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Gabriel 262 Väradn. Gabriel
Vaquant, siehe: Wacquant.
V^rady, Donat SzakmQy, siehe:
Lzakmary, Donat Värady M . XI.I,
V^rady, Gabriel «Mitglied des
ungarischen Repräsentantenhauses, geb.
um das Jahr 1820). Der Sproß einer
ungarischen Edelmannsfamilie. Für den
Soldatenstand bestimmt, wurde er. Zog- moralische Kraft, welche Ungarn besitze;
das Gesetz, das Recht, auf welche dieser
Beschluß gegründet, werde einen viel
größeren Erfolg sichern, als die Legionen
Bajonnete der factischen Gewalt, welche
nicht mehr. der Nimbus der Unüberwind-
lichkeit umgebe. Und so meinte er die
Verantwortlichkeit dafür übernehmen zu
können, daß er für den Beschluß stimme.
Diese Rede wurde gemeinschaftlich mit
ling eines kaiserlichen Cadeieninstitutes. ! denen von Tisza, Szalay, Kubinyi
Dann kam er in die königlich ungarische! und Bar ta l gehaltenen unter dem
Leibgarde, in welcher er 1843 als Unter-! Titel: „Debatte über Deä,k's Adresse
lieutenant diente. Nach Ausbruch der^ 16. Mai" (Pesth 1861, 8".> gedruckt.
Bewegung im Jahre 1848 schloß er sich ! V ä r a d y ward auch später immer
derselben an und fochl als Honv^d-' wieder in das Abgeordnetenhaus ge-
Hauptmann in den Reihen der Revolu-! wählt, in welchem ihn ein unterrichteter
tionsarmee. 1830 entkam er auf aben- j Kenner der ungarischen Verhältnisse zu
teuerliche Weise nach Stuttgart, wo er z den fünf Burggrafen der ungarischen
sich mit seiner Frau längere Zeit geheim z Linken zahlt. Derselbe schildert ihn schon
aufhielt. Aus dem Hintergrunde seines ^ im Jahre 1870 wörtlich folgendermaßen:
bis dahin unbeachtet gebliebenen Wirkens > „Unter den Universalgenies, an denen
trat er im Jahre -1861, in welchem er! alle unsere parlamentarischen Parteien so
vom Tecsöer Bezirke des Marmaroser! reich sind, ist V^rady eines der univer»
Comitates als Abgeordneter gewählt
wurde, in den mittels königlichen Ein» sellsten. Er schickt dem in seinem Comi-
tate erscheinenden Wochenblättchen ele>
ladungsschreibens vom ^4. Februar auf^ gisch> dithyrambisch«, sentimental» humo»
den 2. April in die königliche Freistadt !ristisch-, politisch«literarisch - kritische Cor»
Ofen einberufenen ungarischen Landtag. ! respondenzen aus Pesth ;u, die ihm in
In der 23. Sitzung am 16. Mai, in! den Augen seiner Freunde die Anwart'
welcher vor ihm Coloman T i sz a für den ! schaft auf die Intendantschaft des
Beschluß, sicherten. Er ist all»
Adresse gesprochen hatten, erhob er sich
l gewaltiger Herrscher über das reformirte
für den Beschluß. Er erklärt das Diplom Collegium in Szigeth, uon wo er voriges
vom 20. October, das Patent vom Jahr (1869) aus purem Liberalismus
26. Februar und die Thronrede vom ! und tiefer Achtung vor Meinungsfreiheit
l. Mai für ebenso viele Rechts» und ! einen Lehrer wegen eines unliebsamen
Gesetzverletzungen, er erklärt es für! Correspondenzartikels in kurzem Wege
lackerlich, wenn sich noch immer Leute! maßregelte. Er ist Eisenbahnverwaltungs»
finden, die da glauben, daß die Ungarn i rath und daher natürlich Finanzmann
Deputirte in den Reichsrath entsenden j und Staatsökonom von erster Qualität,
würden; um einen Beschluß zu fassen, ! Er war nicht nur Zögling eines österrei»
braucke man keine physische Gewalt, > chischen
Cadeteninstitutes, sondern später
kcine factifche Macht, dazu genüge jene! auch Honvödhauvtmann; wie kann es
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon