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nen-Regiment. Den Feldzug gegen die
Preußen 1866 machte er als General-
stabsofficier bei der zweiten leichten Ca-
vallerie-Division mit und zeichnete sich
bei der Führung eines selbständigen
Streifcommandos so aus, daß er in
Anerkennung dafür das Militär«Ver-
dienstkreuz mit der Kriegsdecoration er-
hielt. Im April 1867 trat er zur Central-
(5avallerieschule über, und aus dieser im
October 1868 als Major zum General-
Quartiermeisterstabe versetzt, leitete er
als solcker den ihm übertragenen Reit«
und Fecht-Nnterricht bis September 1869
mit ausgezeichnetem Erfolge. Später bei
dem Generalkommando zu Gratz ver-
wendet, rückte er am 28. Mai 1876 zum
Obersten im Generalstabe auf und ist
zugleich Generalstabschef beim vorbe-
nannten Generalkommando.
2 voboda (Johann). Die Zöglinge der Wiener-
Neustädter Militär-Akademie von der Grün-
dung des Institutes bis auf unsere Tage
(Wien 4870, Geitler. Ler.-!»".) Sp. 833.
— Thürheim (Andreis Graf). Gedenk«
dlätter aus der Krie^ägrschichte der k. k,
österreichischen Armee (Wien und Teschen
i88<). .v.arl Prockaüka. ^r. 8".) Bd. I I ,
2, 293. Jahr 1866.
Vallcry, Theodor (Architekt, geb.
zu Mark-Schönecken im Trier'schen
23.October 1724, gest. zu Wien 1800).
Von seinem Vater für das Tischlerhand -
werk bestimmt, kam er 1743 nach den
Niederlanden, wo er dasselbe ausübte,
nebenbei auch einige Kenntnisse in der
Architektur sich aneignend. Hierauf kehrte'
er in seine Heimat zurück und arbeitete
daselbst als Schreinergesell. 1749 ging
er nach Wien, wo er gleichfalls sein
Handwerk betrieb, an Sonn- und Feier-
tagen aber bei dem Architekten Melchior
Hefele ^Vd. VII I , S. 198 j^ Unterricht
in der Architectur nahm. 1730 gab er
die Tischlerei auf, um sich ganz seiner Lieblingsbeschäftigung zu widmen. An-
fangs half er seinem Meister Hefele, so
unter Anderem bei der Herstellung des
Hochaltars in der Wallfahrtskirche auf
dem Sonntagsberg in Niederöfterreich.
Später ertheilte er selbst Unterricht in
der Architektur und wurde 1738 Mit-
glied der k. k. Maler- und Bildhauer-
Akademie in Wien, an welcher er 1762
das Lehramt der Architektur erhielt, und
1768 ward er Mitglied der k. k. Zeichen»
und Kupferstecher-Akademie. Bei seiner
ersten Ernennung war sein Aufnahins-
stück ein Palast, bei seiner zweiten ein
solcher in pecspectivischer Darstellung.
1764 erfolgte seine Anstellung als Unter-
kämmerer der Stadt Wien. Von seinen
Arbeiten sind bekannt: „Mc Ehrenpinttr
ant' dem Stock im (!-i5rn-Plllhr in Mri: im
Jahre Ndö", anläßlich der ersten Ver«
mälung des Kaisers Joseph I I . erbaut,
von Schnitzer in Kupfer gestochen;
— ein „Z:tllr" zu Wellersdorf in Nieder«
osterreick im Jahre 1761; — eine
„ZtreckinnZchine nnd da5 tinvan lirgrnür Wu52tl-
bll35in im NünMubell". Auf der historischen
Kunstausstellung in Wien, welche 1877
anläßlich der Eröffnung des neuen Ge-
bäudes der Kunstakademie statthatte,
waren von seinen Werken zu sehen: „Na5
NaWnn5 in der wipplingrrLtra^l", erbaut
1762—1764, in Kupfer gestochen von
I . A. Corvinus (kl. Qu.-Fol.); —
„Nir Elircnftt'llrtr, rrrichlrt am 6. it>rtc>brr Nd<)".
getuschte Zeichnung und „Nrr >Tnnmph-
bllgrn zur Ur'llnnngllteirr Ull lZrr J u s c p h s I I . ,
reichtet am 2T. Zpril 1769", gleichfalls ge-
tuschte Zeichnung. Die drei lehtgenann»
ten Blatter sämmtlich im Archiv der
Stadt Wien. Die „Oesterreichische Bieder«
manns - Chronik" bezeichnet Val lery
nicht nur als „ein ungemeines Künstler-
talent in der Architektur, sondern auch
als einen rechtschaffenen Mann, der noch
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon