Seite - 186 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
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-Weißenwolf, Nicolauö Meißenwolf. Nicolaus
Hofe bei Rottenburg an, ohne jedoch trotz
aller Tapferkeit einen Erfolg zu erzielen.
Dann kämpfte er in den Schlachten und
Gefeckten bei Landshut, Ebelsberg,
Aspern, Wagram und Znaim, überall,
mit Auszeichnung, und wurde für sein
Verhalten bei Aspern zum Feldmarschall-
Lieutenant befördert und zum Inhaber
des 3. Infanterie-Regiments ljetzt sür
immerwährende Zeiten Erzherzog Karl)
ernannt. I n den Befreiungskriegen
18l3 —l815 befehligte er eine Gre-
nadier-Dluision. Erfolgreich wirkte er in
der, Völkerscblacht bei Leipzig am l6. Oc
tober mit. I n dem Augenblicke, als
Kaiser Napoleon sich bei Wachau zum
Angriffe anschickte, rückte Weißenwolf
über Lofchwitz und Deuben nach dem
rechten Ufer der Pleiße und stellte fich,
um die Unternehmungen der Nostiz''
schen Reiter und der Division Bianchi
zu unterstützen, vor Gröbern auf. Durcb
diese umsichtige und mit Schnelligkeit
ausgeführte Vorrückung imponirten die
Unseren den in dieser Richtung aufgebo-
tenen feindlichen Massen, was nicht un-
wesentlicb zur Behauptung unserer Stel-
lung am ersten Schlachttage beitrug. Als
dann die Franzosen sich Auenhayns be-
mächtigten, Marschall Victor die Ge»
bäude der Schäferei stark besetzte und zu
beiden Seiten Batterien auffahren ließ,
wurde das Regiment Simbschen zum
Sturme beordert. Nun folgte Weißen»
wolf der stürmenden Truppe schach-
brettförmig in Bataillonsmafsen, beor»
oerte dann das Grenadierbataillon Call
unter Hauptmann Steiner, das stur»
mende Regiment zu unterstützen, und
stellte die ihm beigegebene Artillerie so
zweckmäßig auf, daß der Feind,.dem
infolge dieser Dispositionen der wichtige
Posten entrissen wurde, die hohe Ebene
bei Auenhayn ganz verlassen und sich in , seine frühere Stellung bei Wachau zurück-
ziehen mußte. Als am dritten Schlackt-
tage, l8. October, die Franzosen unter
P o n i a t o w s k i die zur Division
Bianchi gehörige Brigade Beck schon aus
Loßnitz und Dölitz drängten, schickte
Graf Weißenwolf, die gefährliche
Situation durchschauend, sofort die beiden
Grenadier-Bataillons Call und Fischer
dem bedrängten General nach, der mit
Hilfe des Bataillons Call den Feind aus
Dölitz wieder hinauswarf; als aber Letz-
terer neue Anstrengungen machte, sich im
Besitze dieses Ortes zu erhalten, sendete
Weißenwolf auch noch einen Theil
des Grenadier-Bataillons Portner zur
gefährlichen Stelle, und diesem mit dem
schon früher entsendeten Bataillon Fischer
gelingt es, Dölitz zu nehmen und zu be»
Häupten. Diese für die Entscheidung der
Völkerschlacht so erfolgreichen Anordnuw
gen des Feldmarschall-Lieutenants Grafen
W e i ß e n w o l f würdigte der Kaiser
durch Verleihung des Ritterkreuzes des
Maria Therefien - Ordens, welche mit
ah. Handbillet aus Schmalkalden vom
30. October desselben Jahres erfolgte.
Noch nahm der General an den weiteren
Kriegsereignissen bis zum Abschlüsse des
Pariser Friedens Theil. Nach seiner
Rückkehr ins Vaterland wurde er Militär-
commandant zu Linz, wo er, 62 Jahre
alt, starb. Graf Weißenwolf war un-
vermält geblieben und das Fideicommiß,
welches er seit l?88 innehatte, ging
nun auf seinen jüngeren Bruder Io»
hann N e p. sS. l 77^ über.
Thürheim (Andreas Graf). Gedenkblätter
aus der Kriegsgeschichte der k. k. österreichisch»
ungarischen Armee (Wien und Teschrn i88l).
K Prochaöka, Ler.<8".) Bd. I, S. 6l.
Jahr j?!)9; S. 93, Jahr j?99; H. 2l3,
Jahr 1805; Bd. I I , S. 462. — Hir<
tenfeld (I.). Der Militär« Maria The«
resien-Orden und seine Mitglieder (Wien
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon