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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 255 -
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263 Meltz, Vrit Jahrhunderts (Leipzig 1883. Reclani 12".) Bd. I I , S. 469. tz, auch Welz, die Grafen von. Eines der historisch denkwürdigsten, bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts im Kaiserstaate blühenden Adelsgefchlechter, war es zunächst in Kärnthen seßhaft, wo es das Erbstablmeisteramt, die Schlöffer Welzenegg, Ober- und Unterwelz und eines der merkwürdigsten Vorreckte besaß. Wenn nämlich in vergangenen Tagen nahe bei Welzenegg unweit der Propstei Maria Saal in Kärnthen der angehende Landesfürst auf dem sogenannten Königs- stuhle von einem Bauern unter ganz eigenthümlichen Bräuchen, unter denen wir nur den Backenstreich erwähnen, den er von Letzterem erhielt, die Lehen empfing, hatten die Weltz von dem Augenblicke an, wo der Landesfürst an den Königs- stuhl trat, bis zum Schluß der Belehnung das äußerst gefährliche Recht, überall im Lande niederzubrennen, was ihnen be» liebte, ohne Widerspruch und Gegen» wehr, wenn man sich nicht mit ihnen ab- fand. Neberhaupt gehörte diese Belehnung des Kärnthnerfürsten zu einem der merk- würdigsten aus den Zeiten Kaiser Kar ls des Großen überkommenen Brauche des Mittelalters. Der Ursprung der Grafen von Weltz reicht in den Anfang des dreizehnten Jahrhunderts zurück, in wel« chem um 4240 Siegfr ied Weltz von Ober» und Unterwelz und Rosen» fels als der „getreue Welzer" genannt erscheint, weil er sein Vaterland Kärnthen gegen die Venetianer mit Tapferkeit und Treue beschützte. Das Geschlecht ent- wickelte sich allmälig in großartiger Weise, und um die Mitte des vierzehnten Jahr- hunderts stifteten Wul f ing und Hans Weltz, die Söhne des 1330 als Burg- graf in der Seeling genannten Conrad und seiner Gattin Bert ha von Wurtz« , heim, I. die P a y e r s d o r f e r und ^ I I . die Spiegelfelder und Andreas ivon Weltz I I I . die Eberfteiner Linie. ! Diese drei Hauvtlinien zweigten sich all- ! mälig in zahlreiche Nebenlinien ab, von ^ denen einige noch im vorigen Jahr- , Hunderte blühten. Wir verweisen Die- ! jenigen, welche sich über den Familien- ! stand des sonst so denkwürdigen Ge l schlechtes Weltz seinem ganzen Umfange ! nack näher unterrichten wollen, auf den z umständlichen Artikel in Zedler's Uni- ! versal'Lerikon. Wir beschränken uns hier nur mit einem kurzen Rückblicke auf jene Sprossen, welche für den Kaiserstaat ein besonderes Interesse baben. So seien ! denn neben dem scbon erwähnten Sieg- !fried Weltz, der um 1240 lebte, noch erwähnt: 4. Friedrich, sechster österreicki» scher Landeshauptmann in Kärnthen, der 1364 die Venetianer aus diesem Lande, in das sie hineingedrungen waren, hinaus- scklug. Er selbst aber ist nachmals im ! Kampfe in Ungarn geblieben. — 2. Veit kämpfte 1492 gegen die Türken, die unter Al i Pascha's Anführung ins Land einbrachen und besonders um Vil- lack herum übel hausten. Der damalige Landeshauptmann Rudolf von Kh e v e n» hil ler zwang an der Spitze des Adels und des Landesaufgebotes in einer Starke von 7000 Mann den weit überlegenen Feind zur Schlacht, in welcher dieser eine furchtbare Niederlage erlitt, denn 10.000. Türken lagen auf der Wahl- statt erschlagen und 7000 waren ver- wunder, so daß nur wenige durch die Flucht entkamen. Die Christen verloren über 3000 Mann, und fast alle Edelleute trugen schwere Wunden davon. Als Al i Pascha sein Pferd zur Flucht spornte, schoß ihn Veit Weltz in die reckte Schulter, worauf der Türke niederstürzte und in kurzer Zeit seinen Geist aufgab.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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