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Wallner, Joseph 294 Wallner, I. R.
irrigen Taufnamcn Georg mit dem Beisätze
„insgemein Eichberger", erscheint in Hor»
may r ' s „Lebensbildern" unser wackerer
Windisch-Matreyer Wirih Anton Wal ln er,
dessen auf S. 28l in ausführlicherer Lebens«
skizze gedacht wurde. ^Lebensbilder aus
dem Befreiungskriege. I. Ernst Friedrich
Herbert Graf Münster (Jena 1843. From«
man 8".) zweite vermehrte Auflage. I. Ab«
theilung. S. 404). — 9. H. R. von
Wal lner ist ein zeitgenössischer Komponist,
von dem wiederholt Gesangs» und Tanz«
Compositionen zu Wien im Druck erschienen
sind. und zwar 1863 bei G l ö g g l ..Der Schä.
fel" von Uhland: „Der schöne Schäfer
zog so nah" Lied für eine Singstimme
mit Begleitung deö Piano. 0p. 2. und
1867 bei Hasl inger: „Ovtkei-a, ^olk«,
ti-Hn?Hi5<i". Für Pianoforte zu zwei Händm.
— 10. Johann Peter Wal lner (geb. zu
Murau im Iudenburger Kreise der Steier«
mark am 23. October 1744. Todesjahr un«
bekannt). Derselbe stand im kaiserlichen
Staatsdienste als Rechnungsofsicial bei der
k. k. Provincial'Staatsbuchhaltung in Gratz
und ist Verfasser folgender Schriften: „Chronik!
drr fürstlich Schwarzenberg'schen Stadt
Murau" und „Genealogie der Herren von
Liechtenstein zu Murau und ihrer Descen»
denz drr Nicolsburg'schrn Linie", beide un«
gedruckt. Die Handschriften dürften sich im
Schwarzenberg'schcn Archiv zu Murau
oder doch in einem anderen der fürstlichen
Archive befinden. Wann Wal lner starb, ist
nicht bekannt, doch dürfte er 1810 noch ge-
lebt habm, da Ninkler das Todesjahr des«
selben nicht angibt. sW i n k l e r n (Johann
Baptist oon). Biographische und litera«
rische Nachrichten von den Schriftstellern und
Künstlern, welche in dem Herzogthume Steier«
mark geboren u. s. w (Gratz 1810, Franz
Forstl. kl. 8".) S. 248.^ — 11. Joseph
Wallner diente in der kaiserlichen Armee
und war 1843 Untcrlieutenant höherer
Gebühr bei TtephaN'Infanterie Nr. 38. Am
10. October 1848, damals Oberlieutenant,
befand er sich auf der Schönbrunner Schloß»
wache. Am Nachmittag dieses Tages erhielt
er die bedenkliche Nachricht, daß sich in Meid»
ling eine große Anzahl bewaffneten Pöbels
in der Absicht versammele, den k. k. Muni«
tionstransport. welcher denselben Vormittag
mit leeren Wagen durch Meidling gefahren,
auf seiner Rückkehr mit der Ladung zu erwar>
trn. aufzufangen und derselben sich zu be» mächtigen. Nachdem sich Wa l ln er durch
vertraute Individuen oon der Wahrheit dieser
Angabe überzeugt und erfahren hatte, daß der
Pöbelhaufe wohl an 2000 bis 3000 Menschen
stark sei, traf er sofort Anstalten, um das
Vorhaben desselben zu vereiteln. Er berieth
sich darüber mit dem gleichfalls auf Wache
befindlichen Nationalgarde'Hauptmann Iosepb
Mar t in , dessen treue Gesinnung ihm bekannt
war. Dieser schlug vor, statt deä Weges
durch Meidling, den der Transport deö
Morgens genommen, den zweckmäßigeren und
allem Anscheine nach gefahrlosen einzuschlagen,
welcher durch Schloß und Garten von Schön«
brunn bei dem grünen Thore über die Felder
nach dem Neugebäude führe. Wal lner bc«
fragte nun mehrere mit den örtlichen Ver-
hältnissen vertraute Bewohner des LiMchlosses
und erhielt von allen Seiten Angaben, welche
mit jenen des Hauptmanns Mar t in überein-
stimmten. Hieoon gab er sofort dem eben an-
wesenden Hauptmann des Generalquartier-
meisterstabes , welcher die Marschroute
über Meidling und Gauoenzdorf mit sich
führte, Nachricht und bestimmte ihn, daß
der Munitionstransport, welcher aus etwa
?0 Wagen und einer Escorte von 2 Bataillons
Infanterie und einer Escadron Cavallerie be,
bestand, von der erstbezeichneten Route ab»
weiche und seinen Weg durch das grüne
Thor nehme. Der Plan gelang vollkommen
der Transport gelangte ungefährdet an seine
Bestimmung, während der Pöbelhaufe den»
selben bis Zwölf Uhr Nachts erwartete und
um die angehoffte Munitionsbeute kam, wo«
bei es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem
sel/r blutigen Eonft-.cte zwischen Pöbel und
Militär gekommen wäre. Wal ln er wurde
später Hauptmann, erscheint aber bereits
im Jahre 1863 nicht mehr in der kaiser»
lichen Armee I/Dunder (W. G.). Denk-
schrift über d!e Wiener October<Nevolution
u. s. w. (Wien 1849. 8".) S. 271.) —
12. Eines Joseph W a l l n e r gedenkt
auch August N e i l r e i c h in seiner „Ge»
schichte der Botanik in Niedrrosterreich"
S. 64 der Abhandlungen (V. Jahrgang
1853) des zoologisch »botanischen Vereines
in Wien. Er bezeichnet ihn als Beamten
der österreichischen Nationalbank und nennt
ihn unter jenen Botanikern, welche sich um
die Flora von Wien nnd des Kreises unter
dem Wiener Wald verdient gemacht haben,
gibt jedoch die Verdienste Wa llner's in be»
sagter Richtung nicht näher an. — 13. I . 3t.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Vrčevic-Wallner, Band 52
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Vrčevic-Wallner
- Band
- 52
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1885
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 342
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon