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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 265 -
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Menckhenn, Bsla 263 der Erziehung noch gar nicht im Reinen sind, dann daß wir kein Geld haben; folglich ist es besser gar kein Argument zu erwähnen, sondern die Motivirung im Allgemeinen zu führen.'' Als die Re< bellion zu Neige ging. fand es der Frei» Herr räthlich, sich durch die Flucht dem ersten und erbarmungslosen Einschreiten der Kriegsgerichte zu entziehen. Erst nach erfolgter specieller Begnadigung kehrte er wieder in sein Vaterland zurück und wurde 1860 in seine Stelle als Ober- gespan wieder eingesetzt. Als solcher nahm er im Landtage, welchen mit Einladungs« schreiben (lit^-ae reales) ääo. <4. Fe- bruar 1860 Seine Majestät der Kaiser auf den 2. April 1861 nach Ofen ein- berufen hatte, seinen Platz in der Mag- natentafel ein und sprach in der Sitzung vom 1?. Juni dieses Jahres für die Adresse. Er bezeichnete die Regierung der letzten zwölf Jahre als eine Art Wahnsinn — wie er die Kossuth'sche Revolte nannte, ist uns nicht bekannt — er erklärte, daß, so lange die Comitate Ungarns, diese !>0 Vesten, bestehen, auch die Konstitution lebe; daß er aber auch das einberufene Parlament, so lange in demselben nicht die Vertreter Croatiens, Slavoniens, der Militärgrenze, Sieben» bürgens und des Littorales nebst dem Gebiete von Fiume sitzen, für ein Rumpf- Parlament halte, im Uebrigen stimme er für die Adresse, welche er als die Ver- dolmetschnng der Ansickten und Wünsche des gesummten gesetzgebenden Körpers ansehe. Während des darauf folgenden Provisoriums trat er von seiner Stelle zurück, übernahm aber dieselbe wieder im Jahre 1863. Als dann im Februar 1867 das 1848 vom Kaiser Ferdinand den Ungarn gemachte Zugeständniß eines von dem bisherigen kaiserlich österreichischen ganz separaten ungarischen Ministeriums verwirklicht und Julius Graf And rässy mit der Bildung eines solchen betraut ^ wurde, nahm am 20. Februar 1867 , neben Letzterem als ungarischem Minister» Präsidenten, Georg Grafen Festeticsals Minister um die Person des Königs, Baron Joseph Eötvös als Unterrichts- minister, Balthasar Horväth als Justiz- minister, Melchior Länyay als Finanz» minister, Grafen Emmericb Mikn als Minister für Ackerbau und Verkehrs« wesen, Stephan Gorovö als Minister für Handel und Gewerbe Freiherr Böla Wenckheim den wichtigen Posten eines Ministers des Innern ein. Ueber seine Leistungen in dieser Stellung beziehen wir uns auf die unten angeführten Quellen. Er war von all den Genannten der Erste, der seines Postens enthoben wurde, denn schon am 21. October 1869 trat er sein Portefeuille an Paul von Rajner ab, übernahm aber nach der Enthebung des Grafen Georg Fe» stetics am 19. Mai 187! das Porte- feuille am kaiserlichen Hofe, welckes er dann, als er an Stephan Bitt<Vs Stelle am 2. März 1873 zum Minister» Präsidenten ernannt wurde, nur provi» sorisch fonführle. Seine Ministerpräsi«. dentschaft charakterinrt am zutreffendsten der Artikel der „Allgemeinen Zeitung" vom 4. März <873, Nr. 63: „Das Ministerium Wenckheim". Als am 20. October 1873 Koloman Tifza im Ministervvasidium dem Freiherrn Bela folgte, legte Letzterer auch das bis dabin provisorisch verwaltete Poitefeuillä nieder, übernahm es aber neuerdings am o. De- cember 1878 und behielt es bis zu seinem Tode. Freiherrn B6la von Wenck- Heim's Brust schmückten die Großkreuze des St. Stephans- und Leopoldordens, nebst der geheimen Rathswürde bekleidete er noch das Amt des Kanzlers des
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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