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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Vrčevic-Wallner, Band 52
Seite - 286 -
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Seite - 286 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Vrčevic-Wallner, Band 52

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Wllllner, Fnuiz 286 ^ Franz Talchurg in den Jahren 1800. 180o und l80l). Von Anton Ritter von T ch a l l- dammer (Talchur^ 1«5:l. Meyr. i,r. 8".) S. 271—290: „Anton Wallner" und Bei' lagen 2. i:lo. t^2. l^^l. t:l<>. i:j?. l4<>. t4i. j42. l^4. 145 d, t4«. 148, 138. 174. 179. l83. 199, 206, 207. 208. Porträt. Unterschrift: „?I:Uon Wallner, vulxo Aichberger > Äuf! Für Gott. den Kaiser und ! das Vaterland". Gedruckt bei M. Toma (8".). ganze Figur, ziemlich schlechte Lithographie. Wllllner, Franz (Schauspieler und Schriftsteller, geb. in Wien 18l0, gest. zu Nizza am 19. Jänner 1876). Sein Familienname ist Leidesdorf — und nicht, wie hie und da vor- kommt, Leidersdorf. Sein Vater war nach Einigen ein wohlhabender Börsen» sensal, nach Anderen ein angesehener Kaufmann. Die Vorliebe, welche Franz von früher Jugend für die Bühne zeigte, brachte ihm viel Verdruß im Elternhause, und als er nicht mit Erlaubniß des Vaters zum Theater gehen konnte, floh er, kaum zwanzig Jahre alt, heimlich nach Krems, und indem er seinen Fami- liennamen mit dem Namen Wallner vertauschte, den er auch zeitlebens bei- behielt, betrat er dort im Jahre 1830 zum ersten Male die Bretter, welche die Welt bedeuten. ^Da Wallner in seinen verschiedenen Werken ausführlich sein wechselvolles Leben beschrieben hat, kön- nen wir uns im Folgenden auf eine Skizze beschränken und im Uebrigen auf des Künstlers eigene Mittheilungen ver- weisen.^ Mit der Wandertruppe, in welcher er sich befand, zog er dann meh rere Jahre umher und spielte in kleineren Städten und Marktflecken, wie in Wiener-Neustadt, Ischl, Helden- und Liebhaberrollen, ein Fach, das nichts weniger als zu des Künstlers Naturell und eigentlichem Wesen paßte. Durch Nestroy's Verwendung kam er in das Theater an der Wien, wo er im Anfang ganz unbeachtet blieb. Durch den imSep» tember 1836 plötzlich erfolgten Tod des als Dichter und Darsteller zum Liebling der Wiener gewordenen Ferdinand Rai- mund ^Bd. XXIV, S. 234^ trat eine unerwartete Wendung in Wallner's Geschick ein. Das Repertoire der Bühne, an welcher Raimund so viele Jahre und mit beispiellosem Erfolge gewirkt hatte, war mit dem Tode desselben ge- stört und eine Abhilfe im Momente kaum denkbar. Da bot sich Wal lner dem Director an, in Raimund's Manier den Valent in im „Verschwender" zu spielen. Wie war mit einem Male das Publicum überrascht und ergriffen, als ihm unerwartet auf den Brettern der Geist des unvergeßlichen Todten in der anmuthigen Gestalt eines unbekannten jungen Schauspielers erschien, der sofort in der ganzen Art seiner Rollendnrch- führung bekundete, daß er keineswegs ein blos mechanischer Nachaffer des Meisters sei, nicht etwa blos ein paar äußerliche Handgriffe ihm abgelauscht, sondern verständnißvoll die Poesie der Schöpfungen desselben in sich aufgenom» men und mit selbständiger Kraft aus sich wiedergeboren hatte. Wa l ln er's bisher auf einem ganz falschen Terrain verwendetes Talent war nun auf seinem richtigen Boden zur Geltung gekommen. Das bereits unter der persönlichen Mit- wirkung des Dichters so oft gesehene Stück erlebte in Folge der überraschend gelungenen Copie wieder eine lange Reihe von Vorstellungen, und Wal lner war, wie einst sein Vorbild, der gefeierte Liebling des Publicums. Bald trat er auch in den übrigen Rollen Raimund's mit gleichem Erfolge auf. Das zog, aber auf die Dauer würde dies Experiment
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Vrčevic-Wallner, Band 52
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Vrčevic-Wallner
Band
52
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1885
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
342
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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