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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 188 -
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Seite - 188 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54

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Meißkircher, Adain l88 Weißkircher, Iuliana welcher der h, Geist schwebt und auf welche Gott Vater von se'.nem Wolkensi!;e segnend dinuntcrblickt; eines der besten Bilder des Künstlers: — in derselben Kirche auf dem lebten Seitenaltare rechts.- „Der d. l>ajetan", in der Tracht der regulirtcn Chorherren; und auf dem letzten Seitenaltare links: „Die h. Magdalena zu den Füßen der h. Dreifal- tigkeil"; — in der Pfarrkirche zu Sauct Leondard in der gleichnamigen Vorstadt von Oral; das Hochaltarbild: „Der d. Leon- dard"; in der Höbe die Madonna mit dem Kinde, unten im Vordergründe der b. Leon- bard in schwarzer Mönchskleidung. Vuch, Tiara und Bischofsstab zu seinen ^üßen; ihm zur rechten Seite stehen die Apostel An» dreas und Iacobus. ;ur linken Matthäus und Johannes; als eine Geschmacklosigkeit, mit welcher das schone Bild verunstaltet ward, sei erwähnt, daß der Kopf des h. Leonhard mit einem Heiligenschein aus Rauschgold ein- gefaßt ist; — in der Sacristei der Pfarr- kirche zu Mar iah i l f in der Murv orstadt: „Der h. Hieronymus"; — in der Mino- ritenkirclie eine „Madonna"; — in der Dreifalt igkeitskirche in der Vorstadt Karlau das Hochaltarbild: „Die h. Dreifal' tigkeit"; — in der Kirche der Arsuline» rinen das Hochaltarblatt: „Dir h. Drei< f^ltigkeir"; — Altarblatter Adam Weiß« kircher's sind auch in den Kirchen zu Nil-don, Stainz, Straß und St. Veit am Aigen vor« Handen-, — in dein bei Gratz gelegenen Schlosse Eggenberg hat er den Plafond des großen Saales in Del gemalt, und befinden sich in den verschiedenen Sälen und Ge- mächern mebrere seiner Gemälde, ebenso in der ständischen Bildergalerie und in drr Privatsammlung des früheren steirrmärki» schen Landeshauptmanns Ignaz Grafen von Arte ms. Einige Arbeiten Weiß kircher's sind aus Stichen bekannt, welche nach seinen Bildern aufgeführt wurden, so z. B. stach E. Heinzelmann das Bildniß des Kaisers Leopold 1.; I , K auperz eine vom Satyr belauschte Nymphe, als Gegenstück zur „Arte- misia" von A D. Trebusch (in gr. qu. Fol.); B. K i l ian eine Allegorie, welche ein^n Prä« laten darstelll-, dem Minerva und Mercur huldigen, während ihm die Zeit den (iardi- nalähut bringt (gr. qu. Fol); schließlich sind noch sechs nach We ißki rch er's Zeichnung von Heinz el mann gestochene Blätier be- kannt, welche eine Allegorie auf den großen von Leopold I. geführten Krieg darstellen und zu einer These, betitelt.- „Vmvni-äa .Xri- LtatßNL xnilo^oxkiQ", gchören. Neißkircher ist kein gewöhnlicher Maler, seine Kirchen» biloer zeigen große Kunstbegabung uno Stu^ dium bedeutender Meister. Die Gestalten, insbesondere die Köpfe seiner Heiligen, sind voll Adel, die Cngelsköpfe reizend und das Kolorit, das selten etwas nachgedunkelt, ist frisch und lebendig. Nach Nagler trägt das Madonnenbild in der Minoritenkirche zu Mariahilf die Jahreszahl 16N. Nun mochte der Künstler damals mindestens 20 Jahre alt gewesen sein; da er aber nach Nagler 1700 noch am Leben war, so müßte er weit über hundert Jahre alt geworden sein. waä uns nicht ganz glaublich erscheint. sPöl- st er er ( I . A. Dr.). Giatz und seine Um- gebungen (Gral; 1827) S. 2 i^4 und 2ö«. — Schreiner, (Gust. Di-.). Gratz (Gral; i843) S 2l»U, 20l. 2«U, 274, 29!, 3<)1, 805. — Caesar (Iul). Beschreibung der k, k. Haupt- stadt Gratz und aller daselbst befindlichen Merkwürdigkeiten (l781. 8".) Bd. I I , S. 96; Bd. I I I , 2 . <oi>. — Nagler (G. K. vl.). Neues allgemeines Künstler-Lerikon (Mün» chen 18^9. E. A. Fleischmann. 8".) Bd. XXI, S. 248.) — 2. Iu l iana (geb. zu Ulrichs« kirchen in Niederosterreich um 18^0, gest. in Schleinbach ani 26. März t862). Diese Blutschwitzerin erregte in den Vierziger« und Fünf;iger-Iahren großes Aufsehen, beschaf« tigte stark die öffentliche Meinung und rief eine ganze Literatur für und wider hervor. Sie war eine Bauerstochter. Von schwäch» licher Leibesoeschaffenheii. litt sie schon als Kind oft an Herzklopfen. Eine Episode in ihrem Leben bildet eine Wanderung nach Wien, auf welcher sie beim Trinken aus einem Ziehbrunnen eine schlüpfrige dünne Substanz verschluckte, infolge dessen sie häufig von Ohnmachten und Ucbelkeiten befallen wurde. Nach zwei Jahren befreite sie ein Brechmittel davon, zugleick aber auch von. einem mehrere Zoll langen Wassersalamander; aber von da ab verließ sie auch nicht mehr das Bett, es stellten sich Zufälle ein, welche in etwas eigenthümlicher, der Einsicht unserer Zeit stracks zuwiderlaufender Weise von einer Partei ausgebeutet wurden, die zwar stets das Gute will, aber das Böse schafft. Wäh» rend Iu l i ana von dieser Partei als Heilige oder doch Gottbegnadele ausgeschrien wurde, in Wirklichkeit jedoch nur eine schwer Lei» dende war, glaubte Niemand weniger als sie selbst an diese Heil^keit. im Uebrigen besaß
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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