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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 218 -
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Seite - 218 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54

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^ Franz Ludwig 218 Melden, Franz Ludwig von reinstem Wasser — und das war Welden — selten zu suchen pflegt. Ein großer Freund der Natur und insbesondere ihrer lieblichsten Kinder, der Blumen, war er in der botani- schen Welt als Blutnist eine Autorität und dabei der Auserwählten einer, welcher herrliche Spuren dieser seiner Thätigkeit nach zwei Richtungen als Schriftsteller und sozusagen als Gärtner, im großen Style den ihn Ueberlebenden hinterlassen hat. Schon 1808, da er zu Salzburg als Hauptmanu im General» stabe sich befand, lernte er den Botaniker Franz Anton Braune Md. I I , S. 124 j^ kennen, der in ihm zur Botanik eine Vorliebe weckte, welche sich nachher zu Wien in Gesellschaft von I . Iacquin, Portenschlag, Sieber und Schott, Vater, vollends ausbildete. Seine mili- tärische Stellung setzte ihn in die Lage, durch wissenschaftliche Reisen seine Kennt' nijse ungemein zu erweitern und die be- rühmtesten Naturforscher Europas per- sönlich kennen zu lernen. So durch- forschte er 1821—1824 als Oborst und Chef des österreichischen Generalstabes in Italien den höchsten Alpenzug Europas vom Montblanc über den Monte Rosa bis zum Ortler, und das Ergebniß dieser Durchforschung ist die Monographie: „Der Monte Ausa. ^'inr tupugrllzitziäch-i!lltüi> historische Sluur, nebst rinrm Znhüngc der unn Herrn Zumätcin gcmllchtrn Aeiäen zur Grstci- gnng 5rilicr Giftt'c!. Mic l^ tapugr. Narte, 1^ Nupter nnd 6 Htcintllt'ein" M i e n j824, Gerold, gr. 8".). Dann' besuchte er Neapel und Sicilien, und 1823 unternahm er eine botanische Alpenreise durch Steiermark, Salzburg, Tirol und die Schweiz. Früher schon hatte er aus Porten schlag» Ledermeyer's Materialien einige Blät- ter der Pflanzen Dalmatiens auf seine Kosten von Rochel zeichnen und in Kupfer stechen lassen, und sind dieselben im Jahrgang 1824 von Hormayr's „Archiv" unter dem Titel: „Nnumli- i-Ätio piA.nt2.rnn1 in Dain^ti9. Isotk- rum" erschienen. Als dann Freiherr von Welden 1828 als General und Militär- adjutant nach Dalmatien kam, durch- wanderte er nicht nur selbst dieses da- mals noch so wenig bekannte Land, fondern war auch während seines drei- jährigen Aufenthaltes daselbst allen Bo- tanikern, welche das Land besuchten, mit Rath und That behilflich. Aber er that noch mehr. Auf dem öden Boden von Zara schuf er den Volksgarten, eine wahre Wohlthat für denjenigen, der sich dahin verschlagen sah. Der General wurde auch in Liedern verherrlicht, und die damals erschienene Broschüre: ,,II nuovo FiÄräino" (2a.ra. 1829), welche Gesänge von eingeborenen Dichtern ent- hält, ist ihm gewidmet. Seine eigenen Studien über die Pflanzen Dalmatiens gab er aber in der Regensburger botani» schen Zeitung „Flora" sl829, Bd. I, S. 43, 44. 300, 303; 1832. Bd. I, S. 308—320, 327—330^ heraus. Auch besuchte er die angrenzenden Länder und veröffentlichte in der Witthauer'schen „Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur u. s. w." 183l, Nr. 79—84 seine Skizzen aus Albanien und Montenegro. Die vorerwähnte Zeitschrift „Flora" enthielt in den Jahren 1820—4841 auch noch andere Arbeiten, meist botanische Reife» berichte und Notizen des Generals, wie er denn auch zu Reichenbach's ^loi-a x6rlnti.ni<5g." zahlreiche Beiträge lieferte. Nach seinem Tode erbte die Regensburger botanische Gesellschaft sein Herbar. Als er im Jahre 1838 als Divifionär nach Gratz kam, wurde auch dieses, und zwar namentlich der Schloßberg, Gegenstand 'einer horticulturellen Schöpfungen, wio
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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