? sFttakons" Mw'Iork 1833),
eine weitere Ausführung der Gräffe'«
schen Methode. Noch ist schließlich seine
Uebersetzung eines französischen Werkes:
der Elemente der Algebra von 3. B.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon