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MaUmoden 276 Mailmoden
Sohn geboren wurde, als hannoverischer
Gesandter in Wien, die Mutter Char-
lotte war eine geborene von Wangen«
heim. Ludwig erhielt seine Ausbildung
in der durch Schiller so berühmt gewor-
denen Karlsschule in Stuttgart und
wurde, als er starb, der „letzte Karlsschü-
ler" genannt. Nach beendeter Erziehung
kam er als Lieutenant in das hannove-
rische Leibgarde-Regiment. 1790 trat er
in preußische Dienste über, machte in den-
selben diö ersten Feldzüge gegen Frank-
reich mit und erkämpfte sich bei Kaisers-
lautern 1794 den Orden pourie inörite.
Als nach dem Baseler Frieden 1793
Preußen von der Sache der Coalition sich
trennte, nat er als Rittmeister beiVöcsey-
Huszaren unter Oesterreichs Fahnen. Im
April 1797 wurde er Major im General-
ftab und im folgenden Jahre Oberstlieu-
tenant im 1. UhlanewRegimente. Schon
damals stand er im Ruft eines tüchtigen
Parteigängers, ward gelegentlich auch
zu diplomatischen Sendungen verwendet
und im August 1801 zum Obersten und
Commandanten des Regiments ernannt,
welches er bis zu seiner im April 1807
erfolgten Beförderung zum Generalma-
jor commandirte. Hierauf nach England
entsendet, um mit der dortigen Regierung
wegen der Subsidien zu unterhandeln,
kehrte er nach glücklichem Abschluß der
Verhandlungen noch rechtzeitig zurück,
um an den denkwürdigen Schlacht-
tagen des 3. und 6. Juli 1809 bei
Wagram theilzunehmen, wo er sich den
Maria TheresienOrden erkämpfte. Es
war am zweiten Schlachttage; Mas-
sö na, von dem Corps des Feldmarschall-
Lieutenants K l e n a u zurückgeworfen,
hatte eine Verstärkung von 10.000 Mann
an sich gezogen und erneuerte seinen An-
griff. Wallmoden war auf Klenau's
linkem Flügel aufgestellt, mit der Bestim- ^ mung, dessen Verbindung mit dem gegen
das neue Wirthshaus vorrückenden dritten
Armeecorps zu unterhalten. Da siel er
mit demRegimente Liechtenstein-Huszaren
in die rechte Flanke der bei Aspern auf^
stellten feindlichen Division Boudet mit
solchem Erfolge, daß er derselben neun
Geschütze wegnahm. Durch diesen voll»
ständig gelungenen Angriff gewann unsere
Artillerie freien Spielraum und die Divi-
sion Boudet, welche des Feindes linken
Flügel bildete, wurde zum Rückzüge ge-
nöthigt, den sie nun auch an Aspern vor»
bei theils in die Mühlau, theils über
Esslingen nach Stadl-Enzersdorf, dabei
noch eine Haubitze einbüßend, ausführte.
Neue Lorbern erkämpfte sich Wallmo-
den auf dem Rückzüge unserer Armee nach
Mähren, als er am 9. Juli bei Holla-
brunn dem übermächtigen Feinde erfolg'
reichen Widerstand leistete und durch wie-
derholte mit den Huszarenregimentern
Liechtenstein und Blankenstein ausge«
führte Angriffe die feindliche Reiterei in
ihren Bewegungen aufhielt. I n den Rela»
tionen über diese Gefechte wurde General.
Wallmoden unter den Helden genannt,
und der Generalissimus Erzherzog Karl
verlieh demselben mit Armeebefehl vom
13. Juli im Namen des Kaisers das Rit-
terkreuz des Maria Theresien-Ordens.
Noch im August desselben Jahres zum
Feldmarschall'Lieutenant befördert, ging
Wallmoden als Divisionar nach Prag.
Oesterreich war nun durch den mit Frank-
reich abgeschlossenen Frieden lahmgelegt.
Ein kriegerischer Geist und von Thaten»
durst erfüllt, fand Wallmoden an die»
sen politischen Verhältnissen, an dieser
Ruhe auf die Dauer nimmer Beha-
gen, und so trat ex mit Erlaubniß seines
Monarchen 1812 in russische Dienste, in
welchen er das Commando über die von
den Generalen Dörenberg, Tetten-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Vrčevic-Wallner, Band 52
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Vrčevic-Wallner
- Band
- 52
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1885
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 342
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon