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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 230 -
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Andreas Mellmann^ Christian Wilhelm reren Collegen zu Fuß durch Sieben- bürgen und bezog 1881 die protestantisch' theologische Facultät in Wien. Daselbst wurde er durch seine Vorliebe für Ma» ' thematik und Astronomie mit den beiden Li t t row, Vater und Sohn, näher be< kannt und unterhielt mit Letzterem einen brieflichen Verkehr bis an sein Lebens« ende. In den Ferien bereicherte er seine Kenntnisse durch Fußreisen, welche er von Wien aus in Oesterreich, Mähren, Schlesien unternahm und bis Wieliczka ausdehnte. 1832 von Wien nach Sieben» bürgen zurückgekehrt, wurde er Schul> rector in Heltau, 1836 Gymnasiallehrer ' in Hermcmnstadt, und von da kam er 4839 als evangelischer Pfarrer nach Fo garasch. Seinem Kaiser und seiner Na tion treu ergeben, duldsam gegen andere Religionsgenossen, gerieth er in den Wirren des Jahres 1848 in Lebens- gefahr, und nahe daran, standrechtlich er- schössen zu werden, wurde er nur durch einen rechtzeitigen Gegenbefehl Bem's gerettet, aber dieser Schrecken hatte auf ihn so nachhaltig gewirkt, daß man ver- muthet^ derselbe sei mit Ursache des frühen Todes gewesen, durch den der Geistliche im Alter von erst 40 Jahren dahingerafft wurde. Well mann war ein Priester von gediegener Bildung, er besaß astronomische Kenntnisse, sprach außer den vaterländischen die englische und französische Sprache, interessirte sich für römische Alterthümer, Pomologie, Musik und Turnkunst, für Mäßigkeits- und Landeskunde-Vereine und stiftete einen Lese-, Bürger- und Frauenverein. Durch seine Verwendung erhielt die evangelische Gemeinde zu Fogarasch eine neue schöne Kirche, ein wohnlicheres Pfarrhaus, eine ueuorganisirte Schule. Auch wurde durch Andreas Wellmann das deutsche Element zum Bewußtsein seiner selbst gebracht und durch Bildung und Sitti' gung so gehoben, daß es unter der dor- tigen stark gemischten Bevölkerung seinen Platz mit Ehren behauptete. Well- mann's schriftstellerische Thätigkeit be- schränkt sich nur auf wenige Arbeiten, deren Titel sind: (Oidini i 1837, 8".); — „Neüe nber den hüilöllinen OinklnsZ einer weisen nn!> Kräftigen Aegiernng ant ihr V M dmch Vereitelung nntl Abwehr de5 N'ööen, am 23. April 13Ä2 ülö dem Gcbnrtst'eZte Seiner Nasestät krs Ulli5rrs Frr- tlinand l. gehalten. NebZt einem Anhang in Gedichten" (Kronstadt 1842, I . Gott, 8«.>; — „NeiZebrieke an3 drin Müde der Sachzen in Zlebenbürgen" (ebd. 1843, 8".). Der Er- trag dieser und der vorigen Schrift war zum Besten der Herstellung der Schul« und kirchlichen Bauten der evangelischen Kirchengemeinde A. C. zu Fogarasch be> stimmt. Da Wel lmann, der nicht Ge» legenheit hatte, ein Vermögen zu scnn» meln, seine Witwe und zwei Kinder in bedürftigen Umständen zurückließ, ge> ruhten Seine Majestät der Kaiser, der Witwe „des durch besondere Treue und Hingebung ausgezeichneten Pfarrers" eine Pension jährlicher 200 fl. C. M. zu verleihen. Siebenbürgen Vote, l«4U. Nr. N2; isso. Nr. 143. — Sate l l i t . Veila^ zur „Krön« städter Zeitung", Nr. 4 vom l6> Jänner <8^ i<>. — F r i e d e n f e l 6 (Eugen von). Joseph Bcdruö von Scharberg. Beiträge zur Zeitgeschichte Siebenbürgens im neunzehnten Jahrhunderte (Wien 1877. Braumüllcr, gr. ij<>.) Bd. I, S. 91; Bd. I I , S. N8. Noch sind zwei Siebenbürger des Namens Wel lmann erwähnenöwcrth: 1. Christian Wilhelm (gest. im Jahre 1763). Aus Mediasch gebürtig, studirte er Theologie in Jena und Wittenberg und veröffentlichte an letzterem Orte drei Dissertationen unter dem
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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