Seite - 148 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
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is), Adolf 148 Weiß, Albert
von dem Großgrundbesitze dieses Landes
1872 in daö Abgeordnetenhaus des österrei-
chischen Neich^rathcs gesendet und auch 1875 i
und 187^ als Tepuiirter wiedergewählt. Er i
hat sich an verschiedenen C'isenbadnbauten
und cinigcn sinanciellen Unternehlnungen be<
tdeiligt. Bei der Kreditanstalt in Nim ist er
Verwaltungsracb und Mitglied der Dircc-
tion. bei der Ostrau-Friedlander Bahn Präsi-
dent des Verwaltungsrathes. ferner Comite«
Mitglied der niederösterreichischen Escompte«
gescllschaft. Im Frühling 1872 befand sich
bei einer entweder erfundenen oder wirklich
bestandenen Ministerkrisis sein Name auf
der Ministerliste. und zwar wurde. Weiß als
Nachfolger de-2 Dr. Ban Hans für das
Handelsportefeuille und wieder als solcher
des Freiherrn de Pret is für das Finanz»
Portefeuille bezeichnet. Keine dieser <5ombina<
nonen hat sich verwirklicht, aber Dr. Weiß
ist zur Zeit noch immer eines der thatigsten
Mitglieder des Abgeordnetenhauses. 1878
zeichnete it?n Seine Majestät mit dem Orden
der eisernen Krone dritter Classe aus. sN rue
Freie Presse. 19. Mai 1872, Morgcnblatt.
in der Rubrik „Inland": „Wien. 18. Mai,
Krisengerüchte". — Porträt. Holzschnitt m
der Porträtgruppe der Abgeordneten des
österreichischen Neichsrathes, welche die „Neue
Illustrirte Ze.tung" (Wien. Zamarski, kl. Fol.)
1861, Nr. 16 brachte. — Adolf Weiß. siehe
3.93 DavidWeiß, im Texte. — 2. Adolf
Weisz ist ein zeitgenössischer österreichischer,
und zwar nach der Schreibung seines Na»
inens und den ron ihm behandelten ungari»
schm Stoffen zu urtheilen, ungarischer junger
Waler, der aber, wie es den Anschein hat.
im Ausland seine künstlerische Ausbildung
erlangte und in Paris lebt. Ein Bericht-
erstatter über die österreichische Kunstabthei-
lung auf der Pariser Weltausstellung 1878
schreibt ühcr ihn: „An Munkäcsy und
Zichy schließt sich Adolf Weisz. welcher
mit liebenswürdigem Humor Scenen aus
dem ungarisch-slauischen Volksleben zur An»
schauung bringt. Seine „slavische Braut", die.
vor dem Spiegel
stehend, sich zum Kirchengan.^e
putzt, gibt ein reizendes Zeugniß seiner Mal«
weise." Von späteren Werken dieses Künst»
lcr6 sind bekannt auö dem Pariser „Salon"
1882.- «Rens und Bob"- — l883: „Zwei
Frauenbildnisse" und 1884: „Namouna".
wieder eine jener Nuditaten, mit denen die
Pariser Schule in mißverstandener Auffassung
des wirkl,ch Schönen den Geschmack d?ö ' Publicums vergiftet. Warum Weisz seine
entblößte Dame Namouna nennt, bleibt
uns unerfindlich, da sie nichts weiter als das
Conterfei einer liegenden nackten Pariser Gri»
sette mit aufgelösten Haaren ist, die freilich
auch statt des vulgären Pariser GrisetteN'
namens den verlockenderen indischen erhalten
hat. ^Oesterreich! sche Kunst-Chronik.
Herausgegeben und redigirr von Dr. Heinrich
Käbdebo (Wien, Reisser und Werthner,
4°.) I. Jahrg., 13. November 1878. Nr. 2,
S. 24. im Bericht über Paris. — Cata-
103116 Niusti's üu, Ialon... ^udlis 80N8
la äirection 6s I'. v . Du in 22 (I?ari8,
I... Iia.5cd.6t, ^r. 8<>.) 1882, >,>. 2677; 1833
8uVi)Ielncut, i>2<5. 106; 1884, xag'- Lö.^ j —
3. Albert Weiß (Neligionslehrer. geb. in
Mähren zu Beginn des laufenden Jahr«
hunderw). Er widmete sich nach beendeten
Vorbereitungsstudien dem geistlichen Stande
und trat, nachdem er die Priesterweihe
empfangen hatte, die Religionslehrerstelle am
Gymnasium zu Iglau an, welche er dann
mit jener am Vrünner Gymnasium ver-
tauschte. An letzterem stand er noch 1836 in
Thätigkeit. Durch eine humane Stiftung zu
Gunsten der studirenden Jugend hat er sich
selbst das schönste Denkmal gestiftet. Zur
näheren Bezeichnung seiner Stiftung bedienen
wir uns aber am zweckmäßigsten der Worte,
mit denen er seine Stiftungsurkunde einleitet,
die er 1836, kurz vor seinem beabsichtig«
ten Austritte aus dem Lehramts ausstellte.
Sie lauten: „Als ich bei meiner Uebersetzung
von Iglau nach Brunn fand, daß viele
fremde und arme Swdirende das Gymna«
sium besuchen, welche im Falle einer Er-
krankung sich selbst überlassen, ohne Pflege,
ohne Arzt, ohne Arzeneien kümmerlich dahin«
siechten, so faßte ich den Entschluß, das Mit«
leiden ihrer uermöglicheren Mitschüler anzu<
regen, um durch deren milde Beiträge dem
Bedürfnisse solcher unglücklichen Studirenden
abzuhelfen, dann stellte ich ein Gebetbuch
für Gymnasialschüler zusammen, welches be»
reits v iermal aufgelegt, zum Besten armer
Studirender verkauft wurde. Der Allbarm»
herzige segnete mein Beginnen, die Kreuzer
sammelten sich zu Gulden, Menschenfreunde
steuerten bei und nachdem bei Vereinigung
der philosophischen Lehranstalt mit dem
Gymnasio d^ e von der ersteren zu gleichem
Zwecke gesammelten Beiträge mir eingehän«
digt worden, so erliegt dermalen, obgleich
durch 23 Jahre viele Studirende mit Arze-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon