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Pas, 291 Vas, Ladislaus
als HilfsPriester in der Seelsörge und dann
als Secretär in der Diöcesankanzlei. Im
Jahre 1803 zum Professor der Kirchen-
geschichte am bischöflichen Seminar in
Steinamanger ernannt, folgte er 1843
einem Rufe als Professor desselben Gegen-
standes an die Pesther Universität, an
welcher er bis zu seinem Tode lehrte.
Ladislaus Vas that sich in seinem
Fache als steißiger Schriftsteller hervor.
Einige Zeit redigirte er die Zeitschrift
„iüä.oiNä.n.^03 F^üjteniön)^, d. i. Wis-
senschaftliche Sammlung, und selbständig
ließ er im Druck erscheinen: „ 6?-öm v6?-6",
d. i. Freudengedicht (Pesth 1830); —
6^.« (Pesth 1823, 8".);
in Folge dieser Abhandlung, welche sich
auf die von Ioh. Alb er herausgegebene
fünfbändige Kirchengeschichte bezieht,
entspann sich eine kleine literarische Pole-
mik, die mit der Schrift von Vas:
-« (Pesth 1827, 80.) ihren
Abschluß fand; —
(Pefth 1828, 8".);
. H.
. 9. Hia?'/
:" (id. 4^.). In
der obenerwähnten Fachschrift: „1uäc>>
niän.)"03 ^ü^teinön,^" sind mehrere
seiner Abhandlungen theils philologischen
und theologischen, theils kritischen und
geschichtlichen Inhalts abgedruckt, so:
„Demosthenes und Cicero"; —
„Ueber des Ignaz Szepessy Bibel des
neuen Testamentes" ^vergleiche Sze-
pessy's Biographie Bd. XI^II. S. 112 u- f-^I; — „Ueber die große jüdische
Synode, welche 1630 in Ungarn abge-
halten worden". Ueberhaupt hatte Vas
auf die kirchliche Literatur seiner Zeit ein
wachsames Auge, keine neue Erscheinung
derselben entging ihm, und wo er glaubte,
für das Ansehen seiner Kirche, für die
Wissenschaft, welche er vortrug, einstehen
zu müssen, that er es mit dem ganzen
Bewußtsein des Katholiken und der gründ«
lichen Kenntniß des Gegenstandes, den
er lehrte. I n Folge seiner ausgedehnten
Reisen durch einen großen Theil Europas,
und zwar durch Deutschland, Belgien,
Frankreich, England, Italien, sowie bei
dem Verkehre mit bedeutenden Männern
seines Faches gewann er einen Blick, der
ihn die Dinge von einem höheren um«
faffenderen Gesichtspunkte betrachten ließ.
Auch galt er in seiner Heimat für einen
gelehrten Priester. Die ungarische Aka-
demie der Wissenschaften ernannte ihn
im März 1832 zu ihrem Ehrenmitgliede;
die Pesther Universität erwählte ihn
wiederholt, 1819 und 1824, zum Dekan
der theologischen Facultät, 1828 aber zu
ihrem Rsotor m^riiüou«, und auch die
Kirche blieb in Verleihung ihrer Ghren
an den ausgezeichneten Theologen nicht
zurück, indem er ein Canonicat von Groß»
wardein und die Würde eines Abtes von
Batta erhielt. Vas arbeitete während
der ganzen 36 Jahre, die er als Professor
der Kirchengeschichte wirkte, an einer Zu-
sammenstellung seiner Vortrage zur Her-
ausgäbe derselben, er änderte auch das
bereits fertige Werk — da er sich selbst
nie genug thun konnte — wiederholt um,
aber die Drucklegung vereitelte der Tod,
von dem er wahrend einer neuerlichen
Redaction seines Manuscriptes ereilt
wurde.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon