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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 234 -
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Seite - 234 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54

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Weiser, Bartholomäus 234 Welser) Barkholomälts Friedrich und Wolfgang Christoph mit Diplom Kaiser Kar ls VI. 6äo. Wien 2^. März i?l9 in den R ei chs g ra sen stand crdoben wurde, stammen die heutigen Grafen von Welsersh eim b ab. Ueber die Mit« slieder dieses Hauses, welche im Dienste des Staates und des Heeres sich hervorgethan, folgen weiter unten nähere Angaben. Was die durch Ehen geschlossenen Verbindungen anbetrifft, so finden wir in dieser österreichi- schen Linie die Namen der ersten Familien des Reiche, aus welchen die Söbne sich ihre Frauen geholt, und in welche die Töchter hineingeheiratet haben, so oie Sie in ach. Teusfenback, Saurau, Aichelburg, Szapäri i , Huenburg. Ooeß, Wa- shington. Gal ler. Den hellsten und reich» ften Glanz wirft aber auf ihr Geschlecht die ebenso schöne als züchtige Patrizierstochter Phi l ivv ine, welche durch ihre sittige An- inuth einen edlen Sprossen des Habsburger Hauses so fesselte, daß er ibr am Aliare die Hand reichte. Unter den denkwürdigen Per< sönlickkeiicn der Welser berichten wir Meh< reres über die holde und sittige Augs- durgerin. 1l, Einige für Oesterreich deukuilirdige Spros- sen der Familie Welser und NMser von Welsersheimli. l. Nartholonräus Nelser, welcher im sechzehnten Jahrhundert lebte. Ein Sohn Anton Welser's aus dessen Ehe lnii Kathar ina Vodl und Groß- vater Phi l ivv inens, gehörte er gleich den Fuggern zu Augsburgs reichsten Kauf« leuten und lieh Kar l V. die für einen Privatmann unerhörte Summe oon zwölf Tonnen Goldes. Für dieses Darleben er« biclten die Welser 1528 das goldreiche Küstenland Venezuela zwischen dem l(). und l2. Grade nördlicher Vn'iie in der Länge von 2«') Lc'guas zwischen den Vorgebirgen Macarapana und de la Vela verpfändet, unter der Bedinaung: die Eroberung des Bandes zu vollenden, ;u diesem Zwecke wenig» stens 300 Mann versuchter Krieger und 30 er» fat^rene Bergleute zu stellen und in ihrem neuen Reiche zwei Ortschaften und drei feste Plätze anzulegen. Die Indianer konnten sie alle zu Sclaven machen, oder solche kaufen, die bereits Sclaven wären. Zum Feldhaupt« mann wurde Heinrich Al f inger gewählt, der unter Georg von Freu ndsberg's Landö< knechten in Wälschland gedient batte; und unter Alfinger's Befebl stand Bartholma Seiler. Sie kamen im Sommer l529 m>t 80 Pferden und 400 Fußknechten auf zwei Schiffen an. Diese Deutschen waren meist Protestanten, demnach gab man ihnen in Spanien, zur Bekehrung der Wilden, viele Dominicaner mit. Es ist nicht unsere Auf- gabe, den Zug der Welser'schen Erpedition ins Einzelne zu verfolgen. Er drang vor, aber in wenig rühmlicher Weise Grausam» keiten gegen die Eingeborenen verübend. Alf inger erlag 1535 einer Wunde, die er im Kampfe mit den Eingeborenen empfan- gen hatte. Nun übernahm den Oberbefehl Georg von Speier, der dann plötzlich vom Schauplatz verschwindet. Die Streifzüge der deutschen Erpedition hatten die Eifersucht der Spanier, die dort schon seit langem weilten, geweckt, und es Hai allen Anschein, daß Georg von Spei er von den Spanirrn er- mordet wurde. Nun trat an die Spitze des Unternehmens Philipp von Hütten, und ihm schloß sich ein Sohn Bartholomüus Welser's. Bartholomäus der Iün« gere, an. Der Zug Beider dauerte so lange, daß man denselben schon für verschollen hielt, alü in der Charwoche 1545 der Statthalter von St. Domingo Juan de (5arauazal hunderi Meilen von Venezuela auf die längst Todtgeglaubten mit ibren Begleitern traf. Hütten und Welser befanden sich im Be» sitze großer Schätze, welche die Raublust der Spanier weckten. Da die Schaar der beidr.i Führer durch den langen Zug infolge von Erschöpfung und .Mank^eit stark zusammen» geschmolzen war, faßte Carauazal den Plan, Hütten und Welsor sammt ihrem Gefolge zu ermorden. Er führte den teuf, lischcn Plan auch aus, in der Nacht wurden die arglosen Deutschen überfallen und nieder- gemacht; dem Blutbaoe entging nur Einer, dem cü gelang, sich zu flüchten, und der glücklich die Heimat erreichte. Dieser über« brachte die Nachricht von der Gräuelthat dem Bruder Hutten's. dem damaligen Bischof von Speicr. Letzterer sowohl als W el >' e r's Vattr begehrten von Kaiser ^ a r l V. Sübne dieses Verbrechens. Sie erlangten auch die Hinrichtung des Anstifters, aber die von den Spaniern geraubten Schätze blieben für immer verloren. Auch die wich- tigen Tagebücher der Ermordeten wurden von den Spaniern nicht herausgegeben. Der Verlust des Sohnes scheint dem alten Wel- ser die amerikanischen Besitzungen verleidet ,zu haben. Auch war er derselben nie recht
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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