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Weißenberger Joseph 173 Weißenhofer, Robert
scn hauser an. daß jede Gardecompagnic
einen Vertrauensmann wähle und mit der
so gebildeten Versammlung über das weitere
Verhalten der Stadt berathen werden solle,
und an diese Versammlung hielt er dann eine
Anrede, in welcher cr zu beweisen suchte,
daß es Wahnsinn wäre, noch länger an eine
Vertheidigung Wiens zu denken. Messen-
d auser, schreibt selbst Dun der. sprach s»
schön und begeisternd, daß es zu bedauern
ist, daß die Ncde nicht Wort für Wort nach-
geschrieben werden konnte. Da ergriff nach
geendeter Rede, von welcher die Versamm-
lung tief erschüttert war. ein Italiener das
Wort, erklärte Messen haus er steinen
Vcrrnther und wollte den (5ommandclnten
der Mobilgarde Preß lern von Tternau
an dessen Stelle gesetzt sehen. Jetzt aber war
es Weißenb erger. der. wenn er auch vor
wenigen Tagen, wie oben erzählt wurde,
warnte, bei Me sscnb auser's W M zum
Obercommandanten mit Vorsicht vorzugehen,
für denselben energisch eintrat und mit
voller Entrüstung gegen den Italiener aus'
rief: „Vevor ich zugebe, daß in einem so
hochwichtigen Momente, wie der gegcnwär«
tige, von welchem das Wohl und Wehe nicht
nur der Stadt Wien. sondern vielleicht auch
der ganzen Monarchie abhängl, bevor ich
zugebe, daß in einem solchen Momente ein
Mmsch das Wort führt, der aus allen
Körperschaften der Nationalgarde förmlich aus«
gestoßen wurde, fordere ich Sie, Herr Ober«
rommandant, auf, sich die Legitimation zeigen
zu lassen, kraft welcher und für wen dieser
Mensch spricht." Der Italiener zog nun eine
Schrift hervor, die wohl mit Messende: u<
ser's Unterschrift versehen war. wobei jedoch
Letzterer bemerkte, daß er den Eigenthümer
derselben gar nicht kenne. Dieser aber war
der berüchtigte Padouani. Alö es dann zur
Abstimmung kam und die Mehrzahl sich für
den Frieden erklärte, wurde sofort beschlossen:
die Capitulationsacte aufzusetzen und aus
dem Oemeinderathe, der Nationalgarde und
dem Studentencomit^ eine Deputation zu»
sammenzustellcn. welche die ^apiiulation dem
Fürsten Winoischgrätz überbringen sollte.
In diese Deputation wurde auch Oberlieu«
tenant Weißenberg er gewählt, dessen her«
vorragende Thätigkeit in diesen ercignißrcichen
und denkwürdigen Tagen damit abschließt.
Wenn in jeder Compagnie der damaligen
Wiener Nlltionalgarde nur ein paar Menschen
von dem Schlage und der Energie Weißen« b erg er's gewesen wären, wer wci«. ob es so
weit gekommen sein würde, wie es leider der
5all war. Aber die Garde ward oon einer
Menge fremder Elemente, die sich einzu-
schleichen gewußt hatten, trrrorisirt. fanatisirt
und verführt, und so gingen die Dinge jenein
Ausgnnge entgegen, der über Wien das un
absehbare Unheil brachte. sDenksckrif:
über die Wiener ^ctober-Revolution. Aus
führliche Darstellung all>,'r (vrrignisse aus auu-
lichcn Quellm geschöpft u. s. w. Verfaßt oon
W. G. Dunder (Wien l84u, ar. 8" >
S. A2«. :l^l. 52!1. s)5ö, 720. 74'». 7'll. 7^il.
762. 7!»l, 7!»I, 796. 8!>7 1
Weißenhufer, Robert «Schriftstel-
ler, geb. zu Ibbsitz am 1!i. Septem-
ber 1843). Nachdem er das Gymnasium
in Seitenstetten zurückgelegt hatte, trat
er daselbst am 21. September 1863 in
das Benedictinerstift, in welchem er 1868
die Priesterweihe empfing. Dem Lehr^
amte sich widmend, unterzog er sich für
eine Gymnasialprofefsur den Siaats»
Prüfungen aus der Philologie und Ger-
manistik und wirkte am Gymnasium
seines Stiftes. Noch gegenwärtig ist er
daselbst Professor der deutschen Sprache
und Propädeutik und halt außerdem
Vorträge über Musik. Schriftstellerisch
thätig, hat er bisher herausgegeben:
„SäMSpirle kür jugendliche Ureise. ^: Nil htii.
(!5li2llbcth nun «Thüringen, Zraillll in 5 Juli.
2: Aasn nun Cllnmnbrlss, Drama in 5 Zut'l
(Linz 1876, Ebenhöch, 8".). - : NaZ AMn-
Mädchen lillii I.'l>mdc5 «der OMr5 Wege 5üid
Wnnderdllr^ Drama in 5 Änt'z. Ä: Nll5 Mäachrn
ulln (l5nn5thal. Drama in ) Znh." (Wien,
Heinrich Kirsch); — „Ner Zngendtreund.
^l: Nie Wüi5e mn Ibbsthal. Oine Erzählung
au? der Hrit der Frllnzll2cnciniä!li in Oesterreich
sKrems 1878). ^ : Nü5 Glocklein nau
Zchllllllenliach üdcr die Varsehung macht. Ginr
Erzählung an5 der uaterlandizchen Varzeit"
(Krems 1878)', — ,.Na5 PaäLion35picl nan
Vlllüerthirr2re in Tiral" sWien 1883, Hol-
der); er nahm darin nur die einzelnen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon