Seite - 280 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Bild der Seite - 280 -
Text der Seite - 280 -
eich) Michael Johann 289 Varleich (Familie)
am kaiserlichen Hofe mit seltener Präci.
sion leitete, so nahm er auch sonst fördern«
den Einfluß auf das gesammte Musik-
wesen des Kaiserstaates und auf die Ver«
Hältnisse der Einzelnen, da er die Kunst-
institute dieser Richtung nach besten Kraf-
jen unterstützte, wozu ihm in seinen Stel«
lungen als Präsident des Pensionsinsti»
tutes für Witwen und Waisen der Musiker
und als Ehrenmitglied des Wiener Man«
nergesangvereines auch äußerlich Gelegen»
heit geboten war. Graf Thaddaus
hatte sich mit Element ine Gräsin
Taaffe sgeb. 26. November 4793, gest.
1846), einer Tante unseres gegenwärtigen
Ministerpräsidenten Eduard Grafen
Taaffe, vermalt, doch blieb diese Ehe
kinderlos. Sein Tod wurde allgemein
betrauert. Mit dem Grafen Thaddaus
erlosch der letzte männliche Sproß seines
alten und berühmten Geschlechtes.
Wiener allgemeine Musik « Zeitu na.
Herausgegeben von Dr. August Schmidt.
V. Jahrg.. 3. Juli 4843. Nr. 80: „Nekrolog".
— Neuer Nekrolog der Deutschen
(Weimar 1847. Voigt. kl. 8".) XXI I I . Jahrg.
(1843) 1. Theil. S. 43?. — Schmid t
(August). Denksteine. Biographien von Igna;
Nitter von Seyf r ied, Iosep!) Edlen uon
Eybler u. s. w. (Wien 1848, Mechitaristen.
gr. 4".) S. 207 u. f.
Porträt. Unterschrift: Facsimile des Namens«
zuges „ThaddäuS Graf Amad6". S t a d l r r
1846 (litt).); gedr. bei I . Höfelich (gr. 4".).
Varleich vonNubna, Michael Johann
(Domherr,- Geburtsjahr unbekannt,
gest. zu Prag am 9. December 1804).
Der Sproß einer alten «echischen Adels«
familie, über welche die Quellen Näheres
berichten, widmete er sich dem geistlichen
Berufe, beendete die theologischen Stu-
dien, wurde Priester, dann Domherr und
zuletzt Dechant des Domherrencapitels
auf dem Prager Schlosse. Er war ein
gelehrter Herr und ein großer Freund und Förderer seiner Muttersprache. Ein be-
sonderes Verdienst erwarb er sich um das
ansehnliche Capitelarchiv, indem er das-
selbe vorab ordnete und dann ein voll»
standiges Verzeichniß der darin enthal-
tenen Urkunden zusammenstellte. Auch
verfaßte er aus diesen letzteren und aus
anderen älteren Druckwerken ein chrono-
logisches Verzeichniß oder eine Uebersicht
sämmtlicher Bischöfe, Erzbischöfe und
Domherren der St. Veiter Kathedrale.
Dasselbe wird noch zur Stunde im. Ca>
pitelarchiv aufbewahrt und führt den
Titel: „Oanon ssu. O^talo^us a.ut Xt-
o^pituli 6CQlesii!.o prinium.
ptnni 4789".
Kleber die Familie Varleicl) von Kubna. Die
Varleich oder, wie sie auch geschrieben er»
scheinen. Wahrlich von Bub na sind eine
uon den Grafen Bubna und Litic ver<
schiedene Familie, leiten aber gleich diesen
ihren Ursprung vom Schlosse Buben im
Pilsmer Kreise ab. Schon im fünfzehnten
Jahrhunderte macht sich das Geschlecht be»
merkbar, insbesondere als Georg Varleich,
der um 1450—4470 lebte, zur Partei Georgs
uon Podicbrad hielt, später aber, 4463, sich
zu dessen Geanern schlug. Gegen Gnoe des
fünfzehnten Jahrhunderts besaßen die Var»
leich das Schloß Wildstein, und immer wieder
ia der folgenden Zeit begegnet man einzelnen
Sprossen di»ses Geschlecktes.- so steht ein
Johann Varleich unter den Zeugen im
Testamente Wenzels von Noupa; in einem
Titularbuch aus dem I«.chre 1K34 finden wir
einen Stach und Wenzel Bart eich »er«
zeichnet; 4364 erklärten zwei Brüdrr. Jo-
hann Heinrich und Christoph, die lieber»
nähme ihres Erbtheils; 4375 erscheint ein
Hermann Varleich auf Ska« auf dem
Landtage, und in einem Titularbuch vom
Jahre 4389 lesen wir von einem Wenzel
Varleich auf Radkovicz, von einem
Adam Varleich auf Bi lutce und einem
Hermann Varleich auf Ie len und
Bläta, welch Letzterer 4602 starb und in
Ielen begraben liegt. Im ersten Viertel des
siebzehnten Jahrhunderts (4643) finden wir
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon