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Wcißenmolf (Genealogie) 178 Weifzenmolf (Genealogie)
echten Edelmannes." I n Anerkennung
dieser um den Staat und seine Mitbürger
erworbenen Verdienste erhielt er 1837 das
Commandeurkreu; des Leopoldordens.
Graf Johann, seit 2o. October 18Ui
mit Sophie Gabriele geborenen
Gräfin Breuner vermalt, starb, ohne
Kinder zu hinterlassen, acht Jahre nach
dem Tode seiner Gattin (gest, 23. April
1847).
Linz er Leitung. l«öli. Nr. l l« im Feuil-
leton: „Nekrolog", von A. v. M.
1. Znr Genealogie der Grasen Weißenwols
(anch Ungnad-Weißenuiols). Die Weißen-
wolf . welche sich lange Zeit Ungnad
nannten, aber zuletzt zu ihrem ursprünglichen
Geschlcch^namen zurückkehrten und den-
selben init dem späteren Ungnad uerban«
den, sind ein fränkische Geschlecht und waren
Ministeriale der Bischöfe von Bamberg. I ln
zwölften Jahrhundert wurde Theodorich
von dem Bamberger Bischöfe Eberhard
von Baiern zum Schufte der Besitzungen.
welc!»e dessen Biöthuin in Kärnten besaß,
dahin entsendet, wo rr sich dann seßhaft
machte. Seine Nachkommen erwarben daselbst
ansehnlichen Landbesitz und standen bald in
der Reihe des hohen Landesadels und unter
dcn Familien, welch? die Habsburger bevor«
fugten. Diesen dienten fic auch mit unuer»
drücklicher Treue in bewegten und friedlichen
Tagen. So vertheidigte ein Otto von
Weißenwolf j27^ Friesach mit Helden«
minhiger Tapferkeit gegen Zawis i von
Nosenberg, Feldherrn O tokars von
Böhmen, und drei Jahre später zog derselbe
Otto dem hartbedrängten Rudolf von
Habs bürg gegen Herbot von Füllen«
stein zu Hilfe und verlor in der denkwür«
digen Schlacht auf dem Marchfelde. in welcher
Otokar seine Auflehnung gegen d»'n Habö'
burgcr nnt ^eib und Leber, büßte, ein Auge.
Bernhard von Neißenwolf befand sich
unter dcn Rittern, welche zu Friedrich dem
Schönen hielten, als sich zwischen diesem und
V'.iowig dem Bayern der Kampf um die
d.'utsche Kaiserkrone entspann. Er wurde auch
bei Ampfing gefangen genommen und erhielt
spater, i32I, von Ludwig dem Bayrrn den!
Ritterschlag. Im Laufe der Zeit breitete sich
d'e Familie aus und bildete mehrere Zweige, welche aber alle bald wieder erloschen, bis
Andreas im fünfzehnten Jahrhunderte der
Stammvater der heutigen Grafen wurde.
Unsere Stammtafel beginnt mit Wolfhart ,
dessen ältesten Sohn Johann Kaiser Fried«
rich I I I . mit Sonneck in Kärnthen belehnte.
Erst im siebzehnten Jahrhundert faßt die
Familie Fuß in ^Dberösterreich, und zwar seit
David (l l.) durch seine Heirat mit Nana
Elisabeth Grasin Ilörgrr Freiin von Tollet zu
ansehnlichen Besitzungen im Lande gelangte.
Seit dieser Zeit gehören die Weißenwolf
zu den ansehnlichsten Sprossen des oberöster-
reichischen Aools. nannten sich mit Diplom
vom 9 Ociober 14<>2 für Johann (I.)
Herren (Freiherren) von Sonneck und
mit Diplom vom 1«. März l<;4() Neichs<
grasen von Weißen Wolf, als welche sie
1652 in die schwäbische Reich5grafenbank
aufgenommen wurden, und bekleiden seit
14. Jänner is>:>8 im Lande Oesterreich ob der
Enns das Erblandh ofmeisteramt. das
oberwähnter Dav id (II.) nach dem Aus'
sterben der Grafen Megg au, die es bis
dahin besaßen, vom Kaiser erhielt. — Wenn
wir die Thätigkeit der Sprossen dieses
Geschlechtes von dem Augenblicke an über«
blicken, in welchem dasselbe mehr in den Vorder»
gründ rückt, so ist sie eine vorherrschend krie-
gerische, nebenbei auch eine, staatsmännische.
In den Reihen der Männer der Kirche
finden wir auch nicht einen dieses Geschlech«
tes, wohl aber sehen wir mehrere als mäch>
tige Beschützer der Lehre Luther's, die siä)
auü) in den österreich'.schen Landen Bahn
brach. In den Annalen der österreichischen
Kriegsgeschichte sind die Weißenwolf am
ansehnlichsten vertreten. Zogen schon mehrere
derselben zur Zeit der Kreuzzüge mit den
deutschen Kaisern ins gelobte Land. wo
Gotthard N89 se nen ruhmvollen Helden«
tod fand und Eonrad, nachdem er der
Erste unter den Stürmenden die Mauern
von Damascus nstiegen, für sein Wappen
eine Feldung erkämpfte, die noch heule an
diese Wassenthat erinnert, so finden wir die
Sprossen dieses Hauses, seit sie bleibend nach
Körnchen übersiedelten, immer wieder in den
Reihen der Kämpfer gegen die Feinde Oester«
reichs, mögen sich diese Türken, Wälsche oder
Franzmänner nennen. Arnold, der gegen
die das deutsche Neich bedrohenden Ungarn
auszog, ließ 933 auf dem Lechfelde. als dort
die denkwürdige Völkerschlacht geschlagen
wurde, sein Leben. Und auch in unserer Heit
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon