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Maüner, Franz 290 Wallner. Agnes
11. Band in das „Museum komischer
Vorträge für das Haus und die ganze
Welt" desselben Verlegers in 3. und
4. Aufl. aufgenommen; — „In ernster
Stimmung. Oine Sammlung tian Nerlllmatianz-
vortragen ernsten Inhalts nan erprobter Wirkung.
Icn InschlnäZ zu llcr Fammlnng heiterer Vortrage
unter tlem Citcl: „Änter frohen Menschen""
^edd. 1869, V I und 193 S.) ; — „Tener
5'llna und Meer. Neisrbilder ans Nord und
Sud" (ebd. 1873, Zanke, 8"., 301 S.);
— „Vun lernen Vtrrn. Neiseski^en ans Aon-
stlllltinnprl, Jegqpteil untl Ficilien" (ebd.
1872, 8«., VIII und 3l1 S.)', — „ynn-
tlert Cagr ant' dem Tlil. Zvrizebiloer ans Ante»
vnd Ober-Zegiipten una Nnbirn. Im Zlnächln55
an baz Vnch oesselben Verkasseis. Nach deäZen
tinge5lllll>ten Hagebüchern herausgegeben uon
<l). I . Nrmpmolt l " (ebd. 1873, 8".,
VIII und 4l3 S.); — in Gemeinschaft
mit Alexander Wagner: „Aus Süd nnd
UM. Neisrplüudrrritn nntl Studien" (ebd.
1876, 8"., 301 S.) und in dem Sammet-
w>rke „Bibl iothek für Haus und
Reise": „Aus meinen Erinnerungen";
— „Aus der Theaterwelt" und „Aus
meinem Wanderbuche. Italia". Wall-
ner war für seine erfolgreichen Bemü«
hungen um die Hebung des Theaters in
Berlin nicht unbelohnt geblieben. Der
König von Preußen verlieh dem von
Leiner Majestät dem Kaiser von Oester-
reich früher schon mit dem Franz Joseph-
Orden Decorirten außer dem Titel eines
königlichen Commissionsrathes auch einen
seiner Ortxn, Auszeichnungen, nach
denen der nicht geringe Ehrgeiz des'
Künstlers stets gestrebt und die ihm eine
Freude ohne Gleichen machten. Aber ein
Schatten fallt doch auf den Charakter
Wallner's, der ein Oesterreicher, ja
ein geborener Wiener war. Wir citiren
l)ier wörtlick das Wiener Journal
«Presse", aus dessen Nummer 166 vom denkwürdigen Jahre des unglückseligen
Bruderkrieges 4866: „Daß F ranz
W a l l n er, Besitzer des österreichischen
Franz Joseph-Ordens, derselbe, der heute
noch wienerischer spricht, als zehn 3er-
chenfelder, daß dieser Wal l ner unter
dem Aufruf steht, der mit den Worten
schließt: „Gott verleihe Preußen rühm«
vollen Sieg!" ist eine Thatsache, die auch
für die Wiener einiges Interesse hat und
und die sie sich jedenfalls wohl merken
sollten". Und diese That, wollen wir
lieber sagen Unthat, wird nicht abge-
schwächt durch Wallner's vom 14. Juni
1866 aus Berlin datirte und in der
nämlichen Nummer der „Presse" enthal-
tene Erklärung, in welcher er an alle
Autoren der Bühne die Bitte stellt, sich,
da er ein geborener Oesterreicher sei und
liebe Verwandte und Angehörige in
beiden Lagern habe, in den ihm für seine
Bühne anvertrauten Arbeiten aller poli-
tischen Ausfälle zu enthalten, da die-
selben, sobald sie die Grenzen des Harm-
losen Scherzes überschreiten, in dieser
tiefernsten Zeit bei dem gebildeten Publi-
cum Berlins keinen Anklang finden. Das
ist ein Ianuskopf. der ganz gut in der
Mythologie der Römer seine Stelle hat,
aber nicht auf den Rumpf eines ehren-
haften Oesterreichers paßt. — Wie wir
in der Biographie schon erwähnten,
war Wal lner verheiratet. Seine Frau
Agnes (geb. in Leipzig 22. December
1826), eine geborene Kretschmar, von
zwölf Geschwistern d'e jüngste, verlor,
als sie zwei Jahre zahlte, den Vater
durch den Tod. Von ihrer Mutier wurde
sie in eine Tanzschule gebracht, und Di»
rector Ringelhardt nahm sich des
talentvollen Mädchens an und ließ es in
Kinderrollen auftreten. Robert B lum,
damals Theatersecretär in Leipzig, ge-
wann das gelehrige Kind lieb und nahm
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Vrčevic-Wallner, Band 52
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Vrčevic-Wallner
- Band
- 52
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1885
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 342
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon