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Weitenweder, Wilhelm Rudolf 1 94 Meiienweber, Wilhelm Rudolf
Hochschule den Grzieherposten in der
Familie Weitenweber dritthalb Jahre
bekleidete. Auf Purkyns folgte Sku-
hersk)' ^Bd. XXXV, S. 114), der
Vater des berühmten Orgelspielers Franz
Zdenko >M. XXXV, S. 114) und des
Mathematikers Rudolf »bd., S. 116).
In Prag legte Weitenweber das
Gymnasium auf der Kleinseite zurück
und bezog dann die Hochschule, an
welcher er die philosophischen Studien
hörte und 1823 jene der Medicin be-
gann. Besonders fühlte er sich zu den
Naturwissenschaften und unter diesen zur
Botanik und Mineralogie hingezogen.
Nach einer wissenschaftlichen Reise durch
Böhmen kam er nach Wien, wo er ver-
schiedene ärztliche Institute besuchte. Am
6. Februar 1830 erlangte er zu Prag
die medicinische Doktorwürde, bei welcher
Gelegenheit er die Dissertation: „6M-
1830, gr. 8«.) her-
ausgab. Nun trat er in die Praxis und
wurde zunächst Stadtphysicus zu Abo»
gen. Drei Jahre verblieb er daselbst,
dann riefen ihn Familienangelegenheiten
nach Prag, wo er nun seinen bleibenden
Wohnsitz nahm und bald als praktischer
Arzt gesucht war. Nebenbei wirkte er in
seinem Fache steißig als Schriftsteller.
Seine erste selbständige Schrift: „Ner
llrabibche KaÜee. In nlltllrtiiLtoriZchcr, diätetischer
und mrtnrmischer Hinsicht gebchildert" (Prag
1833, zweite Auflage 4837, Kiwnäö,
gr. 8^.), die erste ausführliche, dieses
Genußmittel nach allen Seiten hin unter»
suchende Monographie, machte seinen
N^.nen bald in den weitesten Kreisen
bekannt, und viele naturwissenschaftliche
und ärztliche Vereine, so jene von Dres»
den, Leipzig, München, Regensburg,
Würzburg, Görlitz, Berlin, Brunn u. a., nahmen ihn unter ihre Mitglieder auf,
auch die Leopold. Karolinische Akademie
Nkturas Oui-iosoi-ulli schickte ihm ihr
Diplom, und er wurde unter dem Namen
Mogallo ihr Mitglied. 1837 begrün-
dete er die naturwissenschaftliche Zeit-
schrift „Beitrage zurgesammtenNatur>
und Heilwissenschaft", deren Redaction
er selbst besorgte, und von welcher bis
1840 bei Kronberg er und öiwnaö
3 Bande zu je 3 Heften herauskamen;
eine Fortsetzung unter verändertem Titel:
„Neue Beiträge zur Medicin und
Chirurgie" erschien nur durch zwei Jahre,
1841 und 1842, jeder Jahrgang mit
6 Heften (Prag, Haase's Söhne, gr. 8".).
Nun wendete sich Weitenwebe r's
schriftstellerische Thätigkeit der medi-
cinisch-historischen und -biographischen
Richtung zu, und er veröffentlichte nach»
stehende Monographien, welche theils
selbständig, theils in gelehrten Sammel-
werken, aber auch in Sonderabdrücken
veröffentlicht sind: „Nie mediriniZchm An-
stalten Prags nüch ihren gegenmiirtigen AnÄtändrn
gttchildnt. Mit 2H Ansichten in Aqnatinta üni
Stahl null einem (ilinm.) mtdir.-tllpllgrllphizchrn
(ßrnndli55e nun Prllg (in gr. A^.)" (Prag
1843. Borrosch und Andre, gr. 16^.)'
das Buch ist dem Erzherzog Stephan,
damaligem Landesgouverneur von Böh»
men, gewidmet, mit dessen Bewilligung
Weitenweber für seine Arbeit die Be»
nützung der amtlichen Urkunden und
Schriftstücke der genannten Anstalten
gestattet wurde; — ,Zluz dem Denen und
Wirken des Dr. I . Thellbald Held" (Prag
1847)'. — „Dr. Joseph Karl Gd. Hus er'5
Rückblicke ant sein Venen und Wirken" (ebd.
1848); — „Anr Feier des fünfzigjährigen
rtürjullilllumz üe5 v^. H. Ie i t te l rs"
(ebd. 1850); — „Mittheilungen über die
sth zn Prag in den Zahlen MZ—INA"
(ebd. 1832); — „Ormnrrnng nn dn5 fünfzig-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon