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Wellersheimli, Otto 232 Mellersheiml») Otto
Abhandlung über dieses zeitgemäße Thema
in der Vierteljahresschnft des deutschen poly»
technischen Vereines » ' I I I . Jahrg.. 2. Heft)
veröffentlicht.
Wclser von Welscrsheimb, Otto Graf
(k. k. Generalmajor, geb. zu Gratz
am 4., nach Anderen am 42. October
4822, verunglückt im Caldonazzersee
bei Trient am 8. März 4871). Der
Sproß eines alten berühmten, durch die
Ahnfrau Phi l ivp ine dem ah. Kaiser»
hause nahe stehenden Geschlechtes,- über
welches die Quellen sS. 233^ berichten.
Ein Sohn des Grafen Leopold Cas-
par Vincenz aus dessen Ehe mit A n-
tonie Gräfin Szapary, trat er. im
Oetober 1832 zur militärischen Ausbil-
dung in die Wiener-Neustädter Akademie,
aus welcher er Anfangs September 4839
als Lieutenant minderer Gebühr zu Pro-
haska Infanterie Nr. 7 eingetheilt wurde.
Im Regimente rückte er im Juni 4843
zum Lieutenant höherer Gebühr vor. Im
November des folgenden Jahres kam er
als Oberlieutenant zu Hessen-Homburg
Infanterie Nr. 49, wo er im Mai 4849
Hauptmann zweiter Classe, im Februar
1831 Hanptmann erster blasse wurde.
Im Mai 4832 als solcher zu Culoz-
Infanterie Nr. 34 übersetzt, ward er am
3. Mai 4 837 Major bei Erzherzog
RainerInfanterle Nr. 39, am 27. De-
cember 4839 Oberstlieutenant bei Erz-
herzog Heinrich-Infanterie Nr. l>2, am
48. August 4860 Oberst bei Kaiser Ale»
xander von Rußland-Infanterie Nr,. 2.
Am 11. September 4866 erhielt er als
disponibel gewordener Brigadier das
Commando des Infanterie - Regiments
Baron Steininger Nr. 68, am 9. No-
vember 4867 wurde er Generalmajor
und Brigadier bei der 8. Trupyendivision
mit der Station Trient, die dem jungen,
noch nicht fünfzigjährigen General so! verhängnisvoll werden sollte. Nährend
! seiner mehr als dreißigjährigen Dienst-
zeit — von 4839 bis 187l — hat Graf
Welsersheimb die Feldzüge 4848,
4849, 4839, 1866, und zwar letzteren
als Brigadier im 7. Armeecorps in Ita-
lien, mitgemacht und sich immer durch
echten Soldatenmuth, der mit wahrer
Todesverachtung den größten Gefahren
entgegenging, ausgezeichnet. Im Treffen
bei Montebello am 20. Mai 4839 that
er sich, damals Major bei Erzherzog
Rainer-Infanterie, in Führung seines
Bataillons durch besondere Bravour her-
vor; im Gefechte der Division Urban bei
Castenedolo am l3, Juni dieses Jahres
trug er durch seine ohne Befehl mit
dem 3. Bataillon gegen Ciliverghe aus-
geführte Flankenbewegung wesentlich
zum günstigen Ausgange des Gefechtes
bei und erhielt dafür den Orden der
eisernen Krone dritter Classe. Für sein
tapferes Verhalten in der Schlacht bei
Solferino am 24. Juni 4839, in welcher
das vereinigte Regiment unter seinem
Commandanten Obersten Schröde r mit
oft bewährter Bravour focht, erkämpfte
er sich das Militär»Verdienstkreuz und
für Auszeichnung im Feldzuge 1866
den Orden der eisernen Krone zweiter
Classe. Als der Graf seine Brigade über-
nahm, führte er in den Bergen des süd'
lichen Tirol die gewagtesten Partien
aus, bei denen er, als ungemein ge»
wandter Bergsteiger Unglaubliches lei»
stete. I n den ersten Tagetl des Monats
März 4874 war er, von Levico kom-
mend, auf dem Wege nach Trient be<
griffen. Nm den Weg abzuschneiden, be>
schloß er, mit seinen Begleitern, seinem
Adjutanten Oberlieutenant Radlitzka
und dem Genie°Oberlieutenant Ritter
von Ettmeyer, über den noch zuge-
frorenen See von Caldonazzo zu gehen.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon