Seite - 135 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
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iß/ Karl Franz Joseph 1ZZ Meiß, Karl Franz Joseph
kaiserlichen Regierung (1836 — 4880)
eingesetzten Comites die Geschäfte eines
Schriftführers. Diese amtliche und lite-
rarische Thätigkeit blieb in den maß-
gebenden Kreisen nicht unbeachtet und
ungewürdigt. Von seiner Majestät dem
Kaiser erhielt er anläßlich der Ueber-
reichung seiner „Geschichte der Rathhaus-
capelle" 1862 die goldene Medaille für
Kunst und Wissenschaft; aus gleichem
Anlasse für sein Buch: „Alt- und Neu-
Wien ^n seinen Bauwerken" 1874 eine
Brillant-Busennadel; für seine „Ge-
schichte der Stadt Wien" 1872 das
Nitterkreuz des Franz Joseph-Ordens
und nach Durchführung der historischen
Ausstellung im Jahre 1884 den Titel
eines k. k. Regierungsrathes', der Ma-
gistrat der Stadt Wien aber ertheilte ihm
l83() das Bürgerrecht, während der
Gemeinderath die Leistungen des ver-
dienten Mannes vielfach durch ehrenvolle
schriftliche Anerkennungen würdigte.
Weiß, Karl, siehe: Weiß, Wilhelm
^in den Quellen, S. l")3, Nr. 20, 21
und 22^j.
Weiß von Teufenstein, Karl, siehe:
Weiß, Wilhelm j > den Quellen, S. 134,
Nr. 23^.
Weiß, Karl Franz Joseph <Schr i f t-
steller, geb. zu K la t tau am 23.,
nach Anderen 26. September 1846).
Als Sohn eines österreichischen Caval-
lerieofsiciers für die Laufbahn des Va°
ters bestimmt, tl,at er mit eilf Jahren
in das zu Gisenstadt in Ungarn befind-
liche Cadeteninstitut ein. Aus demselben
ging er zur weiteren militärischen Aus»
bildung 1862 in die Wiener-Neustädter
Akademie, aus welcher er am 9. Mai
l866 als Lieutenant minderer Gebühr
zu Coronini-Infanterie Nr. 6 eingetheilt < wurde. Mit seinem Regimente machte er
den Feldzug 1866 in Italien mit und
rückte Ende Juni dieses Jahres zum
Lieutenant höherer Gebühr vor. Nach
dem Friedensschlüsse kam er mit seinem
Regimente nach Temesvär in Ungarn
und wurde Adjutant. Aber nicht lange
mehr blieb er Officier. Im Jahre 1869
trat er am 1. November in den Ruhe-
stand und schon am 23. December ganz
aus dem Verbände der kaiserlichen Armee,
worauf er sich unbehindert vermalte. Zu-
nächst nahm er eine Stelle als provi-
sorischer Lehrer an der deutschen Real-
schule in Temesvar an, in welcher Eigen»
schaft er durch sechs Jahre verblieb, in
seinen Mußestunden besonders mit dem
Studium der deutschen Literaturgeschichte
und der ungarischen Sprache beschäftigt.
1877 legte er in Pefth sein Staats'
eramen ab und wurde noch im Septem-
ber desselben Jahres ordentlicher Pro»
fessor an der Staatsoberreatschule zu
Döva in Siebenbürgen. Nacb sieben-
jährigem Wirken daselbst kam er 1884 in
gleicher Eigenschaft an die Oberrealschule
zu Stuhlweißenburg, an welcher er nocb
zur Zeit sich befindet. Als Schriftsteller
war er unter dem Pseudonym Karl
Schrattenthal thätig, und sind von
ihin bisher erschienen: „Gedichte" (1871);
— „ZnUricg nnd Frieden. Geschichten aus dem
ZMlltcnlrken" 2 Theile (1878); — „Nie
Megerinrn der nntillnul-germanischen (Min-
sage" (1882); — „Frauen auf dem Hwriill55"
(1883); — „NrntscheNichterinen nnd schritt-
stellerineii in Nähmen. MHrrn nnd Schlesien",
welche literarhistorisch - biographischen
Skizzen zueist in den Jahrgängen 1884
und 1883 des von Wilhelm Nessel her»
ausgegebenen Unterhaltlingsblattes „Rei-
chenberger Familienfreund" erschienen
sind. Auch hat Weiß wiederholt poe-
tische Arbeiten von Damen, und zwar
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon