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Maüis. Patriz Olivicr 271 ^ Christoph
Boden gewinnen. Mit dem Platze zugleich
gelangten in die Hände des Siegers
211 Geschütze, 12 Centner Pulver
123.000 Kanonenkngeln, s/^ Millionen
Flintenkugeln, 6290 Kartätschenpatronen.
40.000 Bomben, 30.000 Portionen Brod,
334.780 Portionen Zwi^back, 18.000
Scheffel Mehl und 104.900 Scheffel Ge
tceide. Niemand wollte die Nachricht von
dem Falle der Festung dem Könige mit-
theilen, und als ein Adjutant dies that,
fand er keinen Glauben. So vollständig,
schreibt Eckardt, war der König von der
Unmöglichkeit dieses Wagestückes — das
dem Feldmarschall Loudon feindlich ge-
sinnte Officiere später einen „Croaten-
streich" nannten! — erfüllt, daß erden
Nnglücksboten mit den kurzen Worten:
»Ich sag' ihm aber, es ist nicht wahr —
schere er sich zum Teufel!" abfertigte.
I n der 7. Promotion vom 30. April 1762
erhielt Oberst Wal l is das Ritterkreuz
des Maria Therefien-Ordens. Nach dem
Friedensschlüsse, 1763, entwickelte er bei
Einführung eines neuen Systems der
Waffenübungen große Thätigkeit. 1767
erfolgte seine Erhebung in den Gra>
fenstand. 1771 zum Generalmajor
befördert, wurde er Waffeninspector der
Infanterie in Böhmen und 1777 Inha-
ber des 3ö. Infanterie-Regiments. Da
in Folge der 1771 angeordneten Robot-
regulirungen in Böhmen unter der land-
lichen Bevölkerung ernste Unruhen aus»
brachen und immer größere Ausdehnung
nahmen, so daß endlich auch die schärfsten
Maßregeln nicht den erwarteten Erfolg
brachten, erließ die Kaiserin das Patent
vom 13. August 1773, dessen Kundma»
chung jedoch in ganz feierlicher Weise
durch einen kaiserlichen Commissar vor sich
gehen sollte, welcher mit militärischem
Pomp durch das Land zu leiten und in!
jeder Kreisstadt von zwei Richtern und ^ einer Anzahl freigewählter Abgeordneten
aus jedem Gute zu erwarten war.
Diesen wurde dann in der Sprache des
Kreises das Gesetz vorgelesen und der
Inhalt desselben erklärt. Die Wahl zum
kaiserlichen Commissär fiel auf Wal l is ,
dem gleichzeitig die geheime Rathswürde
verliehen ward. Im Februar 1778 er-
folgte die Ernennung des Grafen zum
FeldmarschalbLieutenant, als welcher er
im Alter von 63 Iahven starb.
Archenholk (Johann Wilhelm von). Ge
schichte deö siebenjährigen Krieges in Dcncsch<
land. (Leipzig o. I.. Neclam l2",) I I . Theil.
2. l43 u, f. sArchcnholft gedenkt daselbst
l^Vd. I I , T iön u. f.) auch des verruchten
(5omplots des Baronü Warkotsch ^Nchc
diesen im uächücn Vande) und bringt da-,
mit einen Grafen Na l l i s , damaligen
t, k, Obersten, in Verbindung. Nachdem der
Plan glücklicher Weise mißlungen und der
Wiener Hof alle Theilnahme daran entschieden
in Abrede gesteil: hatte — wic eö ja auch
der Zall war — erklärte auch die Familie
der Grafen Wal l is öffentlich, daß d>r mir
Narkotsä) im Einverstandniß gewesene
Oberst W alI is mir ihr>.-m Hause qar nichc ver-
wandt sei. Wahrscheinlich ist es der folgende.^
Wüllisch, Christoph Freiherr (k. k.
Feldmarschall > Lieutenant und
Nitter des Maria TheresiewOrdens, geb.
in Mai land 1732, gest. zu Wien 2. Jan-
-ier 17l)3). Nach Abschluß des Aachener
Friedens (17. October 1748) trat er in
die k. k. Armee und gab in den ersten
Feldzügen des siebenjährigen Krieges
1736, 1737, 1738 und 4739 als Adju
tant des Generals der Kavallerie Grafen
Al thann so ausgezeichnete Beweise
von Bravour, Umstcbt und Entschlossen-
heit, daß er in Würdigung der vielen
trefflichen Dienste, welche er geleistet, bis
1739 vom Cornet zum Hauptmann im
Szluiner-Regimente vorrückte. Sein Ruf
in der Armee war so anerkannt, daß man
den Adjutanten mit Vorliebe im Vor-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Vrčevic-Wallner, Band 52
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Vrčevic-Wallner
- Band
- 52
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1885
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 342
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon