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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 252 -
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Welten 262 Metten an der dortigen Universität die ersten zwei Semester der medicinischen Stu- dien. Nun kehrte sie wieder nach Wien zurück und erhielt endlich für weitere vier Semester zu den Vorlesungen der medi» cinischen Facultät Zutritt. Doch aber hatte sie nicht die geringste Aussicht, da» selbst zum Examen zugelassen zu werden, infolge deffen begab sie sich im Herbste 4877 zum zweiten Male nach Bern und bestand dort Ende 4880 ihr Doctor- examen. Rosa Welt ist demnach der — freilich nicht in Oesterreich, aber sonst doch ganz ordnungsmäßig graduirte — erste weibliche Doctor der Medicin in Oesterreich. Indeß hielt die strebsame junge Dame ihre Ausbildung noch nicht für abgeschlossen. Nachdem sie zu ihren Eltern in Wien zurückgekehrt war, hörte sie daselbst unterschiedliche Vorlesungen, besonders über Augenheilkunde, wurde dann für ein halbes Jahr Hospitantin im dortigen Rothschildspitale unter der Leitung des Sanitätsrathes Dr. Oser und ging darauf nach Dresden, um da» selbst Hilfsarzt der königlichen Entbin- dungsanstalt zu werden. Ihre weiteren Geschicke sind uns nicht bekannt, doch dürfte sie mittlerweile an einem Orte, wo sich ihrer Praxis keine Hindernisse in den Weg stellen, dieselbe bereits ausüben. I l lus t r i r te Frauen . Zeitung (Berlin. Fol.) i. Juli i88l. Nr. 13. Porträt. Dasselbe im Holzschnitt in einem Gruppenbiloe gemeinschaftlich mit den weib« lichen Doctoren: Marie Heim.Voegt l in . Emilie Lehmus. Francis Elisabeth H o g. gan. Anna Dahms und Francisca Tibu r« tius, in der genannten Nummer der vorigen Zeitung. Welten, Oskar (Schriftsteller, geb. in Zemberg am 30. December 1844). Oska 5 Welten ist ein Pseudo- nym und Doleschal der wahre Name des in Rede Stehenden, dessen Vater, wenn ich nicht irre, in kaiserlichem Dienste, und zwar in der Manipulations- abtheilung irgend eines Amtes zu 3em-. berg stand. Von drei Brüdern widmete sich der jüngste der Schauspielerlaufbahn; der älteste betrieb als Buchhändler mehrere Jahre in Luzern sein Geschäft, welches er nach seinem Tode der Witwe und dem Sohne hinterließ, die es unter dem wahren Familiennamen Doleschal noch zur Stunde führen. Der mittlere — unser Oskar Welten — beendete seine Studien in Zemberg, erlangte da» selbst die philosophische Doctorwürde und widmete sich der Schriftstellerei. Auf diesem Gebiete schrieb er bisher eine er» kleckliche Menge Theaterstücke und No« vellen, aber erst durch den Kampf, den er gegen das gewerbsmäßige Verleihen von Büchern unternahm, und der so;u» sagen die Leihbibl iotheken frage auf die Tagesordnung stellte, machte er seinen Namen in weiteren Kreisen be» kannt. Doch die mit großem Lärm in Scene gesetzte Angelegenheit, welche immerhin einiges Interesse einflößt, und in welcher gewiß die Verleger und Auto- ren, aber leider nicht das Publicum auf Welten's Seite stehen, verlief zuletzt im Sande, und die Ieihbibliothekenfrage ist aä trota gelegt; die Schrift aber, mit der er in dieser Sache zu Felde zog, führt den Titel: „An5erAlcht gegen die Aeilibiblill- theken" (Berlin 1884, 8».). Zu Anfang der Siebenziger-Iahre lebte Welten in Wien und trat daselbst als geharnischter Kritiker auf, wie es einige Anzeigen dar- thun, die er in dem wenig gelesenen Blatte „Plaudereien" zum.Besten gab. Auch erschienen in dieser Zeit bei zwei Wiener Verlegern je ein Theaterstück im Drucke, und zwar: „Gin Neib der Neualv-
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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