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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Seite - 259 -
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) Joseph Valcrian 269 Vannetti^ Joseph Palrriau und eigenen Genügen, wie es die Arbeiten darthun, die er veröffentlichte und wir weiter unten anführen werden. Wesent- lich hervorzuheben ist seine Initiative zur Bildung der Akademie äsFii ^ i ^ t i . Er war innig befreundet mit Fran; Sai- bante und dessen Schwester Laura Bianca, welch Letztere von keinem Geringeren als von Hieronymus Tarta- rott i >M. XI . I I I , S. 98^, Roveredoä berühmtestem Manne, in das Studium der sckönen Wissenschaften eingeführt wurde. Diese Drei zogen nock zwei Geist- liche: Gotthard Festi, den nachmaligen Erzieher Clementino V a n n e t t i' s >^s. d. S. 236^, und Joseph Givanni (1722—1787), der durch seine Gedickte im Roveredaner Dialekte bekannt ge- worden, ins Vertrauen und bildeten gegen Ende 1730 eine literarische Gesellschaft, aus welcher sich binnen Kurzem eine Akademie entfaltete. Es war immerhin ein kleines literorisches Wagniß, da eine schon früher von dem vorgenannten T a r- tarott i gebildete Gesellschaft Voäo- nasam, welcher dieser selbst als Silvester Dodonaeus angehörte, keinen Bestand hatte. Vielleicht eben in der Vorsorge, daß es mit ihrem Plane nur sehr langsam vorwärts gehen werde, nannten sick die Mitglieder die 3 angsa me n lFli ^Fiati, lateinisch I^entij und wählten auch ein diesem Namen entsprechendes Emblem, nämlich eine große Schnecke, welche eine Pyramide hinaufkriecht. Nun wurden auch die Statuten verfaßt und nach Wien gesendet, um die kaiserliche Bewilligung zu erlangen. Ueber dem Unternehmen waltete ein glücklicher Stern: Joseph von Hormayr Md. IX, S. 273^, der Groß- vater des Historikers, verwendete sich für dasselbe, ebenso der mit Vannett i be- freundete Joseph von Sperges sBand XXXVI, S. 133), und im Jahre 1733 langte mit einem huldvollen kaiserlichen Diplom die feierlicbe Bestätigung der Akademie herab. Joseph Valerian, welcker, wie später sein Sohn Clemen- t ino, die Stelle des Sekretärs an dem Institute versab, war es nicbt lauge ge- gönnt, sich seines Werkes zu freuen, denn er starb in voller Manneskraft, im Alter von 43 Jahren. Seine Hauptsä>rift ist unbestritten folgende: ^ ! lMantua-1772), in welker er alles Wun- !, derbare, was der Iohanniter Andrea l Vigna über das auf dem Monte Baldo ! befindliche Madonnenbild im Jahre 1368 ! niedergeschrieben, mit gesckichtsknndiger Hand abstreift und die Haltlosigkeit aller ! dem Vilde nacherzählten Wundergeschich- ! ten nackweist. Diese Schrift vollendete ! Joseph Valerian nicht, sondern es that dies nack dessen Tode ein anderer ! Roveredaner Namens Br id i , welcher sie > auck im Druck herausgab. Außerdem i sind von Vannetti burleske Gedicbte, ^ eine gelehrte Barbologie oder Gescbicl>te > des Bartes und eine von Sprachforschern geratzte Abhandlung über den Rove» redaner Dialekt erschienen. Im Jahre l734 verehelichte er sich mit der Toä'ter ! seines Freundes Saibante, mit der geist- vollen Laura Bianca, die ihm einen ^ einzigen Sohn (5 lernen tino s^s. d. Vori- ! gen S. 236^ gebar. Sie überlebte ihren Gatten um 34, ihren Sohn als 74jährige Greisin um zwei Jahre. 1738 hatten Bannet ti's Mitbürger denselben zum Provveditore ihrer Stadt erwählt, doch die Muße dieses seines amtlichen Berufes widmete er ausschließlich der von ihm ins Leben gernfeuen Akademie. O es te r re i ch i sck e N a t i o n a l - Encyk lo - p ä d i e von G r ä f f e r und Cz i kann (Wien l837. 8".) Vd. V, S. oll.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Band 49
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Ullik-Vassimon
Band
49
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
348
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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