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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 196 -
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Meitenwebe^ Wilhelm Rudolf 19ß Weitenmeber^ Felix Anton V! l 839—-l 866, dann zahleiche Anzeigen naturwissenschaftlicher Werke und ver< schiedene Beobachtungen und Studien naturwissenschaftlichen Inhalts, sämmt- lich in den Schriften genannter Gesell-, schaft abgedruckt. Ebenso enthalten die Jahrgänge der Zeitschrift ,Lotos" zahl« reiche Lebensskizzen böhmischer Natur» forscher aus Weite nweber's Feder, und zwar 4832 von Johann Christian M i k a n , S te inmann, Sieb er, Krombholz, Preiß, Caspar Grafen Sternberg, Tausch, Hoser; 1833: Pohl ,Seid l ; 1334: Corda,Reuß. Noch bemerken wir, daß er ein sehr fiei. ßiger Mitarbeiter des Rieg er »Mal i - schen „slovm'k nkuöQ^" war, in dessen ersten Banden viele biographische Artikel aus seiner Feder stammen. Auch wirkte er mehrere Jahre als Historiogravh der medizinischen Facultät der Prager Uni- versität. Daß eine solche vielseitige und verdienstliche Thätigkeit in Wissenschaft- lichen Kreisen nicht unbemerkt blieb, wurde schon früher erwähnt, aber die Zeichen dieser Anerkennung mehrten sich mit jedem Jahre, und wohl über dreißig wissenschaftliche Vereine, Akademien, Ge- sellschaften des In» und Auslandes, darunter von Brüssel, Dijon, Paris, Lyon, Breslau, Königsberg, Wien, Mos> kau, schickten ihm ihre Diplome als Ehren» oder correspondirendes Mitglied; dann war er Obmann des Vereines in der Prager Neustadt zur Restauration des Lt. Veiter Domes. Als 1848 die Bewe- gungen in Prag ausbrachen, trat Wei- tenweber, der schon früher für die Gründung eines städtischen Casino ener- gisch gewirkt, nun als Mitglied dem sla» vischen Congresse, welcher in genannter Stadt seine Berathungen hielt, und auch als eines der ersten Mitglieder dem Ver« eine für den Bau eines öechischen Thea- ! ters bei. Doch von den Ausschreitungen ! einer irregeführten, zu ungesetzlichen Mit- teln greifenden Partei hielt er sich immer ferne, in der Wissenschaft das Palladium erkennend, an dem er bis an sein Lebens- ! ende in unentwegter Treue festhielt; > er hörte auch nie auf zu lernen und ! beschäftigte sich noch in seinen letzten ^Jahren im Verein mit Barrande sehr eifrig mit Petrefactenkunde. Im person« lichen Verkehr entwickelte er bei aller scheinbaren Trockenheit mitunter viel Humor; in seinen Bedürfnissen an- spruchslos, trieb er die Abhärtung gegen sich selbst zu weit. Gin schwerer Schlag gegen Ende seines Lebens traf ihn mit dem Verluste seiner Tochter Marie, von welcher Zeit an die Abnahme seiner < Kräfte sichtlich stattfand, bis ihn der ! Tod im Alter von 66 Jahren dahin- ^ raffte. — Sein älterer Bruder Fel.il ! Anton (geb. zu Prag am 12. August ! 1793, gest. am 19. Jänner 1869) trat nach beendeten Rechtsstudien in den Staatsdienst, in welchem er bis 1830 die Stelle eines Statthaltereisecretärs ^ versah. Für die Geschichte seines Vater« landes zeigte er früh das regste Interesse, und die Pstege der Alterthümer lag ihm besonders am Herzen, so war er denn auch viele Jahre hindurch Mitglied der archäologischen Section des böhmischen Museums. Auch als Mitbegründer der Sophienakademie zahlte er zu ihren thä- tigsten Mitgliedern und wirkte als hoher Sechziger in ihren Concerten als Teno- rist mit. Die Armen auf dem Hradschin verehrten in ihm ihren Vater, und 1863 erwählte ihn der Cardmal - Erzbischof Fürst Schwarzenberg, der ihm sein besonderes Vertrauen zuwandte, zu seinem Almosenier. 1848 war Weiten» w eb er Hauptmann der Hradschiner Na« tionalgarde. Er starb ein Jahr vor seinem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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