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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 181 -
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Weißenwolf, David 481 Weißenwolf, Guidobald eine gelehrte Bildung und wurde wiederholt 5 zu Missionen bei der Pforte verwendet, das! erste Mal vom 16. April bis 23. September j^;72, das zweite Mal von 1374 bis 1378. Man rühmte ihn als großen Sprachkundigen ^ und Beförderer des Evangeliums, und seiner geistlichen Dichtungen wegen hieß er „der ftomme Sänger". Auch wulde er auf Me- ! lanchthon's Empfehlung, mit dem er be» ^ freundet war. zum Rector der Universität! Wittenberg ernannt Aus den Tagen seiner, Stellung als kaiserlicher Botschafter bei der Pforte wird Folgendes von ihm erzählt.- ! Die Gebräuche beim Empfange der Bot« ! schafter durch den Padischah waren ganz! absonderliche. So mußten dieselben sich vor! dem Padischah entweder niederwerfen oder! niederknien und dann aufrecht stehen. Später! durften ne sich auf einem hölzernen Bäntchen, ! das Sopha hieß. niederlassen. Wollte nun, der Großherr der Macht eines Abgesandten, seine Ungnade füdlen lassen, so ließ er einfach ! demselben mittheilen, daß t'ein Sopha für ihn bereit sei. Dies war nun auch mit David Ungnad der Fall. Als er in den Audienzsaal trat und wirklich besagten Schemel nicht vorfand, nahm er seinen Mantel von! den Schultern, rollte ihn zusammen und ließ! darauf mit untergeschlagenen Beinen sich ^ nieder. Der Padischah sah dem Allen still« schweigend zu. Als nach beendeter Audienz David Ungnad ohne seinen Mantel sich entfernte, rief ihm der Großvezirr zu: daß er Etwas vergessen habe. „Ich habe nie gehört", erwiderte Ungnad darauf mit erhobener Stimme, „daß es der Gebrauch der römisch« kaiserlichen Ambassadcure sei. sich ihr Sovda selber nachzutragen." Sprach's und verließ den Saal. Nach der Rückkehr von seiner Ge< sandtschaft im Jahre 1578 wurde er von Kaiser Rudolf I. zum Kriegspräsidenten ernannt. Von dieser Stelle zog er fick 1397 zur Ruhe zurück. Ueber seinen Familienstand siehe die Stammtafel. ^Porträts. 1) in kl. Fol.; 2) in 4".. letzteres, viel kleiner als ersteres, scheint eine Eopie desselben zu sein und stellt Ungnad im Pelz dar; beide selten ^ — 7. David (ll.) der erste Graf oon Weißenwolf(gel). 1604. gest. 6. März 1672). Ein Enkel Davids (I.), versah er von 1636 bis 1640 die Stelle eines Verordneten der Stande Oberösterreichs; im letztgenannten I.chre von Kaiser Ferdinand I I I . zum wirklichen Hofkammerrathe und 1643 zum Hofkammerpräsidenten ernannt, erhielt er 1646 drn Grafent i tc l , worauf dann seine Ein« führung in das schwäbische Reichsgrafen-Eob legium erfolgte-, er wurde l«'»49 Hofkammer« Präsident, 16^6 Landeödauptmann in Ober« österreich und trat 163« das durch den Abgang der Grafen ron Meggau erledigte Erb! a ndb 0 f meist e r a m t von Oeftcrreich ob der Enns an. i<-,<;2 schickte ihn der Kaiser als österreichischen Gesandten auf Qen Reichs» tag in Regensburg und übertrug iblu U!68. nach dein Tode des Er^bischofü von Salz» bürg. Guido bald, aus dem Hause der Grafen Tbun. das Amt des kaiserlichen Prineipalrommissarius. welches er aber schon im folgendem Jahre scines leidenden Zu> standes wegen niederlegte, ^önig ,^arl I I . von Spanien schmückte ibn 1671 mit dem goldenen Vließ. Graf David war mit Maria Elisabeth Gräsin Ilir^cr Freiin von Collel vermalt, welche ihm nebst einer Tochter den Sohn Helm da rd Ehrist opk gebar, der das Geschlecht fortpflanzte. — 8. Elisabeth (geb. 21. März I7i«. gest. 23. Februar 1790). Eine Tochter des Grafen Ferdinand Bo- nauentura aus dessen Ehe mit Tberese Gräsin Starh em b er g, vermalte sie sich ain 4. Jänner 17^7 iuit dein berühlnten Feldmarschall und Commandeur deS Maria Theresien - Erdens ^irosilus Joseph Fürsten Eszlcrhäzlj ^Bd. IV, S. lo^^j. Die Fürstin, die sich durch Mildthätigkeit und große Menschenliebe auszeichnete, hat die Dauer ihres Andenkens durch kirchliche Bauten und Errichtung von Pfarreien befestigt. So führte sie den schon 1?72 unter Anna Iosepha Gräfin Schlik begonnenen Bau der schönen Pfarrkirche zu Wostruzno zu Ende. Die Auslagen wurden größtentheils aus dem ge« sammten .«irchmvermögen der ihr gehörigen Herrschaft Welisch bestritten. Durch ihre Ver» mittlung ward die bis dahin bestandene geisi» liche Administration zu Wostruznc, im Jahre 1776 zu einer Pfarrei erhoben, wie ein Glei» ches 178', mit der Samschmer Eollatur geschah, welcher sie die zu einer Pfarre erfor« derliche Dotation verschafft hatte. Durch ihre Vermittlung endlich wurde 1776 die Welischer Columendatkirche von der Hopidl« noer Pfarre getrennt und zur Pfarrkirche erhoben und aus der Slatiner Localie eine Pfarradministratur gemacht. ^(H 0r m ay r's) Archiv für Geschichte und Statistik u. f. w. (Wien, 4°.) 9. Juli 1827, Nr. 82 im Artikel: „Die Dynasten von Welisch". Von Franz Alois Wace^ — !). Guidobald (geb.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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