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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Seite - 253 -
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Norbert 233 Vanek. Norbert schloffen, ihn dem Zehramte zu widmen. Nm ihn die damals für dasselbe vor- geschriebene deutsche Sprache erlernen zu lassen, schickten sie ihn in das deutsche Stadtchen Kralik, aus welchem er nach Jahresfrist heimkehrte. Als er, erst vier- zehn Jahre alt, seine Eltern durch den Tod verlor, begab er sich, unter die Ob» Hut älterer Brüder und Schwestern ge- stellt, auf die deutsche Schule zu Pardu- bitz, um sich für den Lehrberuf vorzu- bereiten, und legte daselbst auch die Prä» parandenprüfung ab. Nachdem er den Curs beendet hatte, trat er zunächst bei einer Familie als Hauslehrer ein, dann aber ging er nach Prag, wo er, bereits in vorgerückteren Jahren stehend, die Grammaticalclassen auf dem Alt» städter Gymnasium besuchte. Mit großem Eifer betrieb er Latein und schritt über< Haupt in seinen Studien mit bestem Er- folge vorwärts. Von allen Mitteln ent- blößt, suchte er sich durch Privatlectionen den Lebensunterhalt zu erwerben und wurde dann auch Erzieher im Hause des Directors der polytechnischen Schule in Prag, Ritters von Gerstner. Bereits 24 Jahre alt, beendete er erst das Gym- nasium und begann das philosophische Studium, welches damals sechs Semester dauerte. Nm diese Zeit wurde er mit mehreren öechischen Schriftstellern, so mit N e j e d l i , Ru l i k, Al. P ar i z ek, Fr. S v o b o d a und H y b l bekannt, beschäftigte sich viel mit der vaterländi» schen Literatur und war für Belebung des Nationalgefühls thätig. Mit aus» gezeichnetem Erfolge beschloß er die phi- losophischen Jahrgänge und widmete sich dem Studium der Rechte, und nachdem er auch dieses im Jahre 1811 zurückgelegt hatte, trat er bei dem Grafen Prokop Hartmann» Klar stein als Privat- secretär in Dienste. Als er bereits vier Jahre, 18l2 —1816, in denselben gestanden, der Graf aber immer höhere Anforderungen an seinen Secretär stellte, so daß diesem nach vollbrachter Tages» arbeit nicht die mindeste Zeit zur freien Verfügung blieb, löste Vansk das ihm wenig angenehme Verhältniß und trat spater, 1819, als Sollicitator in der Kanzlei Dr. Wolfram's in Prag ein. I n dieser neuen Beschäftigung blieb ihm mehr freie Zeit für seine eigenen Arbeiten und zum Verkehre mit seinen literarischen Freunden übng. Auch wurde er auf den Vorschlag des Professors Nejedli dem Translator der amtlichen Erlässe und Kundmachungen bei dem böhmischen Gubernium zur Aushilfe beigegeben, im Jahre 1822 aber als wirklicher Trans- lator daselbst bestellt. Nach zehnjähriger Thätigkeit in diesem Amte sah er sich zum zweiten Scriptor an der k. k, Prager Universitätsbibliothek ernannt. Diese Stelle sagte seinen Neigungen einerseits ebenso zu, als sie ihn anderseits durch die Schätze, welche die Anstalt barg, in seinen literarischen Arbeiten förderte. Als dann Professor I . Nejedli M . XX, S. 163^ am 7. December 1834 starb, wurde die Lehrkanzel der öechischen Sprache an Vansk provisorisch über» tragen, der sie auch das Schuljahr 1834/33 hindurch mit bestem Erfolge versah. Aber um diese Zeit bereits krän- kelnd, fühlte er sich, da sein Leiden stetig zunahm, schon nach beendeten Ferien außer Stande, sein Lehramt, später seinen Bibliotheksdienst fortzu- führen und starb auch gegen Ende 1833 im Alter von erst 34 Jahren. Vanek war ein sehr fleißiger Schriftsteller und ein nicht minder steißiger Nebersetzer solcher Werke, welche für das praktische Leben unleugbaren Werth besitzen, und in dieser Hinsicht ein wirklicher Wohlthäter seines
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Band 49
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Ullik-Vassimon
Band
49
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
348
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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