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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Seite - 257 -
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Pannetti, Clementino 237 i^ Clemcntinu seiner Vertiefung in Horaz, deutsche Sprache und Literatur blieben ihm fremd. Dabei klebte er fest an seiner Scholle, von dem ihm so nahen Italien hatte er nur Verona, Mantua und Ve- nedig besucht. Obwohl er mit ungewöhn» lichem Geschick zeichnete und malte, blieb er doch von Rom, welches ihm eine unerschöpfliche Fülle von Motiven ge» boten hätte, sonderbarer Weise fern. Er lebte je nach der Jahreszeit und Laune auf seinen drei Landgütern, deren er eines — von ihm 8udm-dHnuin getauft — in unmittelbarer Nähe Roveredos, ein zweites jenseits der Etsch in Ifera, das dritte in Mori besaß. Dort schuf er seine Dichtungen und schrieb Briefe, letz- tere zum großen Theile in classischem Latein. Mitten in einer anmuthigen, reizenden Natur, in welcher er keine großartigen Alpenscenen, keine Felsen» Wildnisse, die etwa seine Nerven erschüt- tern konnten, vor Augen hatte, lebte er theils im unmittelbaren, theils im literarischen, durch Briefe vermittelten Verkehre mit Literatoren und anderen Männern des Geistes, wie Hieronymus Tiraboschi »Bd. XI.V, S. 174^, Vin- cenz Mont i j M . XIX, S. 60, Nr. 3^, Hippolyt Pind emonte, Anton Cesari M . I I , S. 323^, mit gebildeten Frauen, mit geistreichen und würdigen Priestern, mochten diese Weltgeistliche oder Mönche sein. Neben seiner Liebe zu den Wissenschaften kannte er nur noch eine Liebe, jene zu seiner Mutter, an der er mit einer Innigkeit ohne Gleichen hing. In ihrem Bruder Franz Sai« bante, welcher, da Vannett i seinen Vater frühzeitig verlor, dessen Stelle'an ihm vertrat, verehrte er einen zweiten Vater. Um seine eigenen Geschäfte küni' merte er sich, da die Mutter sein Vermö- gen verwaltete, nicht. OeffentlicheAemter o. Wurzbach, dlogr. Lerikon. XI^IX. lGed bekleidete er nicht. Ehren und Auszeich- nungen strebte er nicht an, war aber überglücklich, als Papst Pius VI. auf seiner Rückreise von Wien im Jahre 4782 den Gelehrten sich vorstellen ließ, dessen gedruckte Schriften huldvoll ent» gegen nahm und ihm bei einem zweiten Empfange die erbetene größere Freiheit im Vücherlesen (!) gnädig gewährte. Vannett i wurde ein Opfer seines echt religiösen Sinnes. Als er an einem kalten Märztage 1793 der Ortssitte gemäß das zu einem Kranken getragene hochwürdige Gut begleitete, zog er sich dabei eine Er- kältung zu, an deren Folgen er, erst 40 Jahre alt, starb. Seine Mutter über- lebte ihn um zwei Jahre, sie segnete 4797, als 74jährige Matrone, das Zeit- liche. Werfen wir nun noch einen Blick auf Vannetti's schriftstellerische Thä- tigkeit. Vor Allem sind da, außer der schon erwähnten Jugendarbeit „I^iupg.- äaria/, anzuführen: seine „D/a.?oF/i2'", unter welcher damals in der Literatur üblichen Form halb didaktisch, halb satyrisch Tages- und literarische Fragen behandelt wurden; — die ^ Osss^asioni s<?F>?-<2 Oa^'o") im schönsten Florentiner Wälsch, sind eine ebenso durch die gründ- liche Kenntniß -der Dichtungen des be- rühmten Römers, wie dessen verschiedener Uebersetzer noch heute geschätzte Arbeit; »") diese Ar- beiten bezeichnet der gewiegte Literar- historiker Maffei als ein „miraoolo äi ", ein: Sammlung satyrischer Kri- tiken über singirte schlechte Werke; eine etwas barocke Arbeit, und in lateinischer Sprache sein „IHs?- ?nsmona??H Hs er Alles, was der berühmte Abenteurer r. 30. Iäli. 1384/1 1"
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Band 49
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Ullik-Vassimon
Band
49
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
348
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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