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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Vrčevic-Wallner, Band 52
Seite - 278 -
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Seite - 278 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Vrčevic-Wallner, Band 52

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Wallmoden 278 Mallmoden des Herzogs von Sachsen-Weimar.be- stimmt wurde. Er vereinigte sich nun bei Lenze mit der Brigade des sächsischen Generals von Gablenz, um die Beobach- tung von Lille und Valenciennes zu über- nehmen. I n dieser Aufstellung erreichte ihn die Nachricht von der Einnahme von Paris und der Beendigung der Feindselig- keiten. Sein Corps wurde aufgelöst, und er selbst trat, von fast allen Poren» taten mit Orden geschmückt, am 24. Mai 1813 in österreichische Dienste zurück. Im August 1816 übernahm er dasCommando der im Königreiche Neapel zur Aufrecht- haltung der Ruhe befindlichen k. k. Trup» pen. Als dann im Juli 1820 neue Unruhen daselbst entstanden, ließ Oester- reich zu deren Unterdrückung ein Armee» corps von 60.000 Mann unter Fr imont ' M . IV, S. 363^ dahin aufbrechen. I n diesem Heere befehligte Wallmoden eine Division und bildete mit ihr den linken Flügel. Ihm gegenüber führte General Pepe ein Corps von 10.000 Mann, dasselbe wurde im Gefechte bei Rieti geschlagen und auseinandergesprengt, da die Milizen bei den ersten Kanonen- schüssen davonliefen. Nach Niederwer- fung der Rebellion rückte Wal lmoden am 24. März 1821 in Neapel ein und erhielt hierauf den Oberbefehl über die Truppen, welche von da aus nach Sici» lien übergeschisft wurden, um auch dort die gestörte Ruhe wieder herzustellen. Bis 1827 führte er den Oberbefehl in ganz Sicilien und erwarb sich durch die Um- sicht, den Tact und die Besonnenheit, mit welchen er diesen schwierigen Posten ver- sah, die Hochachtung der gesammten Be- völkerung. Nach der Räumung des König- reichs beider Sicilien kam er zur Armee im lombardisch-venetianischenKönigreiche, wurce im September 1838 General der Cavallerie und 1848 Adlatus des Feld- > marschalls Radetzky, in welcher Eigen» ! schaft er mit bekannter Bravour und 5 rastlosem Eifer, ein damals bereits j 79jahriger Krieger, allen Schlachten und Gefechten dieses glorreichen Feldzuges beiwohnte. Wegen fühlbarer Abnahme der Kräfte sah er sich genöthigt, im November 1848 um den Ruhestand nach- zusuchen, der ihm auch in auszeichnender Weise gewährt wurde. Im September 1816 hatte ihm der Kaiser die Inhaber- stelle des 6. Kürassier-Regiments verliehen. Die Jahre nach seiner Versetzung in den Ruhestand verlebte der General größten- theils in Wien bis wenige Wochen vor. seinem Tode als Freund der Geselligkeit und eines durch geistiges Leben erhöhten Verkehres. Wie bei seinem verewigten Freunde Radetzky war auch bei ihm ein Beinbruch der Anlaß der Todeskrank- heit, doch gingen seinem Ende keine großen Leiden voran. Nm die österreichische Armee besitzt Wal lmoden unläugbare Ver- dienste', dieselbe verdankt ihm besonders ! die Ausbildung der leichten Infanterie und die Verbesserung des Tirailleur- systems. Seinem Aeußern nach eine eigen- thümlich kriegerische Gestalt, war er immer und überall ein tüchtiger Feldherr. I n den kühnen und glatten Windungen des Parteigängerkrieges, in der Kunst mir verhaltnißinaßig geringen Streitkräften den überlegenen Gegner wider deffen Willen zum Kampfe zu nöthigen, sich dann gleichsam an ihm festzusaugen und wiederum im rechten Augenblicke ihn trotz aller Gegenversuche von sich ab« zustreifen, wird er kaum noch über- troffen worden sein. Obgleich er in ver> schiedenen Armeen gedient, so zog ihn sein treues Soldatenherz doch immer wieder zu Oesterreich zurück, das in ihm eine der edelsten und imposantesten Erscheinungen verlor, deren die österreichische Armee bis
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Vrčevic-Wallner, Band 52
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Vrčevic-Wallner
Band
52
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1885
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
342
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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