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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 150 -
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Gabriel 160 Meis, Georg ortcs und erreichte, ohne ein bestimmtes Ziel vor Augen zu i?aben. das 19. Jahr, in wel- chem er nach Pesth ging. wo er zwei Semester hindurch den Lehrcurs der Chirurgie hörte. 1820 trat er als Unterarzt in den Stand der kaiserlichen Armee. Zwei Jahre später ließ er sich, da er große Liebe für den eigentlichen Wehrstand gewonnen, in das damalige In< fantcrie'Negiment Graf Bellegarde als Ge» meiner überstellen. Nachdem er die üblichen Rangstufen des Gefreiten, Corporals und Feldwebel« durchgemacht hatte, wurde er im März 1831 zum Fähnrich und 1834 wegen seiner Tüchtigkeit im Dienste zum Unter» ! lieutenant außer seinem Nange befördert, l 1839 zur Grenadierdivision übersetzt, blieb er! bis 1843 in derselben, ward, wieder außer seinem Range. 1842 Oberlieutenant und legte 1847 unter Feldzeugmeister Baron August in den Curs über Percussionslehre, Physik und Chemie mit bestem Erfolge zurück. Das Jahr 1848 gab ihm nun die besondere Gelegenheit, feine feldärztlichen Kenntnisse zu erproben. Er machte R adetzk y's Siegeszug von Verona nach Mailand mit und übernahm in letzterer Stadt nicht weniger denn sechs Feld- spitäler in seine Leitung, . versah aber dabei dm <5o!Upagn!l.'dielist nach wie vor. Noch im September desselben Jahres rückte drr ver» dicnstvolle Officirr zum wirklichen Haupt» mann vor. Die Anstrengungen aber hatten srine Gesundheit schwer geschädigt, und er lag nahezu ein Jahr krank danieder. Kaum ge» nesen, unterzog er sich 1850 der Errichtung eines neuen Feldspitals in Bluoenz. 1832 versah cr in Abwesenheit des Majors das Commanoo des Bataillons und das Tta- tionscommando des unfern von Mailand ge» legenen Monza. Auch hatte er einige Zeit die Unierofficieröschulen trefflich geleibt. 1854, nach vierunddreißigjähriger Dienstzeit, bat er seiner zerrütteten Gesundhe'c wegen um Ver- setzung in den Ruhestand, welche ihm auch ! mit Verleihung des Majorscharakters und einer außerordentlichen Geldzulage in beson- derer Würdigung seiner vielseitigen Verdienste gewährt wurde. Als er bei einem Besuche seiner Vaterstadt VeHzprim im. Frühling 1855 an einem Sabbath in der Synagoge erschien, wurde ihm die für ausgezeichnete Besucher uorbehaltene Ehre zutdeil. zur Thora ge- rufen zu werden. Und so mag es wohl der erste Fall in der kaiserlichen Armee gewesen sein. daß ein Major derselben in der Uniform die Stufen des Almamors betrat und mit laut vernehmlicher Stimme nach jüdischer Weise den Segen über die geheiligte Gesetzes« rolle angesichts der zahlreich anwesenden Mit« gläubigen aussprach. Auch will eö uns scheinen, daß Weiß damals der erste Stabs« officier jüdischen Bekenntnisses in der kaiser- lichen Armee war. ^Veth«El. Ehrentempel verdienter ungarischer Israeliten. Von Ignaz Reich (Pesth 1856, Bucsanszky, 4".) erstes Heft. S. 54—5!».) — 8. Gebhard Weiß (geb. zu Bregen; in Vorarlberg 18U0. gest. daselbst am 9. Jänner 1874). Seines Zei« chens Flaschnermeister, wie seinerzeit der 1809 Zu Nürnberg verstorbene Volksdichter (Honrad Grübet, ist er zwar nicht durch sein Ge- werbe denkwürdig geworden, wohl aber dmch seine in alemannischer (Vregenzer) Mundart geschriebenen Poesien, welche l>r unter dem Titel: „Gedichte in Bregenzer Mundart und reindeutschrr Sprache" (1872) veröffentlicht hat. sDie Urne. Jahrbuch für allgemeine Nekrologie. Von Dr. Hugo Schramm - Macdonald (Leipzig, 8".) 1l. Jahrg. (1874) S. ^u) . — 9. Georg Weis (geb. zu Königgrätz in Böhmen am 23. April 1686, gest. zu Olmütz in Mähren am 18. Februar 1687). Er trat im October 1551. im Alter vcn erst 15 Jahren, in den Orden der Gesellschaft Jesu ein, in welchem er der Ordenssitte gemäß vorzugsweise im Lehramte Verweisung fand. So lehrte er zuerst am Gymnasium, dann an dcr Prager Universität Philosophie dmch je fünf Jahre. Nachdem er hierauf zwei Jahre hindurch das Predigtamt geübt hatte, wurde er Nector der Collcgien in der Prager Neustaoc, in welcher Eigenschaft er dann auch nach Gitschin, in die Prager Altstadt und nach Olmütz kam. Als Procurator seiner Ordens« piov'.nz traf ihn d.e Sendung nach Hiom, und nach seiner Rückkehr trat er wieder seinen Rectorposten in Olmüh an, wo er. erst 51 Iabrc alt, starb. Im Druck sind von ihm erschienen: „0iNl,2cu.Ik /p^'^ca. dü Oovlo, Uci, llrkiei, t»alin<.>i c^. etc" (id. <672, I'6räl,n2.nc1eg>6" (ib. 1672, k'ol., c 15, rad. S6N virorniQ oinnigona, eruäitionL et ä,c>e»
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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