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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 257 -
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Weih, Iustinian Ernst 287 Melb Siegmund Friedrich Ernst dam einlud und sie aufforderte, ihm in seinem Bekehrungswerke behilflich zu fein und zu den Heiden, zu denen er sich begebe, zu folgen. Die Holländer aber erklärten sich gleichfalls gegen sein Vor- haben. So entschloß sich denn Iusti- nian Ernst, seinen Plan, zur Bekeh- rung der Heiden auszuziehen, allein zur Ausführung zu bringen. Er ließ sich zu diesem Zwecke von dem Prediger zu Zwoll in der Provinz Ober-Issel, Fried- rich Brecklingen, vor seinem Abgänge zum Apostel der Heiden ordiniren und trat seine Reise nach Surinam und Esse- quebo an. Dort endete er 1668 sein Leben. Gerüchten zufolge, die herüber nach Europa gelangten, wäre er von wilden Thieren zerrissen worden. Der oben erwähnte Widerstand, der ihm, dem Lutheraner, von den eigenen Glaubens- genossen geleistet wurde, beruht nach dem Zeugniß von Protestanten selbst auf tieferen Gründen. Weltz hatte nämlich das Verderbniß, welches damals im Lutherthum sich ausbreitete, erkannt, da» gegen Klage und Mahnung erhoben und auf Besserung gedrungen, dadurch aber in den betroffenen Kreisen Sorge und Aergerniß erweckt. So waren denn theils aus Neid, theils aus Furcht vor einer neuen Reformation Widersacher auf- getreten, welche seinem Vorhaben mit aller Entschiedenheit sich widersetzten, wenngleich die meisten Professoren der Theologie und Superintendenten der evan- gelischen Kirche, welche die Sache mit Ruhe und Besonnenheit prüften, dasselbe völlig billigten. Im Nebrigen behandeln die „Unschuldigen Nachrichten" 1713, S. 789 u. f., 1736, S. 300 u. f., Fa° bricius in seiner .,Hi3borw Liblio- tkec^o Lua.6« Bd. V, S. 43 und Gott- fried Arnold in seiner „Kirchen- und Ketzerhistorie" tom. I, lid. XVII , o. Würzbach, biogr. Lerikon. I.IV. sGedr, p. 368 und tom. I I , p. 147, ?.ap. 13 diesen Gegenstand ausführlicher. — 13. Victor (geb. 1634), deutscher Or- densritter, fiel 1674 im Kriege gegen Frankreich. — 14. Gotthard Alfried (geb. 19. März 1634, gest. 3. August 1724), trat zunächst in kaiserliche Kriegs« dienste und war wahrend der Belagerung Wiens durch die Türken 1683 Oberst- lieutenant und Commandant der von Angehörigen der Universität gebildeten drei Compagnien; 1693 wurde er zum Reichshofrathe ernannt, 1699 zur Wahl des Bischofs von Würzburg abgeordnet und 1700 —1714 mit verschiedenen ! diplomatischen Missionen betraut: als 5 außerordentlicher Gesandter in Schwe» den, an den Höfen zu Kur »Mainz, »Trier und --Pfalz, bei der niederländi- schen Armee und am Hofe des Bischofs von Lüttich; 17 l 3 ward er Obersthof' meister des Kurprinzen von Bayern, 1718 kam er in derselben Eigenschaft zur Erzherzogin Maria Elisabeth, ! Regentin der Niederlande; 1721 ging er > als kaiserlicher Commissär auf den schwä» ^ bischen Kreistag und funcn'rte 1723 wahrend des Aufenthaltes des Kaisers zu Prag , als Mitglied des in Wien zurückgelassenen deputirten Geheimen» Rathscollegiums, Am 13. Jänner 1699 in den Grafenstand erhoben, erhielt er am 18. November 1718 die geheime Rathswürde. — 13. Johann stand in ! kaiserlichen Kriegsdiensten und fand 1366 ' vor Ofen den rühmlichen Soldatentod. ! — 16. Siegmund Friedrich Ernft (geb. 28. März 1704, gest. 17. Mai 1742) ! diente im kaiserlichen Heere, wurde 1736 ^ Oberst bei Alexander von Württemberg« Infanterie Nr. 17 und 174 l Oeneral« major, als welcher er die Feldzüge in Böhmen mitmachte und den Heldentod lim Treffen bei Czäslau am 17. Mai 9. Dec. !7
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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