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Welsperg (Genealogie) 247 Melsperg Engen
rin Beneficium. — Was die Würden und
Aemter, welche dieses Geschlecht besaß, an«
belangt, so standen mehrere Welsperg in
Hofdiensten, ja bereits im 42. Jahrhunderte
als Hofjunker der Grafen von Tirol und als
Erbbeamte der Grafen, von Görz; andere
dienten im Heere und in der Kirche; so finden
wir die Nelsperg unter den siegreichen
Kämpfern in der Schlacht, welche zwischen
den Tirolern und Venetianern am ll). August
l487 bei Calliano geschlagen wurde, wo
Letztere 3000 Todte auf der Wahlstatt ließen
und 5t)W Wagen verloren; dann blieb ein
Welsperg. der kaiserlicher Oberst war,
169(1 bei der Erstürmung Belgrads durch die
Türken; ein Wi lhelm von Welsperg
wurde Bischof von Vrixen; ein Guidobald
war oberösterreichischer Negimentsrath und
Vogt zu Nellenburg. Der Freiherren»
stand gelangte zu verschiedenen Malen in die
Familie, so durch Johann von Welsperg,
der bei Kaiser Ferdinand I. die SteUe
eines geheimen Rathes bekleidete, und mit
Diplom siäo. 8. Juli 1339 durch die Vettern
Siegmund und Kar l , welche t53t die
Erlaubniß erhielten, mit ihrem Familien»
Wappen das des erloschenen Geschlechtes der
Herren oon Vi l landers zu vereinen. Mit
Diplom vom 9. Juni i567 wurden, die
Welöperg Reichöfreiherren. Als 1568
Kaiser F e r d i n a n d im Lande Tirol
das Ob erst « Er bstall ' und K ü
ch e n>
meisteramt errichtete, erhielt Ehristoph
Freiherr von Welsperg der Erste dasselbe
und i37l uon Kaiser Mar I I . den Zusay
deö Wappens und Titels von Pr imör und
Naitenau. Freiberr Guidobald ward mit
Diplom cido. i'>. April <«<>:! in den Grafen«
stand erhoben. Schließlich empfing Graf
Phi l ipp, Gouverneur von Inneröfterreich
am 2«.». Februar 4791 die steirische Land'
Mannschaft. Was dle Tochter dieses
Hauses betrifft, so heirateten sie in die ersten
und edelsten Geschlechter des Kaiserstaates,
wie sich die Söhne ihre Gattinen aus den«
selben holten. Wir begegnen unter diesen Ge<
schlechtem den Namen: Vrandis, 'Fuchs,
Fugger. Hardegg. Hohenembs. Lo>
dron, Spaur, Sprinzenstein, Thurn.
W o l k e n st
e i n, Zol lern und anderen. ^G e-
nealogisches Taschenbuch der deutschen
gräflichen Häuser (Gotha. Perthes, 32".)
XVI I . Jahrg. (1844) 3. «3l. — Hifto»
risch «heraldisch es Handbuch zum ge<
nealogischen Taschenbuch der gräflichen Häuser (Gorha i^ij^i. Just. Perthes. 32<>.)
S. i066. — Mairh ofer sTheodor). Puster'
thals alte Adelsgeschlechter (Briren und Lienz
1863. Weger. gr. 8".) S. 66 u. f.: „Nels<
pera". — Die ;wei Ttammtafeln berücksich»
tigen nur '^ wei Linien dieses Geschlechtes,
wrlche zu diesem Werke in nächster Bezie»
hung stehen. Die Erfahrungen bei meinen
vielen vergeblichen Versuchen, von den be<
treffenden Familien die erforderlichen Ma-
terialien für meine Arbeit zu erhalten, haben
mich veranlaßt, ein< für allemal davon abzu-
sehen und nur mit jenen Materialien zn
helfen, die ich eben habm kann. Die vorhan»
denen Quellen.- Zedler. K neschke. „Hand»
buch ',um Taschenbuch der gräflichen Häuser"
u. s. w, niaclim aber die Darstellung einer
ununterbrochenen Ttammesfolge unmöglich.
Bei dieser Gleichgiltigkeit verkennen dirse Fa«
mil'.en rdenso ihre Pflicht als idren Vortheil.
I I . (Linige lierucirragcndc Sprossen des Vrafen-
geschlechtcs Wclsperg. l. Eugen Graf (geb.
25. März 18Uil. gest. 2!1. August 1867). Der
älteste Sohn des Grafen Karl Joseph
Anton aus dessen erster Ehe mit Hen»
riette geborenen Zreiin von Türkheim,
trat er in jungen Jahren in ein kaiserliches
Reiter-Regiment und wurde 1843 bereits
erster Rittmeister im Nhlanen'Regimente Erz»
herzog Karl Ludwig Nr. 3. Später schied er
aus den Reihen der activen Armee und zog
sich auf seine Güter in Tirol Zurück. Dort
aber wirkte er in Tagen der Gefahr in ener»
gischer Weise. So griff er. als 1860 der
brudermörderische Krieg ausorach und das
mit Preußen verbündete Italien die südlichen
Grenzen zu überschreiten und in Tirol einzu»
brechen drohte, wieder zu den Waffen, ver»
sammelte die wackeren Tiroler Tchützen, die
aus allen Theilen des Landes herbeiströmten,
um sich, stellte sich an ihre Spitze und fühlte
sie dahin, wo die Grenze bedroht war, um
sich dort den Welschen entgegenzustellen. Nach
beendetem Kriege widmete er dem Landes«
schühemvesen in Tirol seine besondere Auf»
merksamkeit, und ihm vornehmlich verdankt
es den Aufschwung, den es allmälig zu
nehmen begann. Auch trat der Graf den An-
maßungen der Italianissimi in Südtirol, die
von den angrenzenden Lombarden und Vetie«
tianern immer wieder aufgestachelt wurden,
gegen Oesterreich wühlten und Proselyten zu
werben suchten, auf das entschiedenste ent<
gegen, stand energisch für das deutsche und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Weil-Weninger, Band 54
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Weil-Weninger
- Band
- 54
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1886
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 346
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon