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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Seite - 233 -
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Valmaraua. Andreas 233 Valmarana. Andreas wegen seines vortrefflichen moralischen Charakters, seiner Liebe zur Lecture und seines brennenden Eifers für Wahrheit und Aufklärung den Biedermännern Oesterreichs einverleibt zu werden ver» dient". Naglcr (G. K. Di-.). Neues allgemeines Künstler - Lexikon (München t8>>9. E. A. Fleischmann. 8".) Bo. XIX, H. i>2«. Valmarana, Andreas Graf (Hu- manist, geb. zu Venedig am 2., nach Anderen 12. Juni 1788, gest. daselbst am 30. März 4861). Der Sproß einer alten Venetianer Familie j^vergl. S. 234 die Quellens. Gin Sohn des Grafen Ste» pH an aus dessen Ehe mit Clara Cor. naro, erhielt er eine sorgfältige Erzie- hung und fand in der Pflege der Künste und Wissenschaften volles Genügen. Aber seine Mitbürger wurden auf den geist- vollen jungen Mann bald aufmerksam, und so sah er sich zunächst als Assessor in das Municipium von Vicenza berufen, als dessen Podeste er dann 1827 bis 1832 waltete. I n dieser Stellung machte er sich sehr um das öffentliche Wohl ver- dient, errichtete die bürgerliche Feuer- wehr, baute und verbesserte die Straßen und ordnete die Angelegenheiten der in arge Proceffe verwickelten Gemeinde. Von Vicenza begab er sich nach Venedig, seiner Geburtsstadt. Daselbst wurde er Mit- glied der Central-Devutation, ferner der mit der Aufstellung des neuen Census betrauten und der von der kaiserlichen Regierung für Ackerbau, Handel und Industrie berufenen Commission. Dann trat er auch als Mitglied in jene Com» Mission der (i-iunta äol Oenäimeilto, mittels deren ein Ausgleich der Steuern der lombardischen und venetianischen Provinzen bewerkstelligt werden sollte. I n allen diesen wichtigen Stellungen that er sich als Mann von Einsicht, gründlicher Kenntniß des Verwaltungs- wesens und durch Geschick in Hand- habung der Geschäfte hervor. I n Folge dessen brachte man ihn zweimal als Vice« Präsidenten des Vereines für öffentliche Wohlthätigkeit in Vorschlag, doch lehnte er beide Male ab, nahm ader die Leitung des nach Manin, dem letzten Dogen von Venedig, benannten Wohlthätig- keitsinstitutes an und führte dieselbe in den schlimmsten Tagen von 1848 bis 1832. I n Folge des humanen Sinnes, der ihn beseelte, und den er in allen vor» kommenden Fällen kundgab, wurde er auch zum Generalvorstand der Conferen- .zen des h. Vincenz de Paula für die venetianischen Provinzen erwählt. Ge- dachten wir im Vorstehenden seiner Ver- dienste in öffentlichen und coinmunalen Angelegenheiten, so erübrigt uns noch ein Blick auf sein geistiges Schaffen und Walten. Sorgfältig erzogen, bewahrte er immer eine große Liebe für Kunst und Literatur. Er kannte außer seiner heimi» schen Literatur auch jene Deutschlands und Frankreichs und übersetzte aus beiden Mehrereä ins Italienische- auch veröffent- lichte er einige Commentare zu den clas- sischen Werken seiner Nation. Gern ver^ tiefte er sich in die Werke der Kunst und beschrieb mehrere, die er auf seinen ver- schiedenen Reisen gesehen, dabei einen feinen kritischen Geist bekundend; auch unterstützte er junge Künstler, wenn sie Talent zeigten, dadurch, daß er dem Einen und dem Anderen die Ausführung eines Kunstwerkes übertrug. Meister auf der Violine und überhaupt in der Musik wohl erfahren, that er auch für deren Pflege ein Uebriges, indem er in seinem Hause die besten Künstler zu versammeln liebte und im Vereine mit ihnen und Dilettanten Concerte veranstaltete. I n
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Band 49
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Ullik-Vassimon
Band
49
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
348
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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