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Meiß von Starkenfels (Genealogie)
kämpf aus Oldenburg verheiratet, die
er schon vor mehreren Jahren durch den
Tod verlor.
Neue Freie Presse, 12. November 1874.
Nr. 366!>: „Ultramontanes aus Oberöster«
reich". — Allgemeine Zeitung (Augs»
bürg. Cotta. 4°.) 1876. Nr. 60 und «3:
„Oesterreichische Monarchie, Wien, 2?. Februar
und 4. März". — Neues Wiener Tan«
blatt, 187U. Nr. 170: „Aus der Vassauer
Zeitung". — Presse (Wiener polit. Blatt)
1870. Nr. U26.
Zur Venealagie der Weiß oon Starkenfels.
Der Stammvater der heutigen Edlen von
und Freiherren Weiß von Starken fels
ist der ehemalige staatsräthliche Referent
Johann Baptist Weiß, der wegen seiner
Verdienste im Jahre 1821 in den Adel«
stand mit dem Prädicate von Starken«
fels erhoben wurde. 1. Johann Baptist
(geb. in Wien 1782. gest. daselbst 7. Nouem«
ber 1847) widmete sich, nachdem er an der
Wiener Hochschule die juridisch «politischen
Studien beendet und daraus die Doctor»
würde erlangt hatte, vorab dem Lehramte
und erhielt 1807 die Professur der Welt-
geschichte am Lyceum zu Linz. Später trat
er vom Lehrfache zum Justiz- und dann zum
politischen Dienste über, wurde erst Rath
beim Stadt» und Landrechte in Linz. in der
Folge Polizeidircctor. darauf Kreishauut»
mann daselbst; I8:l4 zum Hofrathe bei der
Studienhofcommission in Wien ernannt, kam
er an Stelle des Freiherrn von M i kos zur
Dienstleistung in den StaatSrath, in welchem
er am 2l. October 1852 in den Status der
staatsrechtlichen Neferenten oorrückte. In dieser
Eigenschaft starb er im Alter von N6 Jahren.
Ihn überlebten drei Söhne: August, Theo-
dor und Victor. — 2. August (geb.
1820) beendete vorerst die juridisch«politischrn
Studien an der Wiener Hochschule und tra-t
1848 als Cadet in die kaiserliche Armee ein.
In derselben rückte er zum Lieutenant, Ober«
lieutenant, zuletzt zum Rittmeister im Aoju»
tantencorps vor. In letzterer Eigenschaft wurde
er für tapferes Verhalten in der Schlacht
bei Solferino (24. Juni 1839) mit der aller»
höchsten Belobung und später mit dem Orden
der eisernen Krone dritter Classe ausgezeichnet,
aber noch im nämlichen Jahre erlag er den
Strapazen des Feldzuges. — A. Des Vorigen
ältester Bruder Theodor (geb. 1813) hörte
v. Wurzbach biogr. Leiikon. I^IV. ^ Meist, Wilhelm
wie jener die Rechte in Wien. trat aber dann
als Conceptspracticant bei der niederösterrei«
chischen Regierung ein; später kam er als
solcher zur allgemeinen Hofkammer, wurde
dana bei der
steiermärkischen Camcralgefällen'
Verwaltung in Gral; stufenweise Concipist.
O'ommissärund T^reiar. und endlich (5ameral-
Bezirksoorsteher in Galizien. Von dort ging
er in letzterer Eigenschaft und als Gremial»
rath wieder nach Niederüstcrreich zurück, ward
dann Regiemngsrath im Ministerium des In«
nern. in der Zeit der für Oesterreich so ver»
hängnißuollen Reaction bis 183!) Polizei«
director in Wien. später Generalinspecior des
Gefängnißwesens in Oesterreich und zuletzt
Hofrath beim obersten Rechnungshöfe. Schon
1830 erhielt er den Orden der eisernen Krone
dritter Classe, 1832 das (5omthurkreuz des
Franz Joseph-Ordens, I86li das Ritterkreuz
des Leopoldordens, bei Gelegenheit seines
Uebertrittes in den Ruhestand im Iabre 1872
die Freihcrrnwürde. Freiherr Weiß von
Starken fels ist seit 1830 mit Gabriele
Gräfin Hasser von hlMHem verheiratet. Neber
V i c t o r siehe die besondere Biographie
S. 143.
Weiß, Wilhelm (Abenteuerer, aus
I l l ava in Ungarn gebürtig), Zeit»
genoß. Einer der merkwürdigsten Aben-
teuerer, die es je gegeben, der in ver>
hängnißvollen Zeiten eine wichtige Rolle
spielte und von bedeutenden Männern
zu ihren auf das Verderben Oesterreichs
gerichteten Zwecken ausgenützt wurde.
Wir sind außer Stande, die Schliche und
Fahrten dieses Hochstaplers erster Classe,
der aber auch Spions- und politische
Agcntendienste leistete und dabei, unver-
hohlen gesprochen, eine gewisse Genialitat'
bekundete, in allen ihren Verwicklungen
darzustellen, so lehr« und inhaltreich eine
solche Darstellung nach jeder Seite hin
wäre. Er trat unter allen möglichen Ver-
kleidungen und den verschiedensten Namen
auf, so z.B. als Iazinger, Lanzin-
ger, Iasniker, Joseph Deutsch,
Feysfy, von Patak, Rosenberg,
Szab<>, Thomas Baron Vay, Lich-
13. Sept. 1886.) ^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon