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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 131 -
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Meiß, Karl Karl geordneten Archiv begann Weiß zu dessen besserer Nutzbarmachung die An- lage eines chronologischen Urkunden- repertoriums und einer Sammlung von Regesten über die in anderen Archiven enthaltenen auf Wiens Geschichte Bezug habenden Nrkunden. Auch vermehrte er das Archiv durch Einverleibung der wich- tigeren Acten der Präsidialregistratur der Jahre 1783—1847. Eine neue, den heutigen archivalischen Grundsätzen ent» sprechende Aufstellung des Urkunden- archivs mußte aus räumlichen Rücksichten bis zur Uebersiedlung in das neue Rath- Haus aufgeschoben werden. Daneben wurde aber Weiß auch nach anderen Seiten hin, namentlich von der Ge- meinde selbst in Anspruch genommen, so erstattete er auf Grund neuer archiva- lischer Forschungen historische Gutachten zur Lösung verschiedener rechtliche An- sprüche der Gemeinde berührender Fra» gen, wie über das Eigenthum verschie- dener Armenfonde, der Linienwälle und mehrerer vom Stadlerweiterungsfonde beanspruchter Grundflächen. Dann lie> ferte er zu den von dem damaligen Bürgermeister^Stellvertreter I)r. I . be- wald ausgearbeiteten und im Drucke veröffentlichten „Vorlagen zur Revision der Gemeindeordnung" die geschichtliche Entwicklung der Wiener Gemeindever- fassung von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1860, ferner eine Darstellung der Entstehung der einz^nen öffentlichen Volksschulen Wiens, des städtischen Bau» amtes, der städtischen Kasernen am Salz- gries und am Getreidemarkt. Er gab auf Grund eines von ihm verfaßten Gräberbuches über die in den Friedhöfen Wienö beerdigten Leichen hervorragender Personen die Anregung zur Schaffung einer besonderen Anlage für die Grab- stätten berühmter Personen auf dem Centralfriedhofe; entwarf die Programme zu den von Bürgermeister Dr. Felder herausgegebenen die Jahre 1867—1876 umfassenden großen Verwaltungsberich- ten, sowie zur plastischen und malerischen Ausschmückung des nenen Rathhauses', er hatte nach dem, wieder auch von ihm ausgearbeiteten Plane die historischen Ausstellungen der Stadt Wien in den Jahren 1873 und l883 in Ausführung zu bringen; 1873 die Leitung des städti- schen Waffenmuseums zu übernehmen', 1879 an der Durchführung des zur Feier der silbernen Hochzeit des Kaisers Fran z Joseph I. und der Kaiserin Elisa- beth veranstalteten großen Festzuges mitzuwirken. Außerdem wurde er wäh» rend der Verwaltung der Bürgermeister Oi-. Felder, Oi-. I . Newald und E. Uhl zu schwierigen außerordentlichen Arbeiten verwendet, so fiel ihm beson- ders während der Amtsdauer des Ersteren die Aufgabe zu, die Tagesprejse über die wichtigsten Begebenheiten im Gemeinde- leben in laufender Kenntniß zu erhalten. 1882 ertheilte ihm der Gemeinderath den Auftrag zu einer Studienreise nach Deutschland, Frankreich und Belgien, um die daselbst gewonnenen Erfahrungen dann bei der Einrichtung des Archivs, der Bibliothek, des Waffenmuseums und des zu errichtenden historischen Mu> seums im neuen Rathhanse benutzen zu können. Werfen wir nach dieser Darstel» lung seiner zunächst im amtlichen Berufe entwickelten Thätigkeit noch einen Blick auf sein literarisches Schaffen. Dasselbe reicht bis in das Jahr !843 zurück, wo der damals Neunzehnjährige unter dem Pseudonym K a r l S t r u v e kleinere schöngeistige Arbeiten in den Zeitschriften „Der Sammler", „Sonntagsblätter" und „Die Gegenwart" veröffentlichte. Die erste selbständige Schrift, welche er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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