Seite - 300 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Bild der Seite - 300 -
Text der Seite - 300 -
. Georg
verderblicher. Ein Geschütz nach dem anderen
sah sich dieselbe genöthigt, aus dem Gefechte
zu ziehen, so daß sie endlich durch eine frische
Batterie ersetzt werden mußte. Aber Väsär-
hely's Feurr wirkte auch auf diese ebenso
verderblich wie auf die erstere. Dies hob den
Muth der Mannschaft unserer Geschütze. Jeder
Vormeister bemühte sich, es Väsilrhely
gleich zu thun. und so wurde denn schon nach
fünf Lagen auch die neue französische Batterie
zum Schweigen gebracht. Aber der Gegner
einwickelte immer mehr Artillerie und ließ
bereits leine Infanterie zu Sturmcolonnen
sich formiren. Der tapfere Vormeister, die
Nichtigkeit seines Schusses kennend, brachte
nun Ladung auf Ladung mit ooller Sicherheit
und verheerender Wirkung in die französischen
Üolonnen und riß breile Lücken in die Reihen
der stürmenden Zuaven. Da wurde er von
einem Geschoß schwer an der rechten Schulter
getroffen. Aber mit antiker Seelenruhe unter»
drückte er seinen Schmerz, ermähnte die kämpf«
fähigen Kameraden zu Muth und Ausdauer
und behauptete bis zum letzten Augenblicke
seinen Platz, den er erst verließ, als Befehl
gegeben ward, das Geschütz aus dem Feuer
zu führen. Leider sind wir übcr das weitere
Geschick dieses Helden nicht unterrichtet. ^Lor<
beern, gesammelt uon den Soldaten des
kaiserlichen österreichischen Heeres im Feldzuge
1839. Nach officiellen Quellen (Wien 1863)
Heft 2, S. 39^. — 2. Franz Väsärhelyi»
Bäba, im achtzehnten Jahrhunderte lebend,
begab sich, nachdem er die unteren Schulen
in EnyeD besucht hatte, zur weiteren Aus«
bildung nach Frankfurt an del Oder. Daselbst
übertrug er des berühmten reformirten Theo<
logen Campegius Vitr ingaWerk über das
geistliche Leben ins Magyarische unter dem
Titel: „I^IKi slst 22 as: ^.2 Fr ^5115
2.N 1FK2 Kit iiitai I)6oltatott «L ö i, Ilka (Helene)
lövid leirnsg," (I'ra.neolui'ti 1722, 8".). Ver»
fasser des Originals ist nicht Campegius
Vi t r inga der Vater (geb. 1639. gest. 1722),
sondern dessen Sohn gleichen Vornamens (geb.
1693. gest. 1723). ^i"'cinz,l' l^e2iu«> 516-
inoi-ik UnuFKroruni et ^i-ovincialluiu sei-i-
M5 eüitis notoi-uin etc. (?oLouii 1777,
.^. I^oene, 8".) tarn. II I , p. 488.^ —
ä. Georg Väsiirhelyi (geb. Zu Maros-
Väsärhely in Siebenbürgen 136<, gest. zu
Klausenburg am 18. October 16^3). Im Jahre
<53i trat er in den Orden der Gesellschaft
Jesu, in welchem er zunächst sein Bestreben dahin richtete, im Missionswerke Verwendung
zu finden. Und so wurde er denn in der Folge
uon seinen Oberen, der Erste aus der Missions«
anstalt zu Also-Lenduiir. nach dem unter tür»
kischer Botmäßigkeit seufzenden Fünfkirchen
entsendet, um dort die von dem Moslem
geknechteten Christen in ihrer Gefangenschaft
zu trösten und aufzurichten. Nach mehrjähriger
Thätigkeit in seinem Missionswerke daselbst
folgre er einem Rufe des mit den Türken
verbündeten Siebenbürger Fürsten Gabriel
Beihlen nach Oyulafejsrvär. um die Leitung
des dortigen Jesuitencollegiums zu übernehmen
und zugleich das Predigtamt auszuüben. In
letzterem wirkte er zwanzig Jahre, bis zu
seinem Tode. Im D uck gab Väsärhelyi
heraus: „I^eti'i Oani8il 3. »I. Iv6r<.'82UL!ii
Peter (Hanisius von der Gesellschaft Jesu
kurzer Inbegriff der christlichen Wissenschaft
(Wien 1604; neue Auflage 1617. M, Formica,
12".), diese Schrift enthält überdies einen
Kalender, den ersten in Ungarn erschienenen,
eine Chronologie der römischen Päpste und
Kaiser und eine solche der Könige Ungarns
uon 373 bis 1609; — „T^iiodunv tsvol^ ä
k^rä.ese i^'o rövili keroütun^'i lel6l<erok",
d. i. Kurze christliche Antworten auf einige
verworrene Fragen (cbd. 1613; neue Auflage
Episteln der durch das ganze Jahr von der
Kirche bestimmten Sonn» und Feiertage und
Betrachtungen darüber (ebd. 1618), neben der
an den »luäsx ouriko Sigmund Grafen
Forgäch gerichteten Widmung wieder ein
Kalender; — «^2 kindkli nNa.w2.lc nösy
U.WI56 6olz;air6i valo int<.'36lc", d. i. Mah»
nungen über die vier letzten Dinge des mensch»
lichen Thieres (16..), — und n^ewpis 1'a-
n^äs n6z;>' lcön^vo", d. i. Die uier Bücher
des Thomas a Kempis (Klausenburg — ) ,
wenn ich nicht irre. die erste magyarische
Ueberschung dieses herrlichen Buches, ^ o -
st I'l-ovittQilllium. 5ci-i^ )ti8 eäitls notolum
(Visnna.6 1776, ^.. I^oevs. 8".) tom. I I I ,
l>. 489. — stasFs?' ^0
(VI6QN26 1835, 4°.) V. 376.1 " 4. I l ka
(Helene), eine Tochter des 1833—1833 als
Vicegespan des Araber Comitates fungirenden
Johann Väsärhelyi aus dessen Ehe mit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon