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Meiden, Fmuz Ludwig 2l6 Melden^ Franz Ludwig
Commandos der in Görz sicd neu bil^
denden Reserven. (5r eilte sofort an den
Ort seiner Bestimmung, befand sich am
1. Juni schon an der Piave, eröffnete
a:n 8. durch Erstürmung der feindlichen
Stellung bei (wego die Verbindung der
Terraferma mit Tirol, zwang am 14.
Treviso zur Kapitulation und vollendete
die Einschließung Venedigs von der,
Landseite am 24. Juni, an demselben
Tage, an dessen Morgen die Festung
Palmanuova, für deren Beschießung ihm
nur ein Mörser zur Verfügung stand.
ihre Uebergabc erklärte. Am Juli in der er ihm Ausdruck gab, noch schär-
fer. In seinen Manieren gehörte er zu
jenem Schlage von Leuten, für die es in
der deutschen Sprache einen bezeichnen-
den, von einem überaus nützlichen, doch
etwas kräftig wirkenden Geräthe des
Landmcmns entlehnten Ausdruck gibt.
Man bringe dazu allerhand Zwischen-
trägereien in Anschlag, an denen es
unter solchen Umstanden nie zu fehlen
pflegt, und man wird begreifen, wie es
zwischen der Umgebung Welden's und
der des Feldmarschalls erst zu einzelnen
Mißverständnissen, allmälig zu dauernder
rückte er in Padua ein, stellte bis 23. die ! Verstimmung und Verbitterung, zuletzt
Verbindung mit Mantua her, ging am ! zu offenem Zwiespalt, ja geradezu Haß
3. August über den Po, besetzte in der kommen mußte. Sehnte sich Welden
Nacht zum 4. Ferrara, säuberte durch aus dieser Lage, so dachte man auch in
fein bloßes Erscheinen am l>. Bologna ^ Mailand daran, ihn auf gute Art weg-
von feindlichen Freischaaren und kehrte, zubringen, und so kam er durch Ernen<
nachdem er seinen Hauptzweck erreicht l uung zum Civil« und Militärgouverneur
hatte, auf einen von Nadetzky ihm zu-
gekommenen Befehl über den Po nach
Padua zurück, wo er am 9. August
wieder eintraf. In der Nil. Promotion
vom 27. November 1K48 erhielt Wel-
den das Commandeurkreuz des Maria
Theresien-Ordens, und ^war, wie es im
kaiserlichen Handschreiben heißt: „für
die von ihm eingeleiteten und mit ein-
sichtsvoller Tapferkeit ausgeführton Ope-
rationen". Neber die nun folgende kurze
Periode seiner weiteren Thätigkeit in
Italien gehen alle Duellen, gleichsam
wie auf Verabredung, mit auffallendem
Schweigen hinweg, nur Einer bricht das-
selbe, Freiherr von Helfert, wenn-! Orärs äo Vataiiio für seine Unterneh'
gleich auch er mehr andeutet, als eigent- - mungen gegen Wien bereits fertig, und
lich berichtet und aufklärt. „Welden", es gab darin für Welden keinen Platz;
schreibt der anerkannte Geschichtsforscher ! ein solcher fand sich indessen gleich nach
über Oesterreichs neuere und neueste Zeit. ! Einnahme der Stadt, und der Feld-
,,war in keiner Lage seines Lebens der z marschall, welcher Welden seit langem
Mann, mit seinem Urtheil zurückzuhalten, ! kannte und dessen persönliche Eigen-
und dieses Urtheil war scharf und die Form, ! schaften für den Wiener Posten zu wür»
von Dalmatien, welche am 22. Septem-
ber 1848 erfolgte, außer alle unmittel-
bare Berührung mit dem Hauptquartier
Radetzky's." Namentlich war es Ge-
ueral Schönhals, mit dem Welden
sich nicht vertrug. I n dieser Zeit, in
den ersten Tagen des October, benutzte
der mißvergnügte Commandant von
Padua die Durchreise eines Sohnes des
Fürsten Windisch.Grätz, des Prinzen
Ludwig, den ein mehrwochentlicher Ur-
laub nach dem Norden führte, dazu, um
dessen Vater in einem eigenen Schreiben
seine Dienste anzubieten. Als Windisch-
Grätz das Schreiben empfing, war die
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon