Seite - 177 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Bild der Seite - 177 -
Text der Seite - 177 -
Weißenwolf) Johann 177 Meisienmolf, Johann
Weißenthu rn und unter dem Pseu-
donym Hugo Falkner ausübt. Einige
Zeit führte die Dame auch die Redaction
des Neutitscheiner Unterhaltungsblattes
„Die Biene", welches, wenn Verfasser
dieses Lexikons nicht irrt, spater auf-
gehört hat zu erscheinen. Die Frau
von Weißenthurn ist auf dem Gebiete
des Romans, der Novelle, des Essays
und als Nebersetzerm aus dem Englischen
und Französischen thätig. Sie lebt in
Wien, nur während einiger Sommer-
monate in Gloggnitz nächst Wien. Von
ihren Arbeiten sind bekannt: „Zuk rin-
5llmrm Frlsrnriff. Anmaii. krri nach drin (!5ng-
lischrn blM'bcitrt" (Wien 1876); — „6inr
taue Ehc" (ebd. 1877)', — „Nlgrrirn, wir
r3 i^t" (l877) ', — „Flünenliebe. Nllurlle"
(1882)', — „Dben5bilt!cr. Nouellrn" (1884)',
— „Bntrlice. NllMlln" (l883).
Deutscher Literatur-Kalender auf das
Jahr l884. Herausgegeben uun Ios. Kürsch-
ner (Berlin und Stuttgart, Tpeniann, 32 .^)
VI. Iadrc,.. 3. 2«4.
Wcißeuwolf Ioh. Nep. Nngnad Graf
(Oberstlieutenant und Verordn
neter der oberösterreichischen Stände,
geb. zu Wien am 1i. Mai 1779, gest.
zu Linz am 27. April 1833). Der zweit-
jüngste Sohn des Grafen Guidobald
aus dessen Ehe mit Iosepha Freiin
von Salza, trat er 1797 bei dem
Infanterie'Regimente Joseph Gcaf (5ol-
loredo in die kaiserliche Armee. Im denk»
würdigen Jahre 1809 commandirte er
als Major das 3. niederösterreichische
Landwehrbataillon, dann rückte er zum
Oberstlieutenant bei Klebeck »Infanterie
Nr. 14 vor, verließ aber im November
18l9 mit Beibehalt des Militärcharakters
den activen Dienst. Nach dem 1823 er-
folgien Tode seines älteren Bruders, des
Feldmarschall - Lieutenants Nicolaus
<fen Weißenwolf, trat er das ober-
v. Würzbach, biozr. Lerikon. I^IV. österreichische FamilieN'Fideicommiß an
und übernahm als Landeswürdenträger
— er war Oberst-Erblandhofineister —
den Vorsitz im Herrenstande. Im Sep-
tember 1836 und dann neuerdings 1842,
jedesmal für sechs Jahre, wurde er zum
ersten Verordneten des alt>rudolsinischen
Herrenstandes gewählt. Während dieser
zwölf Jahre 1836—1848 wirkte er als
warmer Vertreter aller das Beste des
Landes bezweckenden Antrage, mochten
dieselben das allgemeine Wohl überhaupt
oder die vaterländischen Institute für
Kunst und Wissenschaft betreffen. Infolge
dessen richteten auch die Vereine für
Humanität, Kunst und Wissenschaft ihr
Augenmerk auf ihn, und so wählte ihn
das ^Iu86nin I>ll.nei8ec> - Onrolinum
bei seiner Gründung, an welcher er mit»
gewirkt hatte, zu seinem Vorstande, der
er bis zu seinem Lebensende blieb; seit
1843Präsident der obderennsischen Land»
wirthschaftsgesellschaft, förderte er
als solcher mit Nachdruck die agricoleti
Interessen Oberösterreichs in allen ihren
Zweigen' vom M usik v ereine zu Linz
1833 zu dessen Protector gewählt, war
er als solcher wie als Mitbegründer und
Präsident des ober'österreichischen Ver»
eines zur Beförderung der bildenden
K ünste in Linz ein Mäcen der Kunst, zu
deren Hebung er als Musik- und Kunst-
freund wirkte. Was er als Menschen»
freund und Wohlthäter gethan, davon
wußten die Armen und Nothleidenden zu
reden. In einem ihm gewidmeten Nach«
rufe heißt es: „Seinen ehemaligen Unter«
thanen war er ein milder Herr, heiter,
geistreich, ein Freund seiner Freunde, ein
Mäcen der Künste und Wissenschaften,
unerschöpflich im Wohlthun, unerschüt-
terlich treu seinem Monarchen, voll tiefen
und wahren religiösen Gefühls war
Graf Weißenwolf das Bild eines
20. Oct. 5886,) 12
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon