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Vass (Genealogie) 293 ) Franz
den Hafen von Fiume und eine aus!
einem Manuscripte des Daniel-Corni-'
des citirte Stelle betrafen, in welcher^
eine gegen die Existenz Ungarns gemünzte z
Verschwörung enthüllt wird, concentrirt!
er den Kern seiner Rede in der Forderung:!
„daß der Einfluß der österreichi-!
schen Minister auf Ungarn auf«!
höre!!" Als er dann, besagten Cor-i
nid es noch immer in der Hand, erläu> !
tern will, was die Steinhügel von Alföld !
bedeuten, erschöpft er die Geduld seiner!
Zuhörer und, nachdem er dies gewahrt, j
auch den Born seiner Beredtsanikeit,
worauf er sich noch zu einer letzten That!
aufrafft, indem er dem Cardinal.Primas, !
welcher Versöhnung um jeden Preis
wünscht, die Worte zuruft: „Die Ver«
söhnung ist unmöglich, bis nicht die ge-
setzlichen Wünsche der Nation erfüllt
sind". Im Vorstehenden ist die staats-
männische Wirksamkeit des Grafen Sa-!
muel erschöpft. Wir haben nur noch
Weniges über seine schriftstellerische Tha--
tigkeit zu berichten. Dieselbe beschränkt
sich auf das Werk:
. ^ es / / /cöls/", d. i.
Neun Jahre aus dem Leben eines Ver-
bannten. .. Zwei Theile (Pesth 486t und
4862, Moriz Räth, 8".), in welchem er
seine Erlebnisse während seines (Ms schib
dert. Aus des Grafen Samuel Ehe mit
Rosa Eperjessy stammen ein Sohn:
Eugen, und drei Töchter: Maria,
mit S. Montbach, Iosepha, mit
Alad^r Salamon, und Emma, mit
Felix Freiherrn von Orczy vermalt.
Der ungarische Reichstag 18<U (Pesth
5861. Osterlamm. 8<>.) Bd. I l l , S. 61.
^nr Vtnealogie der Grafen Vass. Die Grafen!
Vass, auch Wass geschrieben und zur ^
Unterscheidung von anderen gleichnamigen
ungarischen Familien auch Vass-Czegei! geheißen, treten schon im dreizehnten Jahr-
hunderte auf. in welchem von zwei Brüdern
I « b und Thomas, Ersterer der Stamm-
vater des heute noch sprossenden Geschleckte?
ist. Jobs Ensel Nicolaus und Johann
(1346) pflanzten Beide daö Geschlecht fort.
Die Nachkommenschaft deä Ersteren erlosck
bereits in der dritten Generation, wäkrend
jene des Letzteren fortblühte. Auch der von
diesem gegründete Ast trieb anfangs mehrere
Zweige, bis dieselben endlich mit Johanns
Enkel Pau l sieben Generationen hindurä,
bis auf Georg in einem Aste verein:
bleiben. Letztgenannter Georg, der Dritte
dieses Namens, hatte mit Iudili? Aend<?ss^
drei Söhne, von denen Ladislans und
Johann zwei neue Zweige bildeten und
Joseph unvermält blieb. Der von Ladis-
laus entsproßte starb mit dessen Enkel Jo-
seph aus, Johann aber, königlicher Rath.
mit dem unsere Stammtafel beginnt, wurde
der Ahnherr der deutigen Grafen Vass.
denn sein Sohn Daniel, gleichfalls könig«
licher Rath, trat im I'^hre 4?4i in den
Grafenstand. Daniels Söhne: Nico-
laus und Georg aus erster und Adaur
aus zweiter Ehe, bildeten drei neue Zweige,
von denen jene des Nicolaus und Georg
schon in deren Kindern erloschen; Adams
Sohne Nicolaus und Daniel aber wurden
die Stammväter dcr heurigen zwei Haupt«
Zweige. Nicolaus (gest. t826) ist der Groß-
vater Samuels, dessenLrbenöskizze wir S. 292
mitgetheilt haben. Daniels drei Söhne:
Thomas (gest. 1831). Daniel (geb. 1777,
gest. 1844) und Georg (gest. 1863). bildeten
drei neue Linien deren heutiger Stand auä
der angeschlossenen Stammtafel zu ersehen.
Einige denkwürdige Sprossen der Familie Vass.
1. Franz, ein Sohn des Klausenburger Ober-
gcspans Georg . der alsKammerer in Diensten
des durch sein tragisches Ende bekannten Car»
dinals und Rathgebers der Königin Isab ella
Zavolya. Georg Utie«enoo i6«Marti«
nusiuS ^S. 160 dieses Bandes stand und
die Treue gegen seinen, Herrn bald mit dem
Leben gebüßt härte. Denn als am 17. De-
cember 1551 auf Castaldo'ö Geheiß der
Mord an dem Cardinal vollzogen wurde,
erhielt der zur Rettung seines Gebieters her<
beigeeilte Franz Vass sieben Wunden, von
denen er nur sehr spät genas. Dieser Franz
ist der Großvater des Johann Vass, mit
dem unsere Stammtafel anhebt. — 2, M i -
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon