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Vasquez Juan Hyacintho (Genealogie)
maligen Kaiserin, längere Zeit zu Brunn
aufhielt und nun am Tage der Ein»
weihung unter anderen Kostbarkeiten
viele Kirchengeräthschaften aus Silber
und ein Vesperbild: „Die sieben
Schmerzen Maria" spendete, welches er
für den Hochaltar eigens aus Granada
mitgebracht hatte. Als Graf Vas-
quez, ein Greis von 73 Jahren,
am 19. December 1734, mit seiner
Gemalin zur kaiserlichen Hoftafel ge»
laden war, erfaßte ihn daselbst während
eines Gespräches mit dem Monarchen
ein so heftiges Fieber, daß ihn derselbe
nach Hause bringen ließ, wo er denn auch
vier Tage darauf starb. Seinem letzten
Willen gemäß wurde er auf dem Fried-
hofe des Marktes Brunn in aller Stille
beerdigt. Graf Vasquez hatte sich
zweimal vermalt, zuerst mit einer Tochter
des Grafen von Palas, Marquis von
Nialp, dann am 10. Juli 1748 mit
Mar iaAnna geborenen Gräsin Kokor-
z owa. — Diese Letztere (geb. in Böhmen
1711, gest. 23. Jänner 1798) war Stern«
kreuzordensdame und von 1770 bis
1780, dem Todesjahre der Kaiserin
Mar ia Theresia, Obersthofmeisterin
derselben. Sie überlebte ihre kaiserliche
Gönnerin um 19, ihren Gemal um volle
44 Jahre. Ihre sechsjährige Ehe mit
demselben blieb kinderlos. Wahrscheinlich
sind die heute noch in Oesterreich leben-
den Grafen Vasquez Nachkommen aus
des Feldmarschalls erster Ehe, doch konnte
ich mir darüber keine Gewißheit ver-
schaffen. Gräsin Mar ia Anna vererbte
ihr Vermögen einer Gräfin Wolken-
stein, geborenen Gräsin Aspermont-
Reckheim. Für das Wiener Waisen«
haus hatte sie aber am 13. Jänner 1774
für ein Kind ein Capital von 1300 st.
gestiftet, wofür das Präsentationsrecht
den gräflichen Erben zukommt. Sickingen. Darstellung des Erzherzogtums
Oesterreich unter der Enns (5831) Bd. I,
S. 136. — Zedler'6 Universal - Lexikon.
Vd. XI^VI, Sp. 696. — Wol f (Adam).
Kheuenhüller's Memoiren. Zweite vermehrte
Auflage (Wien 1859) S. 377.
Zur Venealagie der Vrafen Vasquez de Pinos.
Wie bereits in 5er Biographie des Feld»
marfchalls Juan Hyacintho Vasquez de
Pino5 berichtet wurde, fehlen uns alle Be»
helfe zur Genealogie dieser au5 Spanien
stammenden Familie, deren Prädicat ein Mal
P inas . ein ander Mal P inos lautet. In
der nichtssagenden Notiz S. 1031 des „Histo-
risch «heraldischen Handbuchs zum genealo»
gischen Taschenbuche der gräflichen Häuser"
(Gotha 1833. Justus Perthcs. 32".) heißt die
Familie: Vasquez«Pinas von Löwen«
thal ; in den Jahrgängen des „Gothaischen
genealogischen Taschenbuchs der gräflichen
Häuser" wird sie ein und das andere Mal
Vasquez»Pinas von Löwenthal , dann
wieder einfach Vasquez»P inos genannt.
So sehen wir uns außer Stande, eine be<
stimmte Angabe zu machen. Zedler führc
den Grafen Juan Hyacintho, der aber bei
ihm Jacob heißt, als Vasquez von Pinos
an, was wohl das Nichtige sein dürfte. Auch
fehlen uns alle Behelfe zur Aufstellung einer
Stammtafel, daher wir statt einer solchen
nur eine Uebersicht des heutigen Fa«
milienstandes geben. Den Grafenstand
erhielt die Familie schon — in Spanien —
1344 und die spanische Grandenwürde,
auf welche sie noch heute Anspruch macht, im
Jahre 131U. Außer den auf der Uebersicht
genannten Personen lebt noch die Witwe deK
k. k. Feldmarschall'Lieutenants Grafen V in-
cenz Vasquez de Pinos (geb. 31. August
1806. gest 14. August 1860), Frau Johanna
llljcrest geborene uon pnlkowitz (geb. 1819).
Der Name der Familie ist in den Reihen der
kaiserlichen Armee reich vertreten, so führt
Johann Svoboda in seinem Werke: „Die
Zöglinge der Niener-Neustädter Militäraka-
demie von der Gründung des Institutes bis
auf unsere Tage" (Wien 1870) fünf Sprossen,
Graf Andreas von Thürheim in seinen
„Gedenkblättern aus der Kriegsgeschichte der
k. k. österreichischen (mit dem Umschlagtitel:
österreichisch'ungarischen) Armee sechs Sprossen
d'eses Geschlechtes auf. Derjenigen, welche
durch besondere Tapferkeit sich hervorgethan,
geschieht im Folgenden besondere Erwähnung.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon