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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 219 -
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Melden, Franz Ludwig '219 Melden, Fmnz Ludwig sich denn an manche Verschönerung der lieblichen Murstadt sein Name knüpft; in Innsbruck später schuf er mit seinem Alpenhause eine gar anmuthige Idee, denn nun fand jede Sarifraga, jede Gen- tiane und jede andere Alpenblume in demselben den ihr gebührenden Felsblock oder die ihr gewohnte grüne Unterlage. Gleiches Interesse, und darin wurde er von seiner Gemalin — über diese mehr unten — unterstützt, brachte er mit für die Anschauung landschaftlicher Nach- bildungen durch die bildende Kunst und legte mit feinem Kunstsinne ein Album von Aquarellen an, für das er nicht leicht ein gelungenes Blatt fahren ließ, wenn es ihm zu Gesichte kam. Die Muße seines militärischen Berufes, namentlich in den Friedensjahren, benutzte er zur Nieder- legung seiner Ansichten und Beschreibung seiner Erlebnisse in den denkwürdigen Kriegsepochen, welche er selbst mit- gemacht; so schrieb er denn über den Feldzug 1809, dann über den „Feldzug der Oesterreicher gegen Rußland im Jahre 1842. Aus offiziellen Quellen", welche Arbeiten erst 1870 im Druck er- schienen; über den Krieg der Oesterreicher in Italien gegen die Franzosen in den Jahren 1818 und 1814 und ließ kurz vor seinem Tode erscheinen: „Episoden llv5 uilinrni Men" (Gratz 1833, Damian und Sorge, 8".). Der beiden durch seine Tapferkeit 1813 und 1848 erkämpften militärischen Auszeichnungen des Maria Theresien»Ordens wurde bereits gedacht, außerdem besaß er noch Dekorationen von Rußland, Preußen, Sardinien, Bayern und Parma, war seit 1840 zweiter Inhaber des 22. Infanterie- Regiments Prinz Leopold von Sicilien und 1849 erster Inhaber des 20. Infan> terie-Regiments, heute Kronprinz von Preußen. Nachdem FeldzeugmeisterWel- den in den Ruhestand getreten, zog er sich für den kurzen Rest seines Lebens (Juni 1851 bis August 1833) in das ihm so liebgewordene Gratz zurück, wo er nach längerem schmerzlichen Leiden im Alter von 73 Jahren sein Dasein be- schloß. Ein ihm gewidmeter Nachruf schließt mit den Worten: „Welden, ein Soldat im vollsten Sinne des Wortes, hatte bei geradem, offenem, vielleicht barschem Charakter regen Sinn für jede Schönheit der Natur, für jede Kunst und jedes gewerbliche Interesse. Zarten Empfindungen sehr zugänglich, erfreute er sich an der Großartigkeit der Alpen- natur, wie an der Lieblichkeit der Blumen und Pflanzen, die er sorgfältig hegte und pflegte. Er war ein Mann der Ordnung und des Gesetzes — ein Schrecken Aller, welche bei den politischen Umtrieben ihrem Eigennutze nachhingen. Er buhlte nach keiner Popularität, denn die uner- schütterliche Festigkeit seines Charakters gegenüber den Feinden des Vaterlandes mußte ihn populär machen. Mit Energie, Geradheit und Ehrenhaftigkeit in sel» tenem Grade verband er auch ein theil' nehmendes Herz, aber niemals auf Kosten seiner Pflicht, denn wo diese Strenge heischte, wurde sie auch nach' sichtslos geübt. Er hat zwar keine glän« zenden und entscheidenden Siege er» fochten, aber er hatte dem glorreichen Siegeszuge Nadetzky's in Italien trefflich vorgearbeitet, hat auch sonst dem Staate ausgezeichnete Dienste geleistet, und wenn der Patriot der Retter des Vaterlandes gedenkt, so wird er gewiß den unbeugsamen Welden nicht ver< gessen, dessen Wirken in Wien wohl eine gewonnene Schlacht aufwiegt." Freiherr von Welden war dreimal ver- malt, zuerst mit Therese geborenen Gräsin Soppranza (gest. 183l>, dann
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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