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Vasfi 304 Vasst
desselben folgten nach Vasek's Erkran»
kung Johann Lepar j^Bd. XV, S. 9^,
Wenzel Peöenka und Joseph Zukal.
Aber schon zu Ende 4863 hörte es in
Folge des Abganges der vorgenannten
Mitredacteure und da Vasek leidend
war, zu erscheinen auf. Im Jahre 4870
machte nun Letzterer Anstalten zur
Herausgabe eines neuen Blattes, des
„Opiivskv 1vä6l'nik", d. i. Troppauer
Wochenblatt, welches die oberwähnte
nationale Richtung streng aufrecht erhielt
und dessen möglichste Verbreitung in den
Nachbarprovinzen Böhmen und Mähren
angebahnt und sorgfältig gefördert wurde.
Im Jahre 4870 wohnte unser Schrift-
steller, der auch in anderen eechischen, vor-
nehmlich pädagogischen Blättern schrieb,
dem ersten cechischen Lehrercongresse in
Prag bei. So gibt uns Vasek das
Bild: wie ein Gedanke, für den ein Volk,
dessen Entwickelung bis dahin natur-
gemäß in humanen Geleisen vorwärts
schritt, weder schwärmte, noch dafür je
ein Bedürfniß empfand, als Keim ge<
pflanzt, allmälig Wurzel faßte; wie das
bis dahin in einheitlicher Stärke sich
friedlich entwickelnde Volk nun mit einem
Male in zwei Theile gespalten, durch
gegenseitige Befehdung, statt zu erstarken,
sich selbst lahmt, bis es die Beute eines
stärkeren dritten wird, der, um Sprache
und Nationalität unbekümmert, dasselbe
zermalmt und unbarmherzig seinem
großen Ganzen einfügt.
Vllsst, Moriz (ungarischer Schrift-
steller, geb. zu Waagneustadtl in
Ungarn 4818). Ein ungarischer Jude
mit dem deutschen Namen Eisler, stu-
dirte er anfangs den Talmud, dann,
1846, zu Pesth Medicin, wo er nach
Ausbruch der 4848er Bewegung Iour-
nalist wurde und eine Zeitung unter dem Titel: „Opposition" herausgab. Da
aber bei dem Vordringen der kaiserlichen
Armee an eine Fortsetzung des Blattes
nicht zu denken war, so stellte er es schon
nach kurzer Zeit ein und trat nun in
Temesvirr als Hilfsarzt in die Dienste
der revolutionären Armee, in welcher er
bis zur Bewältigung des Aufstandes
verblieb. Nun suchte er gleich Anderen
sein Heil in der Flucht und entkam über
Oberungarn nach Prag und von dort
nach Leipzig, wo er eine Neihe Artikel
^ über die ungarischen Zustande in Ku»
randa's „Grenzboten" veröffentlichte.
! Auch trat er daselbst mit Benkert (Kerd
beny) Md. I, S. 274 j^ in Verbindung
und gab mit ihm gemeinschaftlich das
Volksliederbuch „//«/iFoH n
^Le'p)ig 1832, Ieger) heraus. Diese
j Sammlung ist aus den Papieren, welche
Alerander Szi l^gyi aus den Wirren
der damaligen Zeit gerettet und nach
Leipzig geschickt hatte, zusammengestellt.
Unter der fingirten Firma Ieger barg
sich Ernst Kei l , der nachmalige Be»
gründer der „Gartenlaube". Auch ver-
einigten sich Kertbeny und Vasfi,
Ersterer unter dem Pseudonym Benkö,
zur Bearbeitung der deutschen Ausgabe,
! welche unter dem Titel: „Ungarische
Nationallieder. Nebersetzt von Vasfi
und Benkö" (Braunschweig 4832, Ieger,
46"., XXII und 370 S.) erschien. Diese
Uhland gewidmete Sammlung, welche
besonders nach Amerika abgesetzt wurde,
enthält 242 Lieder und politische Ge-
dichte, und zwar: I. Vor den März»
tagen die bekannten patriotischen Lieder
von Berzs^nyi bis Petöfi. I I . I n
den Märztagen: Gedichtenach Czuczor,
Petofi , Sarossy, Lävai, Arany,
Gyulai u. A.' I I I . Nach Vilägos.
Namenlose Lieder und deren aus dem
Nachlasse Petofi's oder ihm unter»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon