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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Seite - 247 -
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Seite - 247 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49

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Mmtiry 247 Vämböry merlan 1369 zu seiner Residenz gemacht, wurde nur von Marco Polo vor etwa 600 Jahren einmal besucht und dann nicht wieder bis auf — Hermann Vämbsry! " So posaunten die Londoner großen und kleinen Blätter, und ihnen nach im Chorus die übrigen Blätter aller Sprachen des Continents. Und um diesen Berichten den gehörigen Nachdruck zu geben, hielt der berühmte Sir Roderick Mur ch iso n, zur Zeit Präsident der Londoner 6603rkxd.iok1 Zacist^, in derselben eine lange Rede, in welcher er nicht genug von der Außerordentlichkeit der Vämbär y'schcn Reise erzählen konnte, und unter Anderem behaup- tete: daß die von dem Meisenden durch- schnittene Gegend zwischen Teheran und Sa» markand so ziemlich eine tsi-i-s. iuooFnita. sei, daß er denselben für den ersten Europäer halte, dem es gelungen, vom Kaspischen Meere über Asterabad nach Khiwa zu reisen, daß auch Vämbs ry's Aufenthalt in Samar» kand etwas Neues sei. daß diese Stadt nicht seit den Tagen Clavi jo's (der es 1404 besuchte) beschrieben und dergleichen mehr. Diese Angaben des Herrn Präsidenten der geographischen Gesellschaft in London sind aber zum Theile gräßlich übertrieben, zum Theile gänzlich irrig, ja unwahr. Selbst die deutsche Wissenschaft lieh sich durch englischen Aplomb für einen Augenblick — aber auch nur für einen Augenblick verblüffen. Schon in der nächsten Sitzung der VriUäk. ^«socia.- tiou zu Bath klangen die Berichte — Väm» bsry selbst widersprach den maßlosen Ueber» treibungen Murchison's auf das entschie» denste — bedeutend gemäßigter, waren doch Zwei Russen, Chanykoff und Alexander Hippius, zugegen. Ersterer, selbst ein Rei» sender, der auch in Samarkand gewesen, hielt einen Vortrag, und Letzterer hod mit Nach« druck hervor, daß er die für V ä m b « r y beanspruchte Ehre: „seit 450 Jahren der erste Europäer gewesen zn sein. der bis Samar« kand vorgedrungen wäre und es beschrieben hätte" für seine Landsleute in Anspruch nehme, und citirte für seine Behauptung ein russisches Journal vom Jahre 5842, in welchem ein ausführlicher Bericht über die russische Erpe« dition nach Samarkand enthalten sei. Nun erst begann in an in Deutschland — wo man leider sein Licht unter den Scheffel zu stellen pflegt — sich zu regen, und Dr. Peter« mann, der selbst einen Augenblick von den britischen Uebertreibungen sich hatte verblüffen lassen, trat für die Deutschen ein. „W.ir Deutsche", rief er mit gerechter Entrüstung aus, „müßten nicht einen Funken von Ehr« und Nationalgcfühl im Leide haben, wenn im Laufe dieser monatelangen öffentlichen Ver- handlungen, welche deutsches Verdienst wieder einmal öffentlich vollständig ignoriren, nicht endlich auch eine Stimme laut würde, die dasselbe zu wahren sucht, oder wenigstens daran zu erinnern sich bemüht. Lehmann. B l a r a m d e r g , Helmersen. Baer. Bunge sind nicht nur deutsche Namen, son« dern auch Deutsche und die Hauptnamen für Alles das, was wir wirklich schon über Sa« markand. Buchara (Bokhara) und Sir M u r« chison's angebliche terra iuen^uiig, (!) wissen, und sind die Träger genannter Namen auch in Diensten Rußlands, so sind es doch Männer deutscher Abkunf t . Freilich wieder können wir nicht bestreiten, daß alles Große, was von Deutschen für die Erd« künde geleistet wurde, im Dienste und Solde des Auslandes geschehen ist. das aber schmälert die Verdienste derselben nicht, sondern fällt nur den deutschen Negierungen zur Last, welche wohl Soldaten besolden und bezahlen, für deutsche Reisende und Geographen aber kein Geld übrig haben. Diese müssen sich nach Rußland, England, der Türkei. Neuseeland, Brasilien und an gütige Scheits in der Wüste Sahara und Timbuktu um Unterstützung wenden". Monate lang faselte man über Sa» markand, ohne in den deutschen Werken von Karl Ritter, Er man. in den Monats» berichten der „Berliner Zeitschrift für Erd« künde", in Professor Dr. Grisebach's geo- graphischen und phytogeographischen Berichten und anderen ähnlichen deutschen Werken nach» zusehen und sich eines Besseren zu belehren. Ja. Ritter's „Geographisch.statistisches Leri' kon". schon 1847 bei Otto Wi gand in dritter Auflage herausgegeben, berichtet S. 227 unter Artikel Bukhara und S 1113 unter Samar^ fand genauer und zwanzig Jahre früher über diese rerrks inaoFnitaSi als die englischen gelehrten Geographen in ihren Sitzungen zu< sammenfaselten. Aber noch mehr. Es sei hier des XVII . Bandes von K. E. von Baer's und Helmersen's Beiträgen zur Kenntniß des russischen Reiches und der angrenzenden Länder Asiens gedacht, welches Werk in Peters' bürg und Leipzig schon 1832 in deutscher Spracke erschlmm ist und den Titel führt: „Alerander Lehmann's Reise nach Buchara und Samarkand in den Jahren 1841 und 1842. Nach den hinterlassenen Schriften des»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Band 49
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Ullik-Vassimon
Band
49
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
348
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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