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Weiße, Maximilian Meiße, Marimilimi
Hantschel und Appeltauer und den
zweijährigen Curs über Astronomie bei
Director I . I . L i t t row. Im Convicte
selbst wurden ihm die Correpetitionen
über Mathematik und Physik mit den
Hörern der Philosophie anvertraut. In
der Absicht, dem Lehrfache sich zu wid-
men, unterzog er sich l82l den strengen
Prüfungen aus der Mathematik und
Physik zur Erlangung der philosophischen
Doctorwürde und auch einigen Concnrs-
Prüfungen. Nach Beendigung seiner
Studien erhielt er 1823 eine Anstellung
als Eleve an der k. k. Sternwarte in
Wien, und als dann 1823 für die an der
Krakauer Universität erledigte Stelle
eines Professors der Astronomie und
Direclors der Sternwarte ein Concurs
ausgeschrieben wurde, unterzog er sich,
nachdem er im nämlichen Jahre von
dieser Hochschule bereits das Diplom als
Doctor der Philosophie erhalten hatte,
der vorgeschriebenen Concursprüfung
und ward auf Verwendung Li t t ro w's
für gedachte Stelle ernannt. Die Kra-
kauer Sternwarte befand sich, als er das
Directorium antrat, nicht in den günstig-
sten Verhältnissen, die Oertlichkeit war
für eine Sternwarte in jeder Hinsicht
unpassend und ungenügend, ein Umbau
unter allen Umständen unerläßlich und
der Vorrath an astronomischen Instru-
menten gering und nicht dem Stande
der Wissenschaft entsprechend. Dagegen
bestand ein nicht unbeträchtlicher jähr>
licher Fond zu neuen Anschaffungen.
Weiße ging nun daran, vorderhand das
Wichtigste anzuschaffen, und so gelangte
denn die Sternwarte allmalig in den
Besitz eines zweischuhigen Meridian-
kreises, eines kleinen Pafsageinstrumentes,
eines Aequatorials, eines parallaktisch
aufgestellten Refractors von 32 Linien
Oeffnung, eines Kometensüchers, eines
u. Wurzbach, biugr. Lerikon. LIV. Sertanten, eines Theodoliten, einer
Pendeluhr von Bessels, zweier Chro-
nometer, verschiedene andere meteorolo
giscbe und physicaliscbe Instrumente un°
gerechnet. Aber die ungenügenden Räum-
lichkeiten erschwerten den Dienst und die
Arbeit. 1833 erhielt Weißl' für eine der
Universität vorgelegte Abhandlung über
den Pflichttheil von der juridischen Fa-
cultät die Doctorwürde. l 833—l 834
bekleidete er auch das Amt eines Decans
der philosophischen Facultät, und noch
in letzterem Jahre wurde er znm Stell-
Vertreter des königlich preußischen Con-
servators der Krakauer Universität er<
nannt, in welcher Eigenschaft er Mit-
glied des hohen Nathes derselben durch
!3 Jahre bis zur Einverleibung des Frei-
staates in die kaiserlich österreichische
Monarchie war. Vom Antritte seiner
Stellung in Krakau bis l833 hatte er
seiner Aufgabe gemäß wissenschaftliche
Astronomie gelehrt. Als dann bei der
Reorganisirung des Freistaates im Jahre
i833 aus Ersparungsrücksichten die bis-
her an der Hochschule bestandene Lehr«
kanzel der höheren Mathematik auf-
gehoben wurde, erhielt er den Auftrag,
den zweiten Jahrgang dieses Studiums
zu übernehmen, während sein Adjunct
den ersten zu besorgen hatte. Eä war
dies eine Anordnung, durch welche weder
bei getheilter Zeit das Fach selbst ge-
wann, noch der eigentliche Dienst der
Sternwarte gefördert, sondern vielmehr
! in nickt unwesentlicher Weise beeiniräch-
tigt wurde. Aber alle Vorstellungen
W e i ß e's gegen Abänderung dieses
Uebelstandes blieben erfolglos. 4839
ward auf seine Veranlassung'neben der
Sternwarte ein Häuschen erbaut zu
Beobachtungen für den G a u ß'schen
Unifilar « Magnetometer. Nun fanden
täglich durch Weiß zweimalige Beobach»
.43. Ott. 1886.) l l
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon