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Meittenhiller, Moriz Maria Franz 209 Weittenthal.
Art der Wappenblasonnirung und die
überall genaue Angabe der Quellen fand
seitdem wiederholt Nachahmung. Im
Jahre 1873 schlug Weittenhi l ler
der Verlagsbuchhandlung „Buschak und
Irrgang" in Brunn die Wiederaufnahme
der von derselben 1870 begonnenen Her-
ausgabe des „Genealogischen Taschen-
buches der Ritten und Adelsgeschlechter"
vor, und nach Annahme seines Vor-
schlages redigirte er auf vollkommen
neuer Grundlage die vier Jahrgange
1877—1880 und erschloß damit eine
wahre Fundgrube für Familiengeschichte
und Genealogie Deutsch-Oesterreichs und
Deutschlands. Die Redaction dieses
Unternehmens führt jetzt (1886) sein
Nachfolger Alexander von Dachen-
hausen. Mit 1. Jänner 188! über-
nahm Weit tenhi l ler die Redaction
des von dieser Zeit ab vom heraldischen
Vereine „Adler", beziehungsweise der k. k.
heraldischen Gesellschaft, infolge seines
Antrages herausgegebenen «Monats-
blattes", welchem er noch gegenwärtig
als Leiter vorsteht. Er nimmt an der
wissenschaftlichen Thätigkeit der k. k.
heraldischen Gesellschaft den regsten An-
theil und ist seit 1871 Mitglied ihres
Vorstandes. Am 12. März 1878 wurde
er zum Ehrenmitgliede des Vereines
für geschichtliche Hilfswissenschaften an
der Universität Leipzig „Rother Löwe"
ernannt. M oriz M a r i a von Weilten-
Hitler, seit vielen Jahren Beamter der
' k. k. priv. österreichischen Bodencredit-
an'stalt in Wien, vermalte sich am 21. De-
cember 1872 mit Enge nie Edlen von
Mosel, einer Enkelin des bekannten
Musikschriftstellers, Hofrathes Ignaz
Franz Edlen von Mosel sBd. XIX,
S. 1.M welcher Ehe ein Sohn, Gustav
Maria (geb. zu Wien 18. Mär; 1876),
entsprossen ist.
v. Nurzbach. biogr. Lerikon. I.IV. Weittenthal Karl Sebast. Kleinpauer
Freih. st. k. Oberst, geb. zu Mai land
9. August 1717, gest. zu Gratz 24. März
1793). In Rede Stehender, dessen Vater,
des Namens Kleinpauer, 1688 als
Lieutenant bei Mannsfeld - Infanterie
Nr. 24 diente und als kaiserlicher Ober-
kriegscommissär starb, trat frühzeitig in
das Infanterie-Regiment Lothar Graf
Königsegg Nr. 34, in welchem er, erst
21 Jahre alt, bereits als Hauptmann in
den Schlachten und Gefechten bei Me-
hadia, Kornia, Semendria, Widdin und
Kroczka 23. Juli 1738 gegen die Türken
kämpfte. Dann focht sein Regiment gegen
Bayern im österreichischen Erbfolgekriege
1741—1743, in welcbem er den starken
Paß Wafserfall nahm, nachdem er die
aus Infanterie und hundert Schützen
bestehende Besatzung niedergemacht und
sechs Blockhäuser in Brand gesteckt hatte.
Am folgenden Tage erstürmte er Reichen»
hall, darauf das Schloß Marquardstein,
und bei der Einnahme Münchens durch
die kaiserlichen Truppen 1743 drang er
mit seiner Mannschaft der Erste in die
Stadt ein. Im Feldzuge 1743 zeichnete
er sich in den Schlachten bei Strigau,
Trcmtenau und Kesseldorf, später in den
Niederlanden bei Turgau aus. Als Oberst
wurde er mit Diplom ä<Io. Wien 16. April
1739 in Anerkennung seiner in den Feld-
zügen geleisteten Waffendienste in den
Reichsfreiherrnstand mit dem Prädicate
von Weit tenthal erhoben, dessen sich
in der Folge die Familie als des eigent-
lichen Namens bediente. Freiherr Kar l
Sebastian vermalte sich mit Mar ia
Jose p h a geborenen Losy von
Losenau, aus welcher Familie der be-
rühmte Oberst Ludwig Losy von
Losenau stammt, der in Hermannstadt
am 11. Februar 1849 an den bei Piski
! (9. Februar 1349) empfangenen Wunden
27. Oct. i«86/l ^
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon