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Meitlof 199 Weitlof
und der Hausarzt des Verstorbenen reich-
lich bedacht.
Fremden - Vlat t . Von Gustav H e i n e
(Wien. 4".) 1863. Nr. 333 ldiese dn>i Zeilen
lange Noti^ wurde durch eine Abschrift des
Testamentes ergänzt. Der liebenswürdigen,
nicht genannt srin wollenden Copistin meinen
herzlichsten Dank^. — Handschriftl iche
Notizen des r. Anton Kobl iha. Tom-
vicars und zur Zeit Capitulararchivsadjuncten
in iDlmüß, dem ich hiermit meinen Dank für
diese Gefälligkeit ausspreche.
Weitlof, Moriz Mitglied des
Abgeordnetenhauses des österreichischen
Reichsrathes, geb. zu Prag am 28. Jan-
ner 1833). Seit seinem achten Lebens»
jähre genoß er seine Erziehung in Wien,
wo er das Gymnasium, den philosophi-
schen Curs und das Studium der Rechts»
Wissenschaften an der Universität beendete
und aus letzteren 4836 die Doctorwürde
erlangte. Nachdem er in Wien die Advo>
catenprüfung abgelegt hatte, erhielt er
1867 eine Advocatur in Krems, von wo
er 1873 wieder nach erstgenannter Stadt
übersiedelte. Als Advocat wurde er
wiederholt in den Ausschuß und Disci-
plinarrath der niederösterreichischen Advo»
catenkammer gewählt, stand während
seines Aufenthaltes in Krems an der
Spitze des constitutionellen Fortschritts-
Vereines, entfaltete in der dortigen Ge-
gend eine lebhafte politische und natio-
nale Bewegung und gleichzeitig eine
hervorragende Thätigkeit in Turn- und
Feuerwehrangelegenheiten, wirkte für die
Verbreitung dieser ebenso nützlichen als
wichtigen und einflußreichen Institute
und ist zur Zeit noch Obmann des „Ver-
bandes der Unterstütz ungscasse der frei-
willigen Feuerwehren in Niederöfter»
reich", welcher sich zu einem Muster»
institute dieser Art emporgearbeitet hat.
1871 erfolgte von dem Stadtwahl-
bezirke Horn-Gggeaburg<Langenlols'Retz> Maißau seine Wahl in den niederöfter-
reichischen Landtag, und behielt er dieses
Mandat bei den seitherigen zweimaligen
Wahlen bei. 1878 von dem niederöster»
reichischen Landesausschuß in den Landes-
schulrath entsendet, arbeitete er in wirk-
samster Weise für das Erblühen des
Schulwesens. Zugleich mit den von
Ersterem in diese Schulbehörde gewählten
Mitgliedern trat er aus derselben aus,
als gegen deren Votum das Ministerium
die Errichtung einer von dem LandeS»
ausschufse unter allen Umständen als
überflüssig erkannten besonderen öechischen
Schule bewilligte. <874 entsendete ihn
Letzterer in die „Gewerbeschulcommission
Wien", von welcher er in kurzer Zeit
zum Obmann gewählt wurde. Heute
noch an der Spitze derselben, hat er wäh»
rend dieser Zeit das gewerbliche Fort'
bildungsschulwesen in Wien zu allseitig
anerkannter Entwicklung gebracht. Ueber«
Haupt war und ist es die religiöse Frage
und das Schulwesen, denen er seine
ganze Aufmerksamkeit zuwendet, und be«
züglich deren er die öffentliche Meinung
durch geharnischte Flugschriften zu beein»
flussen sucht. Die bereits erschienenen hat
der constitutionelle Fortsckrittsverein in
Krems herausgegeben und in Auflagen
von mehreren Zehntausenden verbreitet;
ihre Titel sind: „Nie rllnkesZianrllün Oeschr,
bcZpruchrn uan Dr. M. Weitlut" (Krems,
Druck von Mar Sommer', 2. Aufl. aus-
gegeben am 23. April 1874, 8"., I IS . ) ;
— „Aeligiail nnil Politik" (ebd., aus»
gegeben am 20. Juni 1874. 8"., 10 S.);
— „VnZrre heutige VlllKZschnle und ihre Gegner,
kespruchen van Dr. M. Weitloi" (ebd.,
ausgegeben am i4. Februar 1873, 8^.,
16 S.). I n allen diesen Schriften, in
denen sich Weit lof knapp an die Sache
hält, spricht er sich ganz im freiheitlichen
Sinne aus und stützt sich auf die Gesetz e
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon